Pucktechnik, eine einfache Methode mit grosser Wirkung!

Pucken bedeutet: Von Anfang an geborgen schlafen.

Pucktechnik

Die Pucktechnik wird vor allem bei Naturvölkern angewendet und ist in den westlichen Ländern wiederentdeckt worden.

Babys haben in den ersten Lebensmonaten reflexartige Zuckungen von Armen und Beinen und wecken sich dadurch häufig selber auf. Pucken ist eine altbewährte Methode, bei der das Baby eng in ein Tuch eingewickelt wird. Die begrenzte Beweglichkeit von Armen und Beinen vermittelt dem Baby das Gefühl der vertrauten Enge wie im Mutterleib. Es spürt am ganzen Körper eine angenehme Berührung und fühlt sich gehalten und geborgen. Das Baby wird gepuckt, wenn es müde ist oder zum schlafen hingelegt werden möchte.

Material und Form des Pucktuches

Pucktücher sind in ganz unterschiedlichen Formen, Farben und Materialien auf dem Markt.  Das Ziel des Pucktuches bleibt aber immer dasselbe – es soll dem Baby Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

Neuentwicklung

Während meiner Arbeit in den Kinderspitälern Bern und Zürich auf den Frühgeburtenstationen lernte ich die grosse Wirkung dieser einfachen Methode kennen. Die positive Wirksamkeit der Pucktechnik hat mich verblüfft. Das Material und die Form haben mich aber nicht vollkommen überzeugt und ich habe mit verschiedenen Varianten experimentiert.

Mit dem Schmetterlingstuch ist mir ein überzeugender Wurf gelungen. Es zeichnet sich durch verschiedene Vorteile aus.

  • Die weiche, anschmiegsame Stoffstruktur lässt ein strammes Einwickel ohne Einengung des Babys zu.
  • Das Schmetterlingstuch ist leicht und relativ dünn. Die Gefahr einer Überwärmungen bezüglich plötzlichem Kindstod kann ausgeklammert werden.
  • Die Form des Tuches lässt  eine Anpassung auf das Wachsen und Schwerer werden des Babys problemlos zu (Das Tuch wächst mit).
  • Das Schmetterlingstuch besteht aus 100% Baumwolle und ist daher gesundheitsverträglich.
  • Das Schmetterlingstuch wird in der Schweiz nachhaltig produziert. Junge Erwachsene mit einer Lernbeeinträchtigung nähen die Tücher im Steinhölzli in Bern. Mit dem Kauf eines Schmetterlingstuches leisten sie einen Beitrag zur Erhaltung der Ausbildungsplätze des Steinhölzlis.
  • Mit dem Kauf eines Schmetterlingstuches leisten sie einen Beitrag zur Erhaltung der Ausbildungsplätze des Steinhölzlis.
  • Das Schmetterlingstuch ist in verschiedenen Farben erhältlich.

Anwendung

Das Pucktuch wird in den ersten 3-5 Lebensmonaten angewendet. Bei Frühgeborenen kann das Tuch selbstverständlich länger eingesetzt werden.

Grundsätzlich gilt die Regel: Ihr Baby zeigt Ihnen, wann es nicht mehr gepuckt werden will. Beobachtung sie es genau und passen sie sich seinen Wünschen an.

Puckvarianten

  • Arme eingewickelt
  • Arme frei

Sobald sich das Baby selber aus dem Tuch befreien kann wird es nicht mehr gepuckt. Es braucht die grössere Bewegungsfreiheit um seinem Drang nach willkürlichen Bewegungen gerecht zu werden. Beobachten Sie sein Verhalten aufmerksam.

Für Babys, die oft im Tragetuch eng am Körper der Eltern herum getragen werden, sind Pucktücher eine sinnvolle Ergänzung.

Wann darf nicht gepuckt werden?

  • Kranke Babys mit Fieber dürfen nicht gepuckt werden. Je nach Material des Tuches kann es zu kleineren oder grösseren Wärmestauungen kommen.
  • Hustende Babys brauchen Bewegungsfreiraum um den Brustkorb zum ab husten. Das satt anliegende Tuch kann die erschwerte Atmung negativ beeinflussen.
  • Bei Babys mit Hüftfehlstellungen (Luxation) mit dem Kinderarzt absprechen, ob normal gepuckt werden darf oder ob besser nur der Oberkörper eingewickelt wird.

Bericht von der Hebamme Sue Schmid aus Bern, die das Schmetterlingstuch entwickelt hat. Mehr unter www.schmetterlingstuch.ch.


Wissen

Pucken: So geht’s sicher


Sue Schmid, 06/10

Newsticker

Hüft-Fehlstellungen vermeiden | 09.09.2016

Etwa vier Prozent aller Säuglinge kommen mit einer unreifen Hüfte zur Welt. Wird eine „Hüftluxation“ nicht behandelt, entwickeln die Kinder einen hinkenden Gang. Deshalb gehört die Ultraschalluntersuchung der Säuglingshüfte heute zum allgemeinen Vorsorgeprogramm für Neugeborene. Jetzt befürchten Experten, dass durch das  „Pucken“, also enges Einwickeln in Streckstellung der Beine, die natürliche Reifung der Hüfte beeinträchtigt werde und sich leicht eine sogenannte Hüftdysplasie entwickeln, bei der Gelenkkopf und -pfanne nicht aufeinander passen. Zahlen aus Australien zeigen einen deutlichen Anstieg der Hüftdysplasie-Fälle. In anderen Ländern, etwa der Türkei oder Japan, sollen Aufklärungskampagnen die Eltern von der umstrittenen Wickelmethode abbringen.