Kann ich meiner sechs Monate alten Tochter den Schoppen auch mit heissem Wasser direkt aus der Leitung zubereiten?

Mit sechs Monaten ist die Gefahr einer Magen-Darm-Infektion nicht mehr sehr gross. Trotzdem ist es besser, das Leitungswasser grundsätzlich abzukochen.

Tatsächlich gehören in der Schweiz sowohl Trinkwasser als auch Pastmilch (pasteurisierte Milch) zu den bestkontrollierten Nahrungsmitteln. Die chemischen Zusammensetzungen und der Keimgehalt werden regelmässig überwacht. Hohe Qualität ist garantiert. Keimfrei ist das Trinkwasser aber nie. Und Bakterien vermehren sich vor allem in stehendem und warmem Wasser rasch, auch in Leitungsröhren. Zwischen Wasserwerk und Endverbraucher kann also noch einiges an Verunreinigung und Keimvermehrung geschehen. Deshalb wird die Vorsichtsmassnahme "Abkochen" für die Zubereitung von Säuglingsnahrung empfohlen.

Achten Sie vor allem darauf, ob sich das Pulver gut auflöst, denn manche Säuglingsnahrung löst sich nur in sehr heissem, fast kochenden Wasser. Und verfüttern Sie den Schoppen möglichst bald in der richtigen Temperatur.

Vorsicht mit Trinkwasser ist höchstens geboten, wenn es in ländlichen Gegenden aus eigenen Brunnen kommt oder wenn in einem Haushalt noch veraltete Blei- oder Kupferleitungen installiert sind. Die allenfalls durch Nitrite, Blei und Kupfer ausgelösten Probleme kann man aber durch Abkochen nicht lösen. Muss jemand der Wasserqualität wegen für die Schoppenzubereitung Mineralwasser aus Flaschen verwenden, kommen nur wenige der angebotenen Wasser in Frage. Der Mineralgehalt kann zu Salzüberladung führen.

(Quelle: Prof. Dr. med. Gregor Schubiger, Luzern)

Letzte Aktualisierung : 08.2016, MR