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Pilleneinnahme im Langzyklus

Zunehmend mehr Frauen nehmen die Pille im Langzyklus jeden Tag über mehrere Monate. Ohne die Hormonpause in der vierten Woche der Einnahme kommt es nicht zu einem Abfall des Hormonspiegels und dadurch auch nicht zu einer Blutung

Welche Präparate sich für den Langzyklus eignen

Im Prinzip eignet sich jedes Einphasenpräparat zur ununterbrochenen Anwendung, auch wenn dies offiziell noch nicht verbreitet wurde. Wichtig ist, dass jede Tablette die gleiche Wirkstoffkombination enthält, was bei Einphasenpräparaten der Fall ist. Auch ein Vaginalring (Nuva-Ring®), der konstant Östrogene und Gestagene abgibt, eignet sich für den langen Zyklus. Der Ring wird nach drei Wochen sofort wieder ersetzt und nicht erst nach sieben Tagen Pause. 

Normalerweise erstrecken sich Langzyklen über 9 oder 12 Wochen, indem 3 oder 4 Blister eines kombinierten, monophasischen Kontrazeptivums nacheinander eingenommen werden, gefolgt von einer einnahmefreien Pause von 7 Tagen (Schema 63/7 oder 84/7). Auch eine kontinuierliche Einnahme der Pille für ein ganzes Jahr ist möglich.

Dreimonatspille

In der Schweiz ist auch eine Dreimonatspille (Seasonique®) erhältlich, welche speziell für einen Langzyklus von 91 Tagen konzipiert wurde. Über 84 Tage wird kontinuierlich eine Kombination von Östrogen und Gestagen eingenommen. Im Gegensatz zu dem traditionellen Einnahmeschema folgt auf die Kombination aber kein hormonfreies Intervall, sondern 7 Tage, in denen ein Östrogen in einer niedrigen Dosis gegeben wird. Dadurch werden die typischen Regelbeschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen abgeschwächt. In dieser Zeit tritt die sogenannte Entzugsblutung ein. Somit kommt es bei der Einnahme der Dreimonatspille nur vier Mal im Jahr zu einer geplanten Blutung. In der Anfangsphase der Einnahme kann es jedoch vermehrt zu Zwischenblutungen kommen.

Mit der neuen Packung Seasonique® wird ohne Unterbruch am Tag nach der Einnahme der letzten Tablette der vorherigen Packung begonnen.

Warum man sich für den Langzyklus entscheiden könnte

Inzwischen entscheiden sich immer mehr Frauen und Mädchen für diese Form der Einnahme. Ein Grund dafür ist, dass viele Frauen in der Einnahmepause die Menstruation als störend empfinden oder Beschwerden (Dysmenorrhoe, PMS, Migräne, Anämie) haben und einfach seltener eine Blutung haben möchten.

Aus medizinischer Sicht ist die Monatsblutung unnötig. In manchen Fällen ist es sogar günstig, wenn Frauen seltener eine Blutung haben, vor allem für den Eisenspiegel. Auch das Risiko für Komplikationen, wie zum Beispiel Thrombosen, soll dadurch deutlich verringert werden.

Newsticker

Nur einmal im Monat | 24.12.2019

Aktuell müssen Frauen jeden Tag daran denken, die Antibabypille einzunehmen. Vergesslichkeit, Reisen, Schichtarbeit – etwa die Hälfte aller Frauen vergisst innerhalb von drei Monaten mindestens eine Einnahme. Diese Unzuverlässigkeit mindert die eigentlich sehr sichere Verhütungsmethode. Das könnte sich aber in Zukunft ändern! Ein Team von US-Forschern hat jetzt eine Tablette entwickelt, die wochenlang im Magen verbleibt und den Wirkstoff langsam freisetzt. Die neuartige Pille besteht aus einem elastischen Kern, an dem sechs Ärmchen mit dem empfängnisverhütenden Mittel hängen, die sich im Magen entfalten und dort hängenbleiben. Die Konzentration des Mittels bleibt bei der Hightech-Pille bis zu 29 Tage lang gleich hoch. Bei Schweinen, die einen ähnlichen Magen wie wir besitzen, funktioniert das einwandfrei. Jetzt tüfteln die Forscher daran, die Pille für die Anwendung am Menschen anzupassen.

Die Pille kann mehr | 24.04.2017

Hormonelle Verhütungsmittel schützen wirkungsvoll vor ungewollter Schwangerschaft - und langfristig auch vor einigen Krebsarten, wie eine seit 1968 laufende Studie zum Krebsrisiko durch Pilleneinnahme zeigen konnte. Frauen haben noch 30 Jahre nach Einnahme der Pille u.a. ein geringeres Risiko für Eierstock- und Dickdarmkrebs sowie für Tumoren an der Gebärmutterschleimhaut. Während der Einnahme der Pille war das Risiko für die Entstehung von Brust- und Gebärmutterhalskrebs leicht erhöht. Dieses Risiko sank innerhalb von fünf Jahren nach Absetzen der Pille allerdings wieder auf den Normalwert. Fazit: Pillen-Nutzerinnen müssen langfristig kein erhöhtes Krebsrisiko befürchten.

Vergiftung? | 30.08.2016

Medikamente, aber vor allem Verhütungsmittel, werden oft im Nachtschrank oder auf der Ablage neben dem Bett aufbewahrt, also in Reichweite von Kleinkindern. Nicht selten greift da ein kleiner Wunderfitz zu - gemäss Tox Info Suisse werden jährlich über hundert Fälle gemeldet. Zu einem schweren Verlauf kam es bis jetzt jedoch nie. In den meisten Fällen zeigen die Kinder keine Symptome. Gelegentlich kann es zu Übelkeit, Appetitlosigkeit und Erbrechen kommen. Also kein Grund zur Panik! Tun muss man nichts, nicht einmal wenn die Menge bis zu einem Blister (21 - 28 Tabletten) eingenommen wurde. Es sei trotzdem daran erinnert, Medikamente immer ausser Reichweite von Kindern zu lagern. Kontrazeptiva sollen auch nicht auf dem Nachttisch oder unter dem Kopfkissen deponiert werden.

Newsticker

Thrombose durch Pille? Thrombosen sind eine seltene Komplikation unter Einnahme der Anti-Baby-Pille. Nehmen 10.000 Frauen ein Jahr lang ein Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparat, kommt es statistisch bei etwa 7 bis 10 Frau zu einer Beinvenenthrombose. Nach einer neuen Studie an über 200.000 Frauen besteht dabei kein Unterschied zwischen Präparaten mit dem älteren Gestagen Levonorgestrel und dem moderneren Wirkstoff Drospirenon. Unter Drospirenon und anderen modernen Gestagenen treten aber Nebenwirkungen wie Zwischenblutungen, Kopfschmerzen, Depression, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, stärkere Körperbehaarung seltener auf. (swissmom Newsticker, 17.11.14)

Antibabypille schützt vor Krebs: Die „Pille“ bzw. die darin enthaltenen Östrogene erhöhen das Risiko für Thrombosen, Schlaganfall und Herzinfarkt, Zervixkarzinom und Brustkrebs. Die Anti-Baby-Pille kann aber auch starke und schmerzhafte Monats- oder Myomblutungen lindern und wird bei Akne oder dem prämenstruellen Syndrom verschrieben. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist ein gewisser Schutz vor Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom), wie jetzt eine grosse Studie der Universität Oxford zeigte. Pro Einnahmedauer von 5 Jahren sinkt das relative Risiko um 24 %. Frauen, die über zehn Jahre mit oralen Kontrazeptiva verhüten, senken ihr Risiko, bis zum 75. Lebensjahr an einem Endometriumkarzinom zu erkranken, von 2,3 auf 1,3 %. (swissmom Newsticker, 7.9.15)

Pölsterli durch die Pille? Heutzutage ist diese Ausrede nicht mehr gültig. Wissenschaftler der renommierten COCHRANE Library werteten 49 Studien zu möglichen Nebenwirkungen von Anti-Baby-Pille und Hormonpflaster aus. Das Ergebnis: Tatsächlich kann sich während der ersten Wochen Flüssigkeit im Gewebe ansammeln und für Extra-Pfunde sorgen. Diese Nebenwirkung klingt aber nach ca. drei Monaten wieder ab. Für echte Pölsterli ist die Pille jedenfalls nicht mehr verantwortlich. Die hormonelle Empfängnisverhütung in den 60er Jahren bestand noch grösstenteils aus Östrogen, was neben Wassereinlagerung den Appetit steigert. Heute haben die Pillen andere Wirkstoffe und sehr viel niedrigere Hormonmengen. (swissmom Newsticker, 19.3.16)

Letzte Aktualisierung : 18-01-21, BH

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