Kaiserschnitt erhöht Risiko bei nächster Geburt

Entbindet eine Frau bei der ersten Geburt mit einem Kaiserschnitt, ist das Risiko für Komplikationen bei einer zweiten Geburt erhöht. Bei einer ersten vaginalen Geburt ergeben sich dagegen weniger Risiken für die nachfolgende Schwangerschaft und Geburt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine retrospektive Studie aus Adelaide, South Australia, die soeben im renommierten Fachblatt Obstetrics & Gynecology veröffentlicht wurde. Die Forscher werteten die Daten von 8.725 Frauen aus, die zwischen 1998 und 2003 zum zweiten Mal ein Kind bekamen und beim ersten Mal mit Kaiserschnitt entbunden worden waren. Die Kontrollgruppe bestand aus 27.313 Frauen, die ebenfalls zum zweiten Mal ein Kind bekamen, aber ihr erstes Kind vaginal entbunden hatten.

Erfolgte die erste Geburt per Kaiserschnitt, erhöhten sich verschiedene Risiken bei der zweiten Geburt: Dazu gehören ungünstige Geburtslagen wie z.B. Steisslagen (relatives Risiko: 1,84), Placenta praevia (relatives Risiko: 1,66), Blutungen vor der Geburt (relatives Risiko: 1,23) verzögerte Wehentätigkeit (relatives Risiko: 5,89) und ein Notfall-Kaiserschnitt (relatives Risiko: 9,37).

Auch ein Gebärmutterriss (relatives Risiko: 84,42), Frühgeburten (relatives Risiko: 1,17) und geringes Geburtsgewicht (relatives Risiko: 1,30) sowie Totgeburten (relatives Risiko: 1,56) sind deutlich häufiger in solchen Fällen. Es gab jedoch nicht mehr Todesfälle in der Neugeborenenzeit.

Die Studienautoren weisen deutlich darauf hin, dass ein erster Kaiserschnitt in der Regel nicht als sogenannter Wunsch-Kaiserschnitt ohne Grund vorgenommen wird, sondern auf der Basis bestimmter medizinischer Umstände. So können sich einige der Komplikationen bei der zweiten Geburt möglicherweise nicht auf den primären Kaiserschnitt, sondern auf die zu Grunde liegende Erkrankung zurückführen lassen.

Die Forscher raten Frauen mit Wunsch nach einem elektiven Kaiserschnitt bei der ersten Geburt dennoch dazu, sich diesen wegen der damit verbundenen zukünftigen Risiken genau zu überlegen.

Kennare R, Tucker G et al.: Obstet Gynecol; 109, S.270-6; 2007

Stand: 04/07, BH