Junge mit einem Glas MIlch in der GHand hat Bauchschmerzen
Kind | Chronische Erkrankungen | Ernährung

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Bei einer Unverträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel (Nahrungsmittelintoleranz) stehen Beschwerden im Verdauungstrakt im Vordergrund. Stunden nach dem Genuss bestimmter Ernährungsbestandteile bekommt das Kind Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen. Eine Diagnose ist mit einem Atemtest möglich. Allerdings muss das Kind alt genug sein, um richtig pusten zu können. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist nicht zu verwechseln mit einer Nahrungsmittelallergie.

Bei der Laktose-Intoleranz wird der Milchzucker (Laktose) nicht ausreichend im Dünndarm aufgenommen und gelangt in den Dickdarm. Weil Laktose dort Wasser anzieht, kommt es zu Durchfall, weil die Dickdarmbakterien vermehrt beim Abbau arbeiten müssen, zu Blähungen und Bauchweh. Besserung gibt es nur, wenn auf normale Milchprodukte verzichtet wird und stattdessen laktosefreie Milchprodukte verzehrt werden. 

Eine noch häufigere Ursache für Leibschmerzen bei Kindern ist die Fruktose-Malabsorption, typischerweise nach einer Magen-Darm-Grippe. Dann sollten sämtliche Obstsorten und Honig, aber auch normaler Haushaltszucker (Saccharose) möglichst stark reduziert werden, weil dieser ebenfalls Fruktose enthält. Wenn die Dünndarmschleimhaut sich wieder erholt hat, meist nach wenigen Monaten, kann das Kind wieder unbeschwert Obst essen oder Obstsäfte trinken.

Bei der Zöliakie, einer Unverträglichkeit des Getreidebestandteils Gluten, sind alle Getreideprodukte aus Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer zu meiden. Problematisch ist hier, dass der Darm durch die ständige Entzündungsreaktion wichtige Nähstoffe wie Eiweiss und Eisen nicht mehr ausreichend aufnehmen kann und als Folge eine Mangelernährung entsteht. Die Diagnose wird mittels Antikörpern im Blut und einer Schleimhautprobe aus dem Dünndarm gestellt.


Wissen

Vitamin D und Nahrungsmittelallergien

Newsticker

Burger, Pommes, Pizza | 17.10.2019

Nahrungsmittelallergien sind besonders bei kleinen Kindern dramatisch angestiegen, in einigen Ländern wird eine Häufigkeit von bis zu zehn Prozent angegeben. Möglicherweise ist das durch eine Zunahme von Fertigprodukten und Fast Food bedingt. Verantwortlich sind wahrscheinlich sogenannte AGEs (Advanced Glycation Endproducts): Reaktionsprodukte aus Eiweiss oder Fetten mit Zucker, die bei hohen Temperaturen in Lebensmitteln entstehen und in grossen Mengen in hochverarbeiteten Lebensmitteln vorkommen. Bei Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren fanden Forscher der Universität Neapel eine deutlich höhere AGE-Konzentrationen bei Kindern mit Lebensmittelallergien als bei Kindern ohne Allergien. Schon länger ist bekannt, dass AGEs bei chronischen Krankheiten wie Diabetes, Arteriosklerose und neurologischen Störungen eine Rolle spielen.

Neurodermitis | 15.04.2017

Nur in jedem zweiten Fall sind Nahrungsmittel der Auslöser für eine allergische Reaktion oder eine Neurodermitis beim Kind. Die Experten empfehlen deshalb, angebliche Allergien auf Lebensmittel immer sorgfältig abzuklären und das Kind nicht einfach auf Diät zu setzen. Die ohnehin verminderte Lebensqualität der Kinder mit Neurodermitis wird durch eine Diät zusätzlich verschlechtert. Ausserdem drohen Gesundheitsschäden durch Mangel- oder Fehlernährung. Heutzutage können Allergien mit Haut- oder Bluttests in jedem Alter sehr zuverlässig diagnostiziert werden. Wichtig: Muss das Kind dann ein Nahrungsmittel meiden, sollte regelmässig überprüft werden, ob die Allergie noch besteht, denn Allergien auf Kuhmilch oder Hühnerei z.B. verschwinden häufig bis zum Schulalter vollständig.

Newsticker

Glutenfrei gesünder? | 18.01.2017

Der Trend kommt aus den USA: Immer mehr Menschen glauben, an einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) zu leiden, obwohl Experten dies nur bei 1% der Bevölkerung bestätigen können. Die Angst vor dem Weizenkleber beschert den Herstellern von Schnelltests Millionen. Wobei die noch nicht einmal ein zuverlässiges Ergebnis bringen, das geht nur mit einer Magenspiegelung mit Dünndarmbiopsien. Und auch die Lebensmittelindustrie profitiert mit überteuerten glutenfreien Angeboten. Das Getreideeiweiss (in Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel, Kamut, Emmer, Einkorn, Grünkern) hat inzwischen ein ähnlich ungesundes Image wie Fett und Kohlenhydrate. Doch Vorsicht - eine glutenfreie Ernährung über einen längeren Zeitraum kann bei Gesunden starke Beschwerden provozieren, wenn sie dann wieder Gluten aufnehmen, wie eine italienische Studie herausfand.

Letzte Aktualisierung : 05-05-16, BH

loading