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                              Che­mi­sche Ver­hü­tungs­me­tho­den

                              Zäpfchen
                              ©
                              iStock

                              Che­mi­sche Ver­hü­tungs­mit­tel sind in Form von Sal­ben, Cremes, Gels, Ta­blet­ten, Schei­den­zäpf­chen, Va­gi­nal­film und Schaum­spray er­hält­lich. Die meis­ten Sub­stan­zen ha­ben ur­sprüng­lich ei­nen wachs- oder gel­ar­ti­gen Zu­stand, schmel­zen durch die Kör­per­wär­me und wan­deln sich in der Schei­de in ei­nen zä­hen Schleim oder Schaum um.

                              Wir­kungs­wei­se von che­mi­schen Ver­hü­tungs­mit­teln


                              Che­mi­sche Ver­hü­tungs­mit­tel ent­hal­ten so­ge­nann­te Sper­mi­zi­de, das sind Sub­stan­zen, wel­che die Sper­mi­en ab­tö­ten, zu­min­dest de­ren Fort­be­we­gungs­mög­lich­keit hem­men oder den Ge­bär­mut­ter­hals ab­dich­ten, so dass kei­ne Sper­mi­en in die Ge­bär­mut­ter ein­drin­gen kön­nen. Aus­ser­dem sor­gen sie da­für, dass die Sa­men­zel­len schnel­ler durch die Schei­de­n­en­zy­me ab­ge­baut wer­den. Sie kön­nen je­doch nicht vor se­xu­ell über­trag­ba­ren Krank­hei­ten schüt­zen. 

                              Man­che che­mi­schen Ver­hü­tungs­mit­tel ent­hal­ten meh­re­re Sub­stan­zen und wir­ken so­mit auf meh­re­re Ar­ten. Die gän­gi­gen Wirk­stof­fe sind Non­oxi­nol (Non­oxynol-9) und Ben­zal­ko­ni­um­chlo­rid. Das Sper­mi­zid Non­oxynol-9 kann die Schleim­häu­te rei­zen und zu all­er­gi­schen Re­ak­tio­nen – auch beim Part­ner – oder In­fek­tio­nen füh­ren. Heu­te gibt es prak­tisch nur noch Schaum­zäpf­chen (Ovu­la) mit die­sem Wirk­stoff.

                              Che­mi­sche Ver­hü­tungs­mit­tel rich­tig an­wen­den


                              Das Mit­tel muss min­des­tens zehn Mi­nu­ten vor dem Ge­schlechts­ver­kehr tief in die Schei­de, mög­lichst nah an den Mut­ter­mund ein­ge­führt wer­den. Dort ent­fal­tet es sei­ne ver­hü­ten­de Wir­kung, die nur für ei­nen Sa­men­er­guss be­zie­hungs­wei­se eine Stun­de an­hält, am bes­ten. 

                              Ein bei uns nicht sehr ge­bräuch­li­cher Spe­zi­al­fall ist der Ver­hü­tungs­schwamm, ein klei­ner, run­der Schwamm aus Kunst­stoff, der mit ei­nem Sper­mi­zid im­prä­gniert ist. Er hat eine Schlau­fe, da­mit man ihn bes­ser ent­fer­nen kann. Der Schwamm wird mit Was­ser an­ge­feuch­tet und wie ein Tam­pon tief in die Va­gi­na bis vor den Ge­bär­mut­ter­hals ein­ge­führt. Dort wirkt er als zu­sätz­li­che Bar­rie­re und saugt die Sper­mi­en auf (Ab­sorp­ti­ons­ef­fekt). Nach dem Ge­schlechts­ver­kehr muss er min­des­tens sechs Stun­den in der Schei­de blei­ben und nach ma­xi­mal 24 Stun­den soll­te er wie­der ent­fernt wer­den. In die­ser Zeit­span­ne braucht beim wie­der­hol­ten Ge­schlechts­ver­kehr kein wei­te­res Sper­mi­zid ver­wen­det zu wer­den. Da es zu Schleim­haut­rei­zun­gen kom­men kann, emp­fiehlt es sich, den Schwamm aber schon nach spä­tes­tens zwölf Stun­den zu ent­fer­nen. Nach ei­ner Ge­burt, Fehl­ge­burt, bei Schei­den­in­fek­tio­nen oder wäh­rend der Pe­ri­ode darf der Ver­hü­tungs­schwamm nicht ver­wen­det wer­den.

                              Die Kos­ten von che­mi­schen Ver­hü­tungs­mit­teln lie­gen zwi­schen 10 und 15 CHF, die meis­ten Mit­tel sind re­zept­frei in Apo­the­ken er­hält­lich. Che­mi­sche Ver­hü­tungs­mit­tel kön­nen auch wäh­rend der Still­zeit ver­wen­det wer­den.

                              Nach­tei­le von che­mi­schen Ver­hü­tungs­mit­teln


                              • Bei ei­ni­gen Schaum­zäpf­chen gibt es eine star­ke Hit­ze­ent­wick­lung.

                              • Man­che Cremes rie­chen und schme­cken un­an­ge­nehm.

                              • Ei­ni­ge sper­mi­en­ab­tö­ten­de Mit­tel kön­nen bei häu­fi­gem Ge­brauch zu Rei­zun­gen und Ent­zün­dun­gen der Schei­de füh­ren, was wie­der­um die Ge­fahr für eine HIV-In­fek­ti­on er­höht.

                              • Che­mi­sche Ver­hü­tungs­mit­tel al­lein sind nicht sehr si­cher (Pearl-In­dex zwi­schen 3 und 25) und soll­ten des­halb nur in Ver­bin­dung mit me­cha­ni­schen Ver­hü­tungs­mit­teln wie la­tex­frei­en Kon­do­men, Dia­phrag­ma und Por­tio­kap­pe ver­wen­det wer­den.  

                              Bei der Kom­bi­na­ti­on mit ei­nem me­cha­ni­schen Ver­hü­tungs­mit­tel soll­te dar­auf ge­ach­tet wer­den, dass nur sol­che be­nutzt wer­den, die das Gum­mi- oder Kunst­stoff­ma­te­ri­al nicht be­schä­di­gen. Pro­duk­te auf Öl- oder Fett­ba­sis grei­fen die Gum­mi­wand der Bar­rie­re­me­tho­den an und ma­chen sie für Sper­mi­en durch­gän­gig. Gels mit na­tür­li­cher Milch­säu­re oder Zi­tro­nen­säu­re, die das Schei­den­mi­lieu sau­rer ma­chen und so die Sper­mi­en hem­men, eig­nen sich am bes­ten.

                              Aus­ser­dem ist es wich­tig, dass zwei Stun­den vor­her und wäh­rend der Wir­kungs­dau­er der sper­mi­en­ab­tö­ten­den Mit­tel kei­ne Sei­fe be­nutzt wird, da sie die Wir­kung ver­min­dert. In die­ser Zeit soll aus­schliess­lich mit Was­ser ge­duscht wer­den.

                              Letzte Aktualisierung: 23.05.2022, BH / KM

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