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Vä­ter spie­len an­ders

Rau­fen, to­ben, bal­gen: Die­se kör­per­ori­en­tier­te Spie­len liegt Vä­tern eher als Müt­tern.

Mädchen spielt mit Vater
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GettyImages

Mut­ter und Va­ter för­dern mit ih­ren Spiel­sti­len un­ter­schied­li­che As­pek­te der kind­li­chen Ent­wick­lung und ma­chen das Kin­der­le­ben in­ter­es­sant. Papa über­nimmt die kör­per­be­ton­te, her­aus­for­dern­de Po­si­ti­on und Mama die be­schüt­zen­de, be­hü­ten­de.

Wie spie­len Müt­ter und wie Vä­ter?


Da­durch, dass in vie­len Fa­mi­li­en die Mut­ter die­je­ni­ge ist, die mehr Zeit zu Hau­se mit den Kin­dern ver­bringt, ver­mit­telt sie dem Kind Ge­bor­gen­heit und Si­cher­heit und über­nimmt im All­tag eher das Emo­tio­na­le, das Um­sor­gen und Trös­ten. Müt­ter spre­chen in­ten­si­ver mit den Kin­dern und grei­fen mehr auf kon­ven­tio­nel­le Spiel­va­ri­an­ten wie Sin­gen, Vor­le­sen, Ma­len oder Bas­teln zu­rück. Sie spie­len ru­hi­ge­re und be­sänf­ti­gen­de Spie­le und för­dern da­mit die kom­mu­ni­ka­ti­ven Fä­hig­kei­ten, die Krea­ti­vi­tät und Ge­duld.

In der Va­ter-Kind-Be­zie­hung nimmt das ak­ti­ve Spiel den gröss­ten Raum ein: Aus­pro­bie­ren, ent­de­cken, mes­sen und er­pro­ben der ei­ge­nen Fä­hig­kei­ten und Kräf­ten oder das Ent­wi­ckeln von Stra­te­gi­en und Tak­ti­ken.

Vol­ler Kör­per­ein­satz beim Spie­len


Vä­ter spie­len mit ih­ren Kin­dern also ganz an­ders als Müt­ter. Beim Spie­len mit Papa kann es rich­tig hoch her­ge­hen und das be­ginnt be­reits im Ba­by­al­ter: Pa­pas ma­chen Späs­se, schnei­den Gri­mas­sen, for­dern ihr Kind zu Ak­tio­nen und Re­ak­tio­nen auf. 

Fa­mi­li­en­for­scher ha­ben fest­ge­stellt, dass Vä­ter be­we­gungs­in­ten­si­ve Spie­le wäh­len – oder spon­tan neue er­fin­den – bei de­nen sie häu­fi­ger ih­ren Kör­per ein­set­zen. Vä­ter lie­ben aben­teu­er­li­che und her­aus­for­dern­de Spie­le, kön­nen dar­in ganz auf­ge­hen und sich voll hin­ge­ben. Meist sind ihre Spie­le dy­na­mi­scher, schnel­ler und wil­der als die der Müt­ter. Das Kind wird kör­per­lich ge­for­dert, ge­rät auch ein­mal aus­ser Atem und lernt beim Her­um­bal­gen die ei­ge­nen Kräf­te ken­nen.

Vä­ter ani­mie­ren ihre Kin­der aus­ser­dem häu­fi­ger dazu, Neu­es zu pro­bie­ren und trau­en ih­nen oft mehr zu als ihre Müt­ter. In­dem Vä­ter ihre Kin­der er­mu­ti­gen, auch ein­mal über den ei­ge­nen Schat­ten zu sprin­gen, för­dern sie ih­ren Mut, das Selbst­ver­trau­en und die Un­ab­hän­gig­keit

Die­se Her­aus­for­de­run­gen im Spiel sind wich­tig für die kind­li­che Ent­wick­lung. Auf die­se Wei­se ler­nen Kin­der, in un­vor­her­ge­se­he­nen Si­tua­tio­nen zu­recht­zu­kom­men und selbst­stän­dig Lö­sun­gen zu fin­den. Und ganz ab­ge­se­hen da­von macht es na­tür­lich Spass, mit Papa zu spie­len und das Kind er­fährt, dass Papa ei­nen auf­fängt – auch im über­tra­ge­nen Sinn. 

Papa als Vor­bild, aber auch Re­spekts­per­son


Über die Stär­kung der Bin­dung hin­aus dient das Spiel auch dazu, dass Kin­der ers­te Er­fah­run­gen mit Rol­len­vor­bil­dern ma­chen. So lernt die Toch­ter vom ers­ten Mann in ih­rem Le­ben, dem Papa, was sie spä­ter von Män­nern er­war­ten kann und für den Sohn ist der Va­ter das männ­li­che Vor­bild. Kin­der su­chen näm­lich im­mer die An­er­ken­nung und den Re­spekt der El­tern und in­dem der Va­ter ak­tiv an der Er­zie­hung be­tei­ligt ist, för­dert und ver­tieft er die Be­zie­hung. Dazu ge­hört aber auch, dass er ne­ben Spiel­ka­me­rad, Pro­blem­lö­ser und Rat­ge­ber auch Re­spekts- und Au­to­ri­täts­per­son ist. Letz­te­res be­inhal­tet das Aus­spre­chen von Ver­bo­ten und das Fest­le­gen von Re­geln; da­bei sind Vä­ter oft stren­ger als Müt­ter.

Es geht auch ohne Papa


Aber auch wenn ein Kind ohne Va­ter auf­wächst, weil zum Bei­spiel die Mut­ter al­lein­er­zie­hend oder der Va­ter be­rufs­be­dingt we­nig zu Hau­se ist, muss es kein De­fi­zit da­von­tra­gen.

Zum ei­nen ho­len sich Kin­der das, was sie brau­chen und zum an­de­ren kann na­tür­lich auch die Mut­ter ihr Kind kör­per­lich her­aus­for­dern und im Spiel die­je­ni­ge Be­rei­che ab­de­cken, die klas­si­scher­wei­se dem Va­ter zu­ge­schrie­ben wer­den. Um­ge­kehrt kön­nen auch Vä­ter die be­hü­ten­de, pfle­gen­de und trös­ten­de Sei­te über­neh­men, wenn die Mama nicht zur Ver­fü­gung steht.

Und viel­leicht gibt es im Be­kann­ten­kreis eine männ­li­che Per­son, die eine gute Be­zie­hung zum Kind pflegt und auf die Art und Wei­se mit dem Kind spielt, wie es für ei­nen Mann ty­pisch ist.

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Letzte Aktualisierung: 22.08.2022, BH

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