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                              Kind planscht in den Wellen

                              Pau­ken­röhr­chen


                              Bei Kin­dern mit wie­der­keh­ren­den Ohr­in­fek­tio­nen kommt es häu­fig zu ei­nem Pau­ken­er­guss, d.h. Flüs­sig­keits­an­samm­lun­gen im Mit­tel­ohr. Um den Ab­fluss des Se­krets nach aus­sen zu er­mög­li­chen, wird das Trom­mel­fell un­ter mi­kro­sko­pi­scher Kon­trol­le ein­ge­schnit­ten (My­rin­go­to­mie, Pa­ra­zen­te­se oder Trom­mel­fell­schnitt) und ein win­zig klei­nes Ti­tan-Be­lüf­tungs­röhr­chen ein­ge­legt, um das Trom­mel­fell of­fen zu hal­ten. Das ist er­for­der­lich, da­mit die krank­haf­te Flüs­sig­keits­an­samm­lung hin­ter dem Trom­mel­fell ab­lau­fen und das Trom­mel­fell wie­der frei schwin­gen kann. So kann die Mit­tel­ohr­be­lüf­tung ver­bes­sert bzw. der Hör­ver­lust be­ho­ben wer­den.

                              Der am­bu­lan­te Ein­griff dau­ert 10-30 Mi­nu­ten und er­folgt bei Kin­dern meist in All­ge­mein­nar­ko­se. Sehr sel­ten kann das Röhr­chen in­ner­halb von we­ni­gen Wo­chen in den Ge­hör­gang ab­ge­stos­sen wer­den. In solch ei­nem Fall müss­te der Ein­griff wie­der­holt und ein an­de­res Pau­ken­röhr­chen ein­ge­setzt wer­den.

                              So­lan­ge das Röhr­chen im Trom­mel­fell liegt, ist das Kind bei Atem­wegs­in­fek­ten vor Pau­ken­er­guss und Mit­tel­ohr­ent­zün­dung ge­schützt. In der Re­gel fal­len sie nach 3-12 Mo­na­ten her­aus. Das Trom­mel­fell ver­schliesst sich da­bei von selbst. Ge­schieht kei­ne spon­ta­ne Ab­stos­sung, so wird das Pau­ken­röhr­chen al­len­falls ent­fernt.

                              Al­ler­dings wird bei dem Ein­griff der ab­ge­schlos­se­ne und ste­ri­le Raum der Pau­ken­höh­le ge­öff­net. Es be­steht dann eine of­fe­ne Ver­bin­dung zwi­schen Ge­hör­gang und Mit­tel­ohr. Nun kön­nen über den äus­se­ren Ge­hör­gang Kei­me in die Pau­ken­höh­le ge­lan­gen und auf die­sem Wege im Mit­tel­ohr zu ei­ner lo­ka­len Ent­zün­dungs­re­ak­ti­on füh­ren mit Oh­ren­schmer­zen oder Her­aus­flies­sen von Se­kret aus dem Ge­hör­gang. Tre­ten sol­che Sym­pto­me auf, soll­ten Sie mit Ih­rem Kind den Arzt kon­sul­tie­ren. Dann müs­sen bald­mög­lichst an­ti­bio­ti­sche Oh­ren­trop­fen ver­ab­reicht wer­den.

                              Darf ein Kind mit Pau­ken­röhr­chen ba­den, schwim­men oder tau­chen?


                              Die meis­ten HNO-Ärz­te sind des­halb der Mei­nung, dass die Oh­ren des Kin­des tro­cken ge­hal­ten wer­den soll­ten, so­lan­ge das Pau­ken­röhr­chen im Trom­mel­fell liegt. Da­bei ist gar nicht das Was­ser selbst das Pro­blem: Das Pau­ken­röhr­chen ist viel zu klein, um Flüs­sig­keit durch die win­zi­ge Öff­nung in die Pau­ken­höh­le zu las­sen. Aber Kei­me kön­nen sich am äus­se­ren Ge­hör­gang ver­meh­ren, in das Mit­tel­ohr ein­drin­gen und dort eine Ent­zün­dung ver­ur­sa­chen.

                              Prak­tisch heisst das den­noch, dass der äus­se­re Ge­hör­gang beim Ba­den oder Du­schen vor ein­tre­ten­dem Was­ser ge­schützt wer­den muss. Dies ge­schieht ent­we­der durch spe­zi­ell an­ge­pass­te, was­ser­ab­wei­sen­de Si­li­kon­stöp­sel (aus der Apo­the­ke, vom Hör­ge­rä­te­akus­ti­ker oder aus dem Sport­ge­schäft) oder z.B. Oro­pax. In Apo­the­ken ist auch vor­ge­fet­te­te Spe­zi­al­wat­te er­hält­lich. Beim Ba­den im Schwimm­bad ist zu­sätz­lich eine fest ab­schlies­sen­de Ba­de­müt­ze oder ein Ba­de­stirn­band, wel­ches die Oh­ren be­deckt, sinn­voll. Ist der Ge­hör­gang trotz al­ler Vor­sichts­mass­nah­men feucht ge­wor­den, kann er kurz tro­cken ge­föhnt wer­den.

                              Das Ba­den, Schwim­men, Plan­schen und Sprit­zen ist un­ter Be­ach­tung der oben ge­nann­ten Vor­sichts­mass­nah­men un­be­denk­lich. ABER: Auf das Tau­chen, auch auf das Un­ter­tau­chen des Kop­fes, ist bes­ser zu ver­zich­ten, denn schon in 10 cm Was­ser­tie­fe herrscht ein ganz er­heb­li­cher Druck, der das Was­ser und vor al­lem die Kei­me durch das Röhr­chen drü­cken kann. So ist auch das Sprin­gen ins Was­ser zu ver­mei­den.

                              Bei Flug­rei­sen sind Pau­ken­röhr­chen völ­lig un­pro­ble­ma­tisch, so­gar sehr hilf­reich. Durch das Röhr­chen ist für eine kon­ti­nu­ier­li­che Mit­tel­ohr­be­lüf­tung ge­sorgt, so­dass kein zu­sätz­li­cher Luft­druck­aus­gleich not­wen­dig ist.

                              Wis­sen­schaft­li­che Un­ter­su­chung: Pau­ken­röhr­chen nach Mit­tel­ohr­ent­zün­dung häu­fig un­nö­tig


                              Zwi­schen 1991 und 1995 wur­de an meh­re­ren US-Zen­tren eine Stu­die durch­ge­führt, an der 429 Kin­der mit chro­ni­schem Pau­ken­er­guss teil­nah­men. Ent­we­der wur­de so­fort ein Pau­ken­röhr­chen ge­legt oder es wur­de bis zu neun Mo­na­te ab­ge­war­tet. Die Au­toren fan­den kei­nen Hin­weis, dass die ab­war­ten­de Stra­te­gie zu Ent­wick­lungs­stö­run­gen ge­führt hät­te (Quel­le: NEJM 2001; 344: 1179-87). Die Stu­die zeig­te um­ge­hend eine Wir­kung in der Pra­xis der Kin­der- und HNO-Ärz­te: Die Leit­li­nie der US-Fach­ge­sell­schaf­ten wur­de da­hin­ge­hend re­vi­diert, dass an­der­wei­tig ge­sun­de Kin­der mit an­dau­ern­dem Er­guss alle drei bis sechs Mo­na­te be­ob­ach­tet wer­den soll­ten. Ein Pau­ken­röhr­chen soll­te erst dann ge­legt wer­den, wenn es zu ei­nem si­gni­fi­kan­ten Hör­ver­lust oder zu an­de­ren Zei­chen ei­ner Schä­di­gung im Mit­tel­ohr ge­kom­men ist - und nicht mehr vor­sorg­lich (Pe­diatrics 2004; 113; 1412-1429). Bei be­hin­der­ten Kin­dern (wenn etwa be­reits eine sen­so­ri­sche Hör­stö­rung be­steht) kann eine ope­ra­ti­ve Vor­ge­hens­wei­se ra­scher er­for­der­lich sein (Quel­le: J.L. Pa­ra­di­se et al.: New Eng­land Jour­nal of Me­di­ci­ne 2005; 353, S. 576-586).

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