Die schwierigen Abendstunden

Die Zeit zwischen 18 und 20 Uhr

Der Tag mit dem Baby war lang. Morgens um 6 wurden Sie nach einer halbwegs guten Nacht geweckt und seither sind Sie mehr oder weniger auf den Beinen. Nach dem Mittagessen, als Ihr Baby schlief, haben Sie sich zwar auch kurz hingelegt, doch dann kam ein wichtiger Anruf und als Sie endlich auflegen konnten, war das Baby auch schon wieder hungrig. Ein ausgedehnter Spaziergang an der frischen Luft hat Ihnen zwar gut getan, doch um 18 Uhr sind Sie vollkommen ausgelaugt. Ausgerechnet jetzt fängt Ihr Baby an zu schreien und will nicht mehr aufhören, auch nicht, nachdem Sie es gestillt, gebadet und gewickelt haben, auch nicht, als Ihr Partner nach Hause kommt und das Baby geduldig in seinen Armen wiegt. Erst zwei Stunden später wird das Kleine allmählich ruhiger und schläft nach der Abendmahlzeit endlich friedlich ein.

Viele Mütter berichten davon, dass Ihr Baby abends zwischen 18 und 20 Uhr kaum zu beruhigen ist und scheinbar grundlos schreit. Bei einigen Babys setzt dieses Schreien täglich um die gleiche Zeit ein, was bei den Eltern dazu führt, dass sie die frühen Abendstunden regelrecht fürchten. Dadurch sind sie natürlich bereits angespannt, wenn das Schreien einsetzt.

Remo Largo zeigt in "Babyjahre" auf, dass dies nicht nur eine subjektive Wahrnehmung der Mütter ist, sondern dass bis zum Alter von 6 Wochen das unspezifische Schreien tatsächlich kontinuierlich zunimmt und jeweils in den frühen Abendstunden besonders ausgeprägt ist. Ab dem Alter von sechs Wochen nimmt das unspezifische Schreien bis zum dritten Monat laufend ab. Wie aber können Sie bis dahin mit der schwierigen Zeit am frühen Abend umgehen?

Zuerst einmal ist es sicher hilfreich zu wissen, dass das abendliche Schreien normal ist und nach einigen Wochen auch wieder aufhören wird. Sie haben nichts falsch gemacht, machen Sie sich also keine Vorwürfe, wenn sich Ihr Kind trotz aller Zuwendung nicht beruhigen kann. Wenn Sie in hilflosen Aktivismus verfallen, um Ihr Baby zu beruhigen, wird das Schreien eher schlimmer.

Versuchen Sie, sich auf die intensive Zeit am Abend vorzubereiten, damit Sie nicht auch noch alle Hände voll zu tun haben, wenn das Baby zu schreien anfängt. Bereiten Sie das Abendessen nach Möglichkeit während einer ruhigen Phase am Nachmittag vor, so dass Sie abends nicht hektisch zwischen schreiendem Baby und überkochender Pfanne hin und her hetzen müssen. Schalten Sie den Anrufbeantworter ein, damit Sie nicht durch Anrufe gestört werden. Versuchen Sie auch, am späten Nachmittag, bevor Ihr Baby unruhig wird, bewusst eine Erholungspause einzuschalten, zum Beispiel, indem Sie sich mit Ihrem Baby auf die Krabbeldecke legen und sich aktiv mit ihm beschäftigen. Oder indem Sie das Nachmittagsschläfchen Ihres Babys dazu nutzen, sich hinzulegen, zu lesen oder beruhigende Musik zu hören. Jungen Müttern fällt dies oft schwer, denn wenn man den ganzen Tag zu Hause war, soll doch abends, wenn der Partner nach Hause kommt, zumindest die Wohnung halbwegs aufgeräumt sein. Im Moment ist es aber wichtiger, die Schreiphase gut zu überstehen, damit Sie in der Überforderung nicht Gefahr laufen, das Baby zu schütteln

Wichtig ist auch, dass Ihr Partner abends mit anpackt, denn ihm fällt es vielleicht leichter, das Schreien auszuhalten, weil er nicht schon den ganzen Tag mit dem Baby beschäftigt war. Vielleicht können Sie eine Vereinbarung treffen, dass Ihr Partner eine Kaffeepause einlegt, bevor er nach Hause kommt und Ihnen dann das Baby abnimmt, um Ihnen etwas Luft zu verschaffen. So sind Sie beide besser gerüstet für die anstrengenden Stunden.

Letzte Aktualisierung: 05.2016, TV