Mutter betastet die Halslymphknoten ihrer Tochter wegen Schluckbeschwerden

Halsweh

Wenn trockene Heizungsluft, kalte Frühjahrsluft und insbesondere Zugluft die Schleimhäute austrocknen, bekommen auch Kinder häufig Halsschmerzen, dann kitzelt, kratzt und brennt es im Hals. Kleine Kinder können Halsweh oft noch nicht beschreiben, aber veränderte Aussprache, Schluckbeschwerden und Heiserkeit deuten darauf hin. Das Kind mag aufgrund der Beschwerden nicht gerne essen oder trinken. Der Rachen ist leicht gerötet, die Halslymphknoten können geschwollen sein.

Halsweh ist oft das erste Zeichen einer Erkältung. Bei leichten Beschwerden ohne Fieber sind die Erreger meist harmlose Rhinoviren, die man gut zwei bis drei Tage lang mit Hausmitteln behandeln kann.

Generell gilt: Überheizen Sie die Räume nicht und sorgen Sie für ausreichende Luftfeuchtigkeit (30-50 %). Das kann man mit feuchten Tüchern über der Heizung erreichen. Lassen Sie Ihr erkältetes Kind zu Hause bleiben, ziehen Sie es warm an, legen Sie ihm einen Schal um den Hals. Zu essen gibt es Suppe oder Püriertes.

Ihr Kind sollte jetzt viel trinken, dabei spielt keine Rolle, ob heiss, warm oder kalt. Gut helfen heisser Holundersirup, warme Milch mit Honig (erst ab zwölf Monaten) und natürlich ungesüsster Tee. Kamillen, Salbei-, Malven oder Thymiantee wirken entzündungshemmend und lindernd. Für diese Heiltees jeweils 1 Teelöffel Pflanzenteile mit 2,5 dl kochendem Wasser übergiessen. 5 Minuten ziehen und abkühlen lassen. Fruchtsaft sollten Sie Ihrem Kind wegen der Säure bei Halsschmerzen nicht geben.

Um die Atemwegsschleimhäute feucht zu halten, sind Inhalationen mit Wasserdampf ideal. Bitte nicht über der Schüssel mit heissem Wasser inhalieren, da es immer wieder zu schweren Verbrühungen kommt, sondern spezielle Geräte verwenden. Optimal: ein elektrischer Vernebler mit der passenden Kinder-Gesichtsmaske. Damit lassen sich auch Salzlösungen (oder Lösungen mit Emser Sole, Heublume, Kamille oder Fenchel usw.) inhalieren. Aufpassen sollten Eltern bei der Dampfinhalation mit ätherischen Ölen wie Menthol oder Minze. Sie können bei kleinen Kindern starke Nebenwirkungen - von Schleimhautreizungen und Erbrechen bis hin zu akuter Atemnot - hervorrufen.

Bonbons und Lutschtabletten gibt sie mit Wirkstoffen, die desinfizieren (zum Beispiel Benzalkoniumchlorid), befeuchten (Hyaluronsäure), den Schmerz nehmen (etwa Benzocain) oder Reizungen lindern (zum Beispiel Isländisch Moos). Aber Achtung: Schmerzstillende Pastillen mit einer betäubenden Wirkung sind bei kleinen Kindern nicht geeignet. Ein betäubter Rachen kann dazu führen, dass sich das Kind leichter verschluckt. 

Auch Homöopathie kann Kindern mit Halsweh helfen. Belladonna kommt zum Einsatz, wenn die Schmerzen plötzlich beginnen und eher rechts lokalisiert sind. Das Schlucken fällt sehr schwer und ist schmerzhaft, die Stimmbänder können mitbetroffen sein und das Kind hat keinen Durst. Ist der Hals dagegen dunkelrot entzündet, hat das Kind brennende Schmerzen, Wundheits- und Trockengefühl, ziehen die Schmerzen beim Schlucken bis hinter die Ohren und ist die Zunge hinten dick gelb belegt, nützt Phytolacca. Bei einem entzündeten Hals verschafft Schüssler-Salz Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) Linderung. Bei sehr starken Entzündungsschmerzen kann zudem ein Spagyrik-Spray mit Belladonna, Arnica und Propolis helfen.

Ein altes bewährtes Hausrezept gegen Halsschmerzen sind Wickel. Sie können warm oder kalt angewendet werden, je nachdem, was Ihr Kind angenehmer empfindet. Bei Halsschmerzen empfiehlt sich ein Quarkwickel. Wenn der Quark mit der Haut in Berührung kommt, beginnt ein Milchsäureprozess. Dieser wirkt gegen Entzündungen und ist schmerzlindernd sowie abschwellend.

Wenn sich zusätzlich hohes Fieber oder gar Schüttelfrost einstellen, der Blick in den Rachen fleckige Veränderungen oder Verfärbungen zeigt und das Kind krank wirkt oder einen Hautausschlag hat, sollten Sie unbedingt den Arzt aufsuchen. Ein feuerroter Rachen kann auf Scharlach hindeuten, Stippchen auf den Mandeln auf eine eitrige Mandelentzündung (Angina). Diese Infektionskrankheiten müssen antibiotisch behandelt werden, und zwar so lange wie vom Arzt verordnet – auch, wenn es dem Kind schon wieder besser geht. Andernfalls können antibiotikaresistente Erreger entstehen.

Einige Kinderärzte führen bei starken Halsschmerzen einen Streptokokken-Schnelltest durch. Nach wenigen Minuten kann so mithilfe eines Abstrichs festgestellt werden, ob Streptokokken vorhanden sind. Will man ganz sichergehen, kann zusätzlich eine Kultur des Abstrichs angelegt werden, die jedoch erst nach 24 Stunden ein Ergebnis liefert.




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Halsschmerzen | 29.01.2018

Ein altbewährtes Hausmittel bei Halsschmerzen ist das Gurgeln. Kräutertees aus Kamille, Thymian oder Salbei wirken entzündungshemmend und lindern die Schluckbeschwerden. Aber auch eine einfache Salzlösung kann die Krankheitserreger wegspülen und die bei Halsschmerzen wunde Schleimhaut beruhigen. Für die Gurgellösung nimmt man vorportionierte Mineralsalze aus der Apotheke oder 1/4 TL Kochsalz pro Glas lauwarmes Wasser. Einen Halswickel macht man so: Befeuchten Sie ein Leinentuch mit kaltem Wasser, falten Sie es zu einem Schal und wickeln Sie es um den Hals. Darauf wickeln Sie ein trockenes Tuch und anschliessend einen Wollschal. Alternativ können Sie das feuchte Tuch auch noch mit einer fingerdicken Schicht kaltem Quark bestreichen. Der Wickel bleibt so lange am Hals, bis der Quark getrocknet ist.

Letzte Aktualisierung : 11.2018, BH

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