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Ärztin mit einem Miniklistier in der Hand
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Ein­lauf und Ra­sie­ren des Scham­be­reichs


Vie­le Frau­en emp­fin­den es als un­wür­dig, sich vor der Ent­bin­dung im Kran­ken­haus ei­ner Rei­he von rou­ti­ne­mäs­si­gen Un­ter­su­chun­gen und Ein­grif­fen un­ter­zie­hen zu müs­sen, ohne de­ren Sinn zu ken­nen und ohne ihr Ein­ver­ständ­nis hier­für ge­ge­ben zu ha­ben. Dazu ge­hört auch der Ein­lauf und die Ra­sur der Scham­haa­re. Nach Mei­nung der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on und vie­ler Spi­tä­ler be­steht heut­zu­ta­ge kein An­lass mehr für der­ar­ti­ge Mass­nah­men vor der Ge­burt. In den meis­ten Spi­tä­lern wird Ih­nen des­halb frei­ge­stellt, ob Sie ei­nen Ein­lauf ha­ben wol­len oder nicht. Die Scham­haa­re wer­den prak­tisch über­haupt nicht mehr ra­siert, und es tre­ten da­durch nicht we­ni­ger In­fek­tio­nen auf als frü­her.

Die meis­ten Frau­en ha­ben ganz kurz vor der Ge­burt sehr wei­chen Stuhl­gang oder so­gar Durch­fall. Die her­an­na­hen­den We­hen sor­gen so in der Re­gel für eine Darm­ent­lee­rung auch ohne Ein­lauf.

Der alt­her­ge­brach­te Ein­lauf kann al­ler­dings durch­aus Vor­tei­le ha­ben, wie vie­le Heb­am­men be­stä­ti­gen. Der Darm ist nach ei­nem Ein­lauf ent­leert und die Frau­en kön­nen sich hem­mungs­lo­ser ih­ren We­hen hin­ge­ben. In der Press­pha­se müs­sen sie nicht be­fürch­ten, dass wäh­rend ei­ner star­ken Wehe nicht nur das Kind, son­dern auch der Darm­in­halt her­aus­ge­presst wird. Ein wei­te­rer Vor­teil ist, dass der End­darm ent­leert wird und das klei­ne Be­cken mehr Platz für das kind­li­che Köpf­chen bie­tet. Aus­ser­dem ver­kramp­fen sich vie­le Frau­en, wenn beim Pres­sen Stuhl mit aus­ge­presst wird, was das Schmerz­emp­fin­den er­höht und die Aus­trei­bungs­pha­se ver­län­gert. Ein Ein­lauf för­dert zu­dem die We­hen­tä­tig­keit.

Aber die Vor­stel­lung, dass der Ein­lauf u.U. im Bei­sein des Part­ners ge­ge­ben wird, emp­fin­den vie­le Frau­en als Zu­mu­tung. Vie­le Kli­ni­ken über­rei­chen den Frau­en den Ein­lauf des­halb sehr dis­kret, da­mit sie sich die­sen selbst auf der Toi­let­te ver­ab­rei­chen kön­nen. Er be­steht aus ei­nem klei­nen Plas­tik­fläsch­chen (Mini-Klis­tier), des­sen In­halt in den End­darm ge­spritzt wird. Sie sit­zen da­bei auf der Toi­let­te und spü­ren ziem­lich schnell den Druck zur Ent­lee­rung.

Wenn eine Pfle­ge­fach­frau oder Heb­am­me den Ein­lauf durch­führt, lie­gen Sie seit­lich im Bett. Durch ein Röhr­chen wird war­mes Was­ser in den Anus ein­ge­führt. Es tut nicht weh. Nach ca. 5 Mi­nu­ten ver­spü­ren Sie Stuhl­drang und ge­hen zur Toi­let­te.

Letzte Aktualisierung: 03.03.2020, BH
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