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Kind wird geimpft
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Imp­fung ge­gen wil­de Blat­tern?


Wind­po­cken über­tra­gen sich sehr ef­fek­tiv: Über 90 % der nicht im­mu­nen Per­so­nen er­kran­ken, wenn sie mit dem Va­ri­zel­len­vi­rus in Kon­takt kom­men. An­schlies­send ist man ein Le­ben lang im­mun ge­gen den Er­re­ger. Schät­zungs­wei­se 95 % al­ler Er­wach­se­nen ha­ben An­ti­kör­per ge­gen Va­ri­cel­la zos­ter ge­bil­det.

Glück­li­cher­wei­se ver­lau­fen die wil­den oder spit­zen Blat­tern in den meis­ten Fäl­len un­kom­pli­ziert und hei­len nar­ben­frei ab. Trotz­dem gibt es gute Grün­de, Kin­der ab 12 Mo­na­ten bis 12 Jah­ren mit den emp­foh­le­nen zwei Imp­fun­gen ge­gen Wind­po­cken zu schüt­zen, z.B. mit der Drei­fachimp­fung ge­gen Ma­sern-Mumps-Rö­teln kom­bi­niert:

  • Fa­mi­li­en mit Wind­po­cken-Kin­dern sind über Wo­chen hin­weg sehr be­las­tet - die Klei­nen dür­fen nicht in Schu­le oder Kin­der­gar­ten, ein El­tern­teil muss zu Hau­se blei­ben, die Kin­der lei­den un­ter star­kem Juck­reiz.

  • Schwe­re bis le­bens­be­droh­li­che Ver­läu­fe der Wind­po­cken kom­men vor, sind aber sehr sel­ten. Kom­pli­ka­tio­nen der Wind­po­cken rei­chen von der Ent­zün­dung der Bläs­chen bis hin zu Ge­hirn- und Lun­gen­ent­zün­dun­gen. Sie be­tref­fen vor al­lem Neu­ge­bo­re­ne und Men­schen mit ge­schwäch­ter Im­mun­ab­wehr (zum Bei­spiel durch Aids oder eine Che­mo­the­ra­pie). Weil Un­ge­impf­te eine ein­deu­ti­ge Ge­fah­ren­quel­le für die­se Men­schen dar­stel­len, ist eine Imp­fung auch ein Zei­chen der Rück­sicht­nah­me auf die Schwa­chen in un­se­rer Ge­sell­schaft.

  • Schwan­ge­re und ihre un­ge­bo­re­nen Kin­der sind eben­falls ge­fähr­det: Vor al­lem zwi­schen der 6. und 21. Schwan­ger­schafts­wo­che kann eine In­fek­ti­on zu Fehl­bil­dun­gen beim Kind füh­ren. Die Schwan­ge­re selbst kann durch die In­fek­ti­on eine Lun­gen­ent­zün­dung be­kom­men und schlimms­ten­falls eine Wind­po­cken-Hirn­in­fek­ti­on. Sie macht sich durch Kopf­schmer­zen und Be­nom­men­heit be­merk­bar. Schwan­ge­re, die nicht ge­gen Wind­po­cken im­mun sind, soll­ten des­halb Wind­po­cken-Kran­ke mei­den. Kommt es  den­noch zu Kon­takt mit Wind­po­cken-Pa­ti­en­ten oder so­gar ei­ner An­ste­ckung, wird zehn Tage lang so­wohl ge­gen die Wind­po­cken­vi­ren als auch ge­gen mög­li­che bak­te­ri­el­le In­fek­tio­nen be­han­delt (Post-Ex­po­si­ti­ons-Pro­phy­la­xe, PEP).

Letzte Aktualisierung: 16.02.2021, BH
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