Baby mit Spitzenhaube
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Die Augenfarbe im ersten Lebensjahr

Alle Neugeborenen europäischer Abstammung, also die meisten in Europa und Nordamerika geborenen Kinder, haben blaue Augen. Die tatsächliche Augenfarbe entwickelt sich aber erst im Laufe des ersten Lebensjahres. Die Häufigkeit der verschiedenen Augenfarben ist stark vom Land und der Herkunft seiner Bevölkerung abhängig. Die meisten blauen Augen finden sich in den baltischen Staaten und in Skandinavien. Insgesamt sind 10% der Weltbevölkerung blauäugig.

Wenn ein Kind zur Welt kommt, ist die Entwicklung der Pigmentzellen auf seiner Iris (Regenbogenhaut) und dem retinalen Pigment-Epithel (Zellschicht unter der Netzhaut) noch nicht abgeschlossen. Das Farbpigment Melanin lagert sich während der Schwangerschaft und noch während der ersten sechs bis sieben Lebensmonate in die Regenbogenhaut ein. Das führt dazu, dass das Licht, das durch die Iris ins Auge fällt, zunächst kaum absorbiert wird. Das wieder aus dem Auge herausfallende Licht erscheint bläulich, da nur die langwelligen Lichtanteile resorbiert, die kurzwelligen hingegen reflektiert werden. Aufgrund der spärlichen Pigmentierung sind die Säuglinge auch extrem lichtempfindlich, vertragen daher kein pralles Sonnenlicht. Achten Sie auf ausreichenden Sonnenschutz!

Für die Farbe Blau ist am wenigsten vom Farbpigments Melanin nötig, für grüne Augen etwas mehr. Grünes Pigment gibt es also trotz scheinbar grün aussehenden Augen nicht. Bei näherer Betrachtung mit augenärztlichen Instrumenten sind dies blaue Augen mit gelbbraunen Pigmentflecken auf der Oberfläche der Iris. Je mehr Melanin sich einlagert, umso dunkler werden die Augen. Mit dem 6. Lebensmonat erreicht die Regenbogenhaut beim normalen Auge erst ihre volle genetisch vorgegebene Färbung.

Welche Augenfarbe letztlich entsteht, ist erblich festgelegt. Bei der Geburt kann man jedoch schon abschätzen in welche Richtung es geht. Hellblaue Augen bei der Geburt werden blau bleiben. Dunkelblaue oder graublaue werden eher braun werden. Dunkelhäutige Kinder aus südlichen Ländern haben schon sehr früh braune Augen, weil bei ihnen genetisch bedingt eine grössere Menge Melanin als natürlicher Sonnenschutz eingelagert wird.

Für die Augenfarbe spielt auch die Dichte des Irisgewebes eine Rolle. Je dichter, desto dunkler die Augen. Auch dies ist vererbt. Nur bei Albinos sind die Augen bei der Geburt rötlich, weil die Pigmentzellen fehlen und der rote Augenhintergrund durchscheint. Dieser ist rot, weil er ein sehr stark durchblutetes Gewebe ist.

Welche endgültige Augenfarbe wird unser Baby haben?

Die Sinnesorgane beim Neugeborenen - das Sehen

Quelle: DGK

Letzte Aktualisierung : 30-12-16,

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