Kinder

Was hat es mit den Begriffen „Herdenschutz“ und „Trittbrettfahrer“ auf sich?

Der sogenannte Herdenschutz bedeutet: Wenn viele Menschen durch eine Impfung immun geworden sind und das krankheitserregende Virus oder Bakterium nicht mehr übertragen wird, kann sich der Erreger in der Bevölkerung nicht so leicht ausbreiten. Es kommt zu keiner Epidemie und die übrigen, z. B. aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpften Menschen haben dadurch ein geringeres Risiko angesteckt zu werden.

Wird ein Impfstoff eingeführt und die Zahl der geimpften Kinder steigt, dann wird die Zahl der von der Krankheit betroffenen Kinder stark gesenkt. Wenn immer mehr Kinder geschützt sind, wird das Virus oder das Bakterium immer seltener auf Kinder treffen, die erkranken können und der Erreger kann sich nicht weiter ausbreiten. Man spricht vom „Herdenschutz“. So kann es durch hohe Impfraten sogar gelingen, Erreger auszurotten, wie das vor fast vierzig Jahren bei den Pocken der Fall war.

Als „Trittbrettfahrer“ werden demnach solche Kinder bzw. Eltern bezeichnet, die davon profitieren, dass ausreichend Kinder in ihrer Umgebung geimpft sind.

Je mehr Eltern sich aber zum „Trittbrettfahren“ entschliessen und dagegen entscheiden, ihr Kind impfen zu lassen, desto mehr sinkt der Anteil der geimpften Personen und der Erreger hat grössere Chancen auf ein nicht geimpftes Kind zu treffen und sich dadurch auszubreiten. So können bereits verdrängte Krankheiten wieder ausbrechen, wie das bei den Masern der Fall war. Der Herdenschutz bricht in sich zusammen. Dann trifft es vor allem die empfindlichsten in der Bevölkerung: noch nicht geimpfte Babys und Kleinkinder.

Quelle: www.schwangerundkind.de

Newsticker

Ohne Impfung kein Kindsgi | 01.06.2017

Die italienische Regierung hat ein Gesetz über Pflichtimpfungen für Kinder erlassen. Die Impfpflicht gilt ab dem kommenden Schuljahr für insgesamt zwölf häufige Kinderkrankheiten, darunter Masern, Hirnhautentzündung, Tetanus, Kinderlähmung, Mumps, Keuchhusten und Windpocken. Nicht geimpfte Kinder im Alter bis zu sechs Jahren werden künftig nicht in Krippen, Kindergärten oder Vorschulklassen aufgenommen. Eltern nicht geimpfter Kinder sollen beim Jugendamt gemeldet werden – und können auch das Fürsorgerecht verlieren. Hinzu sollen hohe Bussgelder kommen. Der Beschluss wurde durch die seit Jahresbeginn grassierende Masernepidemie befördert. Masern verlaufen meist harmlos, können aber auch – wie während der letzten grossen Masernepidemie 2002 in 15 Fällen - tödlich enden. Was halten Sie davon? Machen Sie mit bei unserer Umfrage...

Letzte Aktualisierung: 10.2017, BH