Baby liegt auf dem Bauch

Der siebte Monat

Viele Babys drehen sich nun schon ohne fremde Hilfe vom Rücken auf den Bauch. Daher sollten Sie Ihren Goldschatz nicht alleine auf dem Tisch, Wickeltisch oder Sofa liegen lassen. Zu schnell könnte es mit einer raschen Bewegung herunterfallen!

In der Bauchlage stützen sich Halbjährige auf die gestreckten Arme. Dabei sind die Hände geöffnet. Den Kopf können sie schon recht sicher oben halten. Aus dieser Lage heraus kann das Kind mit einer Hand nach einem Spielzeug greifen und sich mit der anderen Hand abstützen. Wenn Sie Ihr Kind aus der Rückenlage zum Sitzen aufrichten, bringt es den Kopf sofort hoch und hebt gleichzeitig die Beine von der Unterlage. Wenn Sie Ihr Baby auf eine harte Unterlage stellen, beginnt es zu „tänzeln“: Es beugt die Knie, geht in die Hocke und „hüpft“, d.h. es stösst dann die Beine federnd ab.

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Im Sitzen greift es mit beiden Händen nach Dingen, nimmt sie von einer Hand in die andere und kann auch in jeder Hand einen Gegenstand, z.B. Stapelbecher, halten und gegeneinander schlagen. Lärmen macht Spass! Es kann auch schon für kurze Zeit alleine sitzen. Setzen Sie Ihr Baby aber nicht hin, solange es noch zusammensackt. Es ist dann noch nicht bereit, aktiv zu sitzen und es besteht die Gefahr eines „Sitzbuckels“.

Ihr Kind beginnt nun mit der Hand-Fuss-Koordination, das heisst es versucht, seinen Zeh zu greifen und mit ihm zu spielen oder sogar in den Mund zu stecken. Babys sind noch ungeheuer gelenkig und haben so geschmeidige Hüften, dass das durchaus geht. Haben Sie keine Sorge, dass sich dabei irgendetwas am Körper verbiegt. Ganz im Gegenteil. Die dafür notwendigen Beugungen des Hüftgelenkes sind wichtig, um Krabbeln zu lernen.

Kommunikation bekommt einen wichtigen Stellenwert: Ihr Baby nimmt gerne Blickkontakt auf. Wenn Sie sprechen, beobachtet es besonders fasziniert Ihren Mund und wie Sie damit Silben formen, mehr noch als Ihre Augen. Und wenn es zwischen zwei sich unterhaltenden Erwachsenen sitzt, wird sein Kopf hin und her gehen, wie bei einem Tennismatch. Es hört auch immer besser und kann Geräusche unterscheiden und lokalisieren. Ob plätscherndes Wasser, raschelndes Papier - nichts entgeht ihm und wird genau beobachtet, bzw. es dreht sich sofort in die Richtung, aus der das Geräusch kommt.

Ihr Baby macht Laute nach und spricht mit sich selbst vor dem Spiegel. Es versucht, sein Gesicht im Spiegel zu berühren. So lernt es auch, wie Objekte im dreidimensionalen Raum sich verhalten. Wenn Sie hinter Ihrem Baby im Spiegel auftauchen, wird es sich sehr wahrscheinlich zu Ihnen umdrehen, anstatt Sie im Spiegel zu suchen – eine wichtige intellektuelle Leistung!

Spielideen für das 3. Vierteljahr:

  • Versteckspiele (Gugus - dada)
  • Bälle zum Werfen und Rollen
  • Trommeln, klopfen und lärmen mit einfachen Küchenutensilien
  • Spielzeug auf Rädern zum Umherschieben (Autos oder Tiere)
  • Bilderbücher mit grossen, deutlich konturierten Bildern
  • Becher für die Badewanne

Viele Babys beginnen nun zu „zahnen". Wann der erste Zahn durchbricht, ist allerdings individuell sehr verschieden. Manche Babys werden sogar schon mit den ersten Zähnchen geboren, andere bekommen erst mit einem Jahr die ersten Beisser. Aber im Durchschnitt startet der Zahndurchbruch im siebten Monat, und meist ist es einer der unteren Schneidezähne. Ein Meilenstein in der Entwicklung Ihres Kindes, der jedoch nicht ohne Schmerzen und Stress abläuft. Starker Speichelfluss und rotes entzündetes Zahnfleisch sind die Vorzeichen. Sie können ein bisschen helfen und Ihrem Kind die Schmerzen erträglicher zu machen. Spezielle Zahnfleischgels und Pasten, die mit dem Finger sanft auf das Zahnfleisch massiert werden, mildern die Schmerzen. Linderung bringen auch Beissringe (v.a. solche, die im Kühlschrank - aber nicht in der Tiefkühltruhe! - vorgekühlt werden können), harte Brotkrusten oder geschälte Möhren, auf denen das Kind kauen kann. Und sie helfen den Zähnen, leichter durchzubrechen.

Beachten Sie!

Baby-Kolumne

7. Monat: "Die nackte Wahrheit"

Das Zahnen hat zur Folge, dass das Kind mit Hingabe alles anknabbert, was es zu fassen bekommt - es ist ja nun schon mitten in seiner "oralen Phase". Das schliesst natürlich auch Sie selbst ein. Speziell stillende Mütter können da unangenehme Erfahrungen machen, denn so klein die Zähnchen auch sind, ein herzhafter Biss in die Brustwarze kann äusserst schmerzhaft sein. Wichtig ist, dass Sie sich darauf einstellen und nicht extrem schreckhaft reagieren, denn das macht Ihrem Baby Angst und kann es womöglich sogar dazu bringen, die Brust zu verweigern. Es weiss ja schliesslich nicht, was es da getan hat. Andererseits müssen Sie nicht alles ertragen. Deshalb sollten Sie dem Kind durch ein "Aua" zu verstehen geben, dass sie das nicht mögen und mit dem Finger die Zähnchen wegschieben. Auch wenn das Kind noch sehr klein ist, so kann man ihm doch behutsam klarmachen, dass es Beissringe oder Kekse anknabbern darf, der Mutter aber ein Biss unangenehm ist. 

Vor der eigentlichen Zahnbildung werden viele Kinder krank, d.h. sie bekommen FieberAusschlag und sind unleidlich. Sobald der Zahn völlig sichtbar ist, verschwinden diese klassischen Nebenerscheinungen. Bei Fieber sollte man jedoch trotzdem immer den Kinderarzt befragen, denn dies kann auch ein Symptom für andere Krankheiten sein. Kinder sind in dieser Zeit, in welcher der Nestschutz praktisch verschwunden ist, sehr anfällig für die sogenannten Kinderkrankheiten bzw. Infektionskrankheiten, die vom Kinderarzt untersucht und behandelt werden müssen. 

Manche Babys beginnen schon, ein wenig zu „fremdeln“, vor allem wenn sie müde und quengelig sind. Das Kind ist verwirrt und zeigt Angst, wenn Sie den Raum verlassen. Ein Korb mit Spielzeug, den Sie in jedes Zimmer mitnehmen können, ermöglicht es Ihrem Baby, immer in Ihrer Nähe zu sein, ohne Ihre Arbeit zu stören. Haben Sie keine Angst, es dadurch zu verwöhnen. Im Gegenteil. Es gewinnt Sicherheit und ist dann eher bereit, Sie gegen andere Betreuungsperson, z.B. den Babysitter, für kurze Zeit einzutauschen. 

Langsam können Sie es dann daran gewöhnen, dass Sie sekunden- oder sogar minutenlang den Raum verlassen, weil es weiss, dass Sie immer zurück kommen werden. Verabschieden Sie sich immer kurz von ihm, mit einem Kuss und ein paar Worten, und verlängern Sie die Trennungszeit ganz allmählich. Stellen Sie sicher, dass Ihr Baby in diesen Minuten vor einem Unfall geschützt ist, z.B. in einem Laufstall.


Häufige Fragen

Kann ich mehrere Schoppenflaschen auf einmal vorbereiten zum Mitnehmen, wenn ich mit dem Baby unterwegs bin?

Dürfen verschiedene Milchpulver vermischt werden, um einen Schoppen zuzubereiten? Ich habe noch Anfangsmilch und soll jetzt auf HA-Milch umstellen.


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Letzte Aktualisierung : 11.2018, BH

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