Kind spielt mit Stromkabeln
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Erste Hilfe bei Elektrounfällen

Elektrounfälle können zu schweren, lebensbedrohlichen Verletzungen wie Herzrhythmusstörungen und inneren Verbrennungen führen. Sobald ein Kind beginnt, sich selbständig fortzubewegen, zu robben, zu krabbeln und zu laufen, müssen Steckdosen deshalb kindersicher gemacht und elektrische Geräte "in Sicherheit" gebracht werden, um die Kleinen zu schützen. Geräte wie Wasserkocher, Toaster und Brotschneidemaschine etc. sollten nicht in Reichweite der Kinder platziert sein.

So genannte FI-Schalter (Fehlerstrom-Schutzschalter) verhindern Stromschläge durch elektrische Geräte. Diese sind besonders im Bad wichtig, falls Elektrogeräte wie Haartrockner oder elektrisches Spielzeug mit Wasser in Berührung kommen.

Denken Sie immer daran: Der Entdeckungsdrang der kleinen Forscher ist gross, das kann - und soll - man nicht immer nur behindern. Und gerade Steckdosen sind ungeheuer spannend!

Kommt es trotz aller Vorsicht und Obhut zu einem Elektrounfall ist es wichtig, sofort zu handeln:

  • Unterbrechen Sie den Stromkreis, in dem Sie den Stecker ziehen oder die Hauptsicherung herausnehmen.
  • Gelingt dies nicht unmittelbar, versuchen Sie das Kind mit einem nichtleitenden Gegenstand aus Holz, Gummi, Glas oder z.B. mit einem Ledergürtel an den Beinen von der Stromquelle wegziehen.
  • Möglich ist es auch, mit einem Besenstiel oder einem Stuhlbein ein Kabel wegzuschlagen. Ist die Umgebung feucht (z.B. im Badezimmer), ist es wichtig, dass der Helfende keine Gegenstände berührt und isoliert steht, so beispielsweise auf einem Buch.
  • Je länger die Stromspannung einwirkt, desto grösser wird die Verletzung sein.

Mögliche Folgen bei geringeren Stromstärken können u. a. sein: Angstzustände, Atemnot, Krampfgefühle in der Brust, Schwitzen, Unruhe. Glücklicherweise bilden sich diese Symptome wieder zurück.

Mögliche Folgen bei stärkeren Stromstössen: Verbrennungen an den Ein- bzw. Austrittsstellen, so genannte Strommarken. Strommarken sehen häufig "nur" wie kleine Brandwunden aus, können im Innern des Körpers jedoch schwere Schädigungen hervorrufen. Ist das Herz betroffen, können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen - auch noch Stunden nach dem Elektrounfall - oder im schlimmsten Fall Kammerflimmern auftreten. Da nach einem Stromunfall innere Verbrennungen, die man gar nicht erkennen kann, möglich sind, muss immer ein Notarzt gerufen werden. Suchen Sie auch bei kleineren Verletzungen den Arzt auf und lassen Sie Ihr Kind gründlich untersuchen. Besonders das Herz, die Nieren und das Nervensystem sind gefährdet.

Letzte Aktualisierung : 02-11-17, BH

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