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                              Rachenuntersuchung bei einem Mädchen
                              ©
                              GettyImages

                              Feuch­te Luft nützt bei Pseu­do­krupp nicht viel

                              Aus der For­schung


                              El­tern von Kin­dern mit steno­sie­ren­der La­ryn­go­tra­chei­tis („Pseu­do-Krupp“) wur­de bis­her im­mer ge­ra­ten, die Luft­feuch­tig­keit im Zim­mer hoch zu hal­ten. Eine ran­do­mi­sier­te, kon­trol­lier­te Stu­die in Ka­na­da zeig­te, dass da­durch kei­ner­lei Wir­kung er­zielt wur­de.

                              Vi­rus­in­fek­tio­nen im Kehl­kopf kön­nen bei Klein­kin­dern we­gen der en­gen ana­to­mi­schen Ver­hält­nis­se in der Luft­röh­re schnell ei­nen bel­len­den Hus­ten mit Atem­not aus­lö­sen. Schät­zungs­wei­se 5 % al­ler Kin­der un­ter 6 Jah­ren er­lei­den sol­che Pseu­do­krupp-An­fäl­le, ein Pro­zent der Kin­der muss so­gar im Spi­tal be­han­delt wer­den. Eine sehr ver­brei­te­te Erst­mass­nah­me be­steht dar­in, im Ba­de­zim­mer den Was­ser­hahn der Du­sche auf­zu­dre­hen, die Tü­ren und Fens­ter zu schlies­sen und die Kin­der dann der stei­gen­den Luft­feuch­tig­keit aus­zu­set­zen. Der Was­ser­dampf soll die Schleim­häu­te in den Atem­we­gen ab­schwel­len las­sen, da­mit die Kin­der so wie­der „ge­nü­gend Luft be­kom­men“. Auch die deut­sche Ge­sell­schaft für Päd­ia­tri­sche Pneu­mo­lo­gie rät in ih­ren Leit­li­ni­en zur „Zu­fuhr von feucht-küh­ler Luft“. Zu die­sem Zweck wer­den auch spe­zi­el­le Atem­mas­ken, Luft­be­feuch­ter oder „Zel­te“ an­ge­bo­ten, de­ren Ef­fek­ti­vi­tät aber noch nicht in kli­ni­schen Stu­di­en ge­prüft wur­den, wie Den­nis Scol­nik und Mit­ar­bei­ter vom Hos­pi­tal for Sick Child­ren der Uni­ver­si­tät To­ron­to kri­ti­siert.

                              An der Ver­gleichs­stu­die nah­men 140 Kin­der im Al­ter von 3 Mo­na­ten bis 10 Jah­ren mit mit­tel­schwe­rem bis schwe­rem Pseu­do­krupp teil, die von den El­tern mit Krupp­sym­pto­men in die Not­fall­ab­tei­lung der Kli­nik ge­bracht wor­den wa­ren. Ei­nem Drit­tel der Kin­der wur­de über ei­nen Ver­neb­ler für 30 Mi­nu­ten Luft zu­ge­führt, de­ren Feuch­tig­keit aber seit­lich ent­wich und nicht in die Atem­we­ge ge­lang­te. Ein wei­te­res Drit­tel at­me­te Luft mit 40 % Feuch­tig­keit ein. Bei den an­de­ren war die Luft zu 100 % Feuch­tig­keit-ge­sät­tigt.

                              Eine Ver­bes­se­rung der Be­schwer­den blieb je­doch aus. We­der am Ende der In­ha­la­ti­on nach 30 Mi­nu­ten noch nach 60 Mi­nu­ten gab es Un­ter­schie­de in Puls­ra­te, Atem­fre­quenz oder Sauer­stoff­sät­ti­gung. Auch die An­sprech­ra­te war in al­len Grup­pen gleich, wie auch der An­teil der Kin­der, die me­di­ka­men­tös be­han­delt wer­den muss­ten. Die ka­na­di­schen Päd­ia­ter ra­ten des­halb den El­tern von der „Ba­de­zim­mer-Me­tho­de“ ab, zu­mal die­se nicht ohne Ri­si­ken ist, vor al­lem wenn sie zur bes­se­ren Damp­f­ent­wick­lung mit heis­sem Was­ser durch­ge­führt wird. Wenn die El­tern in der all­ge­mei­nen Auf­re­gung nicht auf­pas­sen, kön­nen sich die Kin­der Ver­bren­nun­gen zu­zie­hen. Auch Elek­tro­lyt­stö­run­gen sei­en mög­lich.

                              Quel­le: D. Scol­nik et al.: JAMA 2006; 295: 1274-1280

                              Letzte Aktualisierung: 20.03.2006, swissmom-Redaktion
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