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                              Nes­sel­fie­ber oder Nes­sel­sucht

                              Was steckt hin­ter die­sem ju­cken­den Haut­aus­schlag und wie wird Ihr Kind den Juck­reiz wie­der los?

                              Ausschlag am Bauch
                              ©
                              GettyImages

                              Plötz­lich ist da die­ser Juck­reiz prak­tisch am gan­zen Kör­per, vor al­lem aber im Ge­sicht, auf den Au­gen­li­dern, am Rumpf und an den Ar­men und Bei­nen. Auf der Haut bil­den sich hell­ro­te, fla­che Quad­deln, d.h. ei­ni­ge Mil­li­me­ter bis ei­ni­ge Zen­ti­me­ter gros­se Haut­schwel­lun­gen der obe­ren Haut­schicht, die in der Mit­te et­was blas­ser er­schei­nen und an die Haut­ver­än­de­rung nach Kon­takt mit ei­ner Brenn­nes­sel er­in­nern. In ei­ni­gen Fäl­len wan­dert der Aus­schlag über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum über ver­schie­de­ne Kör­per­stel­len: Die ein­zel­ne Quad­del be­steht kaum län­ger als ei­ni­ge Stun­den, da­für tre­ten an an­de­rer Stel­le fri­sche Quad­deln auf. Wo­her hat Ihr Kind das und ist das viel­leicht an­ste­ckend? Was kann man ge­gen den Juck­reiz tun?

                              Was pas­siert bei ei­ner Nes­sel­sucht (Ur­ti­ca­ria) im Kör­per?


                              Im­mun­zel­len (Mast­zel­len) pro­du­zie­ren ent­zün­dungs­för­dern­de Bo­ten­stof­fe, v.a. Hist­amin. Da­durch wer­den Im­mun­zel­len in der Haut sti­mu­liert und es bil­det sich dort eine ört­lich be­grenz­te oder sich gross­flä­chig aus­brei­ten­de Ent­zün­dung in Form von Juck­reiz, Rö­tung und Quad­deln. Eine all­er­gi­sche Re­ak­ti­on, etwa auf Pol­len oder Nah­rungs­mit­tel, kann die Mast­zel­len ak­ti­vie­ren, aber auch vie­le an­de­re Fak­to­ren.

                              Nes­sel­sucht ist nicht an­ste­ckend. Nur wenn sie be­glei­tend oder nach ei­ner an­ste­cken­den In­fek­ti­on auf­taucht, müs­sen die Kin­der iso­liert wer­den.

                              Die Aus­lö­ser für das Nes­sel­fie­ber


                              Nes­sel­sucht tritt bei Kin­dern recht häu­fig auf, aber sel­te­ner als bei Er­wach­se­nen. Durch die Quad­deln, Rö­tun­gen und vor al­lem den quä­len­den Juck­reiz, der durch Krat­zen noch ver­stärkt wird, ist das Wohl­be­fin­den der Kin­der stark be­ein­träch­tigt. Sie ist zwar nicht an­ste­ckend, aber schwie­rig zu be­han­deln, denn im Ein­zel­fall ist die Ur­sa­che für den ju­cken­den Haut­aus­schlag nicht im­mer leicht her­aus­zu­fin­den. Grund­sätz­lich un­ter­schei­det man zwi­schen all­er­gi­schen und - häu­fi­ger -  nicht­all­er­gi­schen Aus­lö­sern.

                              All­er­gi­sche Aus­lö­ser: Kann sich bei schon sen­si­bi­li­sier­ten Per­so­nen ent­wi­ckeln als Kon­taktall­er­gie (z.B. Pflan­zen, Me­tal­le), Nah­rungs­mit­tel­all­er­gie (v.a. Erd­bee­ren, Fisch, Milch­pro­duk­te, Ei), Me­di­ka­men­ten­all­er­gie (z.B. Pe­ni­cil­lin), All­er­gie auf In­sek­ten­sti­che (v.a. Bie­nen, Wes­pen)

                              Nicht­all­er­gi­sche oder pseu­do­all­er­gi­sche Aus­lö­ser: Am häu­figs­ten sind bei Kin­dern In­fek­te (z.B. mit Strep­to­kok­ken wie grip­pa­le In­fek­te, Mit­tel­ohr­ent­zün­dun­gen oder Ra­chen­ent­zün­dun­gen), Käl­te- oder Wär­me­reiz, Licht oder Druck, kal­tes Was­ser, heis­ses Bad, schar­fes Es­sen, me­cha­ni­sche Rei­zung (z.B. zu enge oder krat­zi­ge Klei­dung), Zu­satz­stof­fe in Le­bens­mit­teln (Kon­ser­vie­rungs­stof­fe, Farb­stof­fe), Arz­nei­mit­tel (An­ti­bio­ti­ka, Ace­tyl­sa­li­cyl­säu­re), Kon­takt mit Bren­nes­seln, Pa­ra­si­ten­be­fall (Wür­mer).

                              Um die Ur­sa­che her­aus­zu­fin­den, müs­sen die El­tern mög­lichst ge­nau wis­sen, wel­che Um­stän­de die Nes­sel­sucht aus­ge­löst ha­ben. Das ist in den meis­ten Fäl­len aber gar nicht nach­voll­zieh­bar. Erst wenn der ju­cken­de Aus­schlag häu­fi­ger auf­tritt, bil­det sich ein Ver­dacht her­aus. Eine ärzt­li­che Ab­klä­rung ist sinn­voll, wenn die Nes­sel­sucht häu­fi­ger und län­ger an­dau­ernd auf­tritt. All­er­gie­tests hel­fen nur wei­ter bei ech­ten All­er­gi­en.

                              Na­tür­lich soll­ten in Zu­kunft die be­kann­ten Ver­ur­sa­cher der Ur­tika­ria ge­mie­den wer­den.

                              Was kann man ge­gen den Juck­reiz tun?


                              In den meis­ten Fäl­len klingt das Nes­sel­fie­ber in­ner­halb von ein bis zwei Ta­gen ab. Chro­ni­sche Er­kran­kungs­for­men spie­len erst im spä­te­ren Kin­des­al­ter zu­neh­mend eine Rol­le. Kin­der mit at­o­pi­scher Der­ma­ti­tis (Neu­ro­der­mi­tis) lei­den üb­ri­gens häu­fi­ger an ei­ner chro­ni­schen Nes­sel­sucht als an­de­re Kin­der.

                              So­fern Käl­te als Ur­sa­che aus­zu­schlies­sen ist und der Juck­reiz eher lo­kal auf­tritt, hel­fen küh­len­de, feuch­te Um­schlä­ge oder ein Cold­pack. Lau­war­me Bä­der kön­nen eben­falls den Juck­reiz lin­dern. Haut­rei­zun­gen durch Krat­zen, Rei­bung und Druck sind zu ver­mei­den. Zu­sätz­li­che sanf­te Pfle­ge mit ei­ner feuch­tig­keits­spen­den­den Lo­tion oder Creme tut gut.

                              Als Me­di­ka­ment kommt ein An­ti­hist­ami­ni­kum (z.B. Ce­ti­ri­zin), Adrener­gi­kum oder Kor­ti­son in Fra­ge, zu­nächst lo­kal als Gel oder Creme oder Schüt­tel­mix­tur mit Men­thol und Po­li­do­ca­nol, evtl. auch sys­te­misch als Ta­blet­ten oder Trop­fen.

                              Wann wird es ge­fähr­lich?


                              So­lan­ge das Krank­heits­bild sich auf die Haut be­schränkt, ist das Nes­sel­fie­ber un­ge­fähr­lich. Be­kommt das Kind Atem­be­schwer­den, Kurz­at­mig­keit oder so­gar Atem­not, Hus­ten und Schwel­lun­gen im Ge­sicht und Hals, ist eine ärzt­li­che Be­hand­lung (Not­arzt) not­wen­dig. Dann droht ein all­er­gi­scher (ana­phy­lak­ti­scher) Schock bzw. ein Quincke-Ödem. Dies ist glück­li­cher­wei­se sehr sel­ten.

                              Letzte Aktualisierung: 17.10.2022, BH
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