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Die "Pil­le da­nach" (PIDA)

Die Pille danach
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Die­se Form der Emp­fäng­nis­ver­hü­tung ist kein Ver­hü­tungs­mit­tel, son­dern eine Not­fall­ver­hü­tung für Aus­nah­me­fäl­le. Sie ist ab­so­lut kei­ne Al­ter­na­ti­ve zu an­de­ren Ver­hü­tungs­mit­teln, auch weil die Wir­kung bei häu­fi­ger Ein­nah­me nach­lässt. Auf­grund der hoch­do­sier­ten Hor­mon­zu­fuhr ist sie nicht für den Dau­erge­brauch ge­eig­net.  Die "Pil­le da­nach" on­line auf Vor­rat zu be­stel­len, ist in der Schweiz il­le­gal.

So wirkt die "Pil­le da­nach"


Die "Pil­le da­nach" ent­hält als Wirk­stoff ent­we­der Le­von­or­ge­st­rel, ein syn­the­ti­sches Ges­ta­gen (z.B. Nor­Le­vo®) oder Uli­pris­tala­ce­tat (el­laO­ne®), ei­nen se­lek­ti­ven Pro­ges­te­ron-Re­zep­tor-Mo­du­la­tor. Es reicht die ein­ma­li­ge Ein­nah­me von ei­ner oder zwei Pil­len.

Die ge­naue Wir­kungs­wei­se ist nicht be­kannt und ist ab­hän­gig vom Zeit­punkt der Ein­nah­me im Zy­klus. Es wird an­ge­nom­men, dass:

  • der Ei­sprung ver­zö­gert oder ver­scho­ben wird.

  • die Rei­fung der Ei­zel­le ver­zö­gert oder ge­stoppt wird.

  • die Be­fruch­tung und Ein­nis­tung der Ei­zel­le ver­hin­dert wird.

Aus­ser­dem ver­än­dert die "Pil­le da­nach" das Mi­lieu in der Ge­bär­mut­ter, so­dass die Sper­mi­en ab­ster­ben.

Die "Pil­le da­nach" soll­te so früh wie mög­lich, spä­tes­tens aber 72 Stun­den (Le­von­or­ge­st­rel) oder 120 Stun­den (Uli­pris­tala­ce­tat) nach dem Ge­schlechts­ver­kehr ein­ge­nom­men wer­den. Je frü­her die Ein­nah­me er­folgt, des­to hö­her ist die Wahr­schein­lich­keit, dass die un­er­wünsch­te Schwan­ger­schaft ver­hin­dert wer­den kann.

Be­ach­ten sie, dass nach der Ein­nis­tung der be­fruch­te­ten Ei­zel­le in die Ge­bär­mut­ter­schleim­haut mit der „Pil­le da­nach“ eine Schwan­ger­schaft nicht mehr ver­hin­dert wer­den kann. Sie ist also kei­ne Ab­trei­bungs­pil­le.  

Le­von­or­ge­st­rel und Uli­pris­tala­ce­tat sind in der Schweiz re­zept­frei – und bei jun­gen Mäd­chen ohne Ein­wil­li­gung der El­tern – bei Ärz­ten und Ärz­tin­nen, auf Fa­mi­li­en­pla­nungs­stel­len, in Apo­the­ken und auf den Not­fall­sta­tio­nen der Spi­tä­ler er­hält­lich. Die Kos­ten be­tra­gen ca. 40 CHF. Die­se wer­den nicht von der Kran­ken­kas­se über­nom­men.

Die "Spi­ra­le da­nach"

Die Spirale kann auch nach Versagen anderer Methoden oder ungeschütztem Sexualverkehr zur Verhinderung einer Schwangerschaft angewendet werden. Dafür muss sie innerhalb von fünf Tagen eingesetzt werden, um eine Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter zu verhindern. Danach kann Sie für weitere Empfängnisverhütung in der Gebärmutter verbleiben.

Ne­ben­wir­kun­gen der "Pil­le da­nach"


Ne­ben­wir­kun­gen sind bei bei­den Wirk­stof­fen etwa gleich häu­fig. Die "Pil­le da­nach" kann un­ter an­de­rem zu Übel­keit, Er­bre­chen, Span­nun­gen in der Brust, Kopf­schmer­zen, Bauch­schmer­zen und Mens­trua­ti­ons­stö­run­gen zum Bei­spiel in Form von Zwi­schen- und Schmier­blu­tun­gen füh­ren. Wenn Sie in den ers­ten drei Stun­den nach der Ein­nah­me der "Pil­le da­nach" er­bre­chen müs­sen, soll­te Sie sich mög­lichst schnell die Ein­nah­me zu wie­der­ho­len. Durch das Er­bre­chen wirkt die ers­te Ta­blet­te wahr­schein­lich nicht.

Eine Ein­nah­me ist bei Le­von­or­ge­st­rel auch wäh­rend der Still­zeit mög­lich, even­tu­ell mit ei­ner Pau­se von 6 Stun­den. Be­züg­lich Uli­pris­tala­ce­tat und Stil­len lie­gen noch nicht ge­nü­gend Da­ten vor. Des­halb wird zu ei­ner Un­ter­bre­chung von fünf Ta­gen ge­ra­ten.

Nach der "Pil­le da­nach"


Die nächs­te Mens­trua­ti­ons­blu­tung kommt un­ter Le­von­or­ge­st­rel eher 1 bis 2 Tage frü­her, un­ter Uli­pris­tala­ce­tat eher 2 Tage spä­ter. Falls sie nicht ein­tritt oder deut­lich schwä­cher und kür­zer ist als ge­wöhn­lich, soll­ten Sie ei­nen Schwan­ger­schafts­test ma­chen. Die Hor­mondo­sis hat – nach der­zei­ti­gem Wis­sens­stand – kei­ne schä­di­gen­de Wir­kung auf den Em­bryo und er­höht auch nicht das Ri­si­ko für eine Ei­lei­ter­schwan­ger­schaft.

Ver­hü­tungs­schutz nach der "Pil­le da­nach"?


Le­von­or­ge­st­rel und Uli­pris­tala­ce­tat ge­ben kei­nen emp­fäng­nis­ver­hü­ten­den Schutz für ei­nen nach­fol­gen­den un­ge­schütz­ten Ge­schlechts­ver­kehr. So­fort nach Ein­nah­me der der "Pil­le da­nach" soll­ten Sie da­her mit ei­ner hor­mo­na­len Ver­hü­tung be­gin­nen, die be­reits ver­wen­de­te hor­mo­na­le Kon­tra­zep­ti­on wei­ter­füh­ren oder zu­ver­läs­sig mit ei­ner Bar­rie­re­me­tho­de ver­hü­ten.

  • Nach Le­von­or­gest­re soll er­gän­zend zur hor­mo­na­len Kon­tra­zep­ti­on zu­sätz­lich 7 Tage mit Kon­dom ver­hü­tet wer­den.

  • Nach Uli­pris­tala­ce­tat soll er­gän­zend zur hor­mo­na­len Kon­tra­zep­ti­on zu­sätz­lich 14 Tage mit Kon­dom ver­hü­tet wer­den.

Wenn die Anti-Baby-Pil­le ver­ges­sen wur­de


Die ge­fähr­lichs­te Zeit, um die Pil­le zu ver­ges­sen, ist in den ers­ten sie­ben Ta­gen des Zy­klus. Aber auch wenn Sie in den sie­ben Ta­gen der Ein­nahme­pau­se, be­vor der Zy­klus er­neut be­ginnt, Ge­schlechts­ver­kehr hat­ten, kön­nen Sper­mi­en in die Ge­bär­mut­ter ein­drin­gen und dort bis zu fünf Tage über­le­ben. Wird dann in den ers­ten sie­ben Ta­gen des Zy­klus eine Pil­le ver­ges­sen und der Ei­sprung fin­det statt, be­steht das Ri­si­ko ei­ner un­ge­woll­ten Schwan­ger­schaft.

Grund­sätz­lich gilt: Wenn die ver­ges­sen Pil­le in­ner­halb von 12 Stun­den noch ein­ge­nom­men wird, bleibt der Ver­hü­tungs­schutz vor­han­den.

  • Wenn Sie die Pil­le in den ers­ten sie­ben Zy­klus­ta­gen ver­ges­sen ha­ben: Neh­men Sie die ver­ges­se­ne Anti-Baby-Pil­le ein, auch wenn das be­deu­tet, dass Sie zwei auf ein­mal ein­neh­men. Hat­ten Sie in die­ser ers­ten Zy­klus­wo­che und in der Wo­che zu­vor un­ge­schütz­ten Ge­schlechts­ver­kehr, ist die "Pil­le da­nach" sinn­voll. Aus­ser­dem soll­ten Sie zu­sätz­lich 7 Tage lang mit Kon­dom ver­hü­ten.

  • Wenn Sie die Pil­le ab dem 8. Zy­klus­tag ver­ges­sen ha­ben: War die Ein­nah­me an den ers­ten 7 Zy­klus­ta­gen zu­ver­läs­sig, kann bei un­ge­schütz­tem Ge­schlechts­ver­kehr ab dem 8. Zy­klus­tag auf die "Pil­le da­nach" ver­zich­tet wer­den. Die ver­ges­se­ne Pil­le wird nach­ge­holt und der Rest der Pa­ckung nor­mal ein­ge­nom­men.

  • Wenn Sie die Pil­le ab dem 15. Zy­klus­tag ver­ges­sen ha­ben: Es be­steht das Ri­si­ko ei­nes Ei­sprungs wäh­rend der dar­auf fol­gen­den 7-tä­gi­gen Ein­nahme­pau­se. Sie kön­nen nun ent­we­der so­fort die Ein­nah­me un­ter­bre­chen und mit der 7-tä­gi­gen Pau­se be­gin­nen, oder gleich mit ei­ner neu­en Pa­ckung an­fan­gen und die Pau­se weg­las­sen. Wird kei­ne der bei­den Va­ri­an­ten ge­wählt, muss wäh­rend der Pau­se und wei­te­re 7 Tage da­nach zu­sätz­lich ver­hü­tet wer­den.

Ha­ben Sie die Pil­le wäh­rend des Zy­klus mehr­mals ver­ges­sen ein­zu­neh­men, ist die Ge­fahr ei­ner Schwan­ger­schaft sehr gross. Ver­hü­ten Sie zwin­gend zu­sätz­lich mit ei­ner Bar­rie­re­me­tho­de, zum Bei­spiel ei­nem Kon­dom.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Die „Not­fall­ver­hü­tung“ mit ei­ner ho­hen Hor­mondo­sis ("Pil­le da­nach") kann, wenn sie in­ner­halb von 72 Stun­den nach dem Ge­schlechts­ver­kehr ein­ge­nom­men wird, in etwa 90% der Fäl­le eine Schwan­ger­schaft ver­hin­dern. In den üb­ri­gen 10% scha­det sie aber der trotz­dem ein­ge­tre­te­nen Schwan­ger­schaft bzw. dem …
Wenn das üb­li­che Ver­hü­tungs­mit­tel ver­sagt, z. B. wenn die Pil­le ver­ges­sen wur­de, das Kon­dom ge­ris­sen ist oder ein ganz un­ge­schütz­ter Ge­schlechts­ver­kehr statt­ge­fun­den hat, kann eine un­ge­woll­te Schwan­ger­schaft durch Ein­nah­me der "Pil­le da­nach" ver­hin­dert wer­den. Das ges­ta­gen­ar­ti­ge Hor­mon …
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Letzte Aktualisierung: 25.05.2022, BH / KM

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