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Frau­en bes­ser vor Ge­walt schüt­zen

Mann mit Flasche in der Hand, Frau an der Wand sitzend
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Der Bun­des­rat will Frau­en und Mäd­chen vor ge­schlechts­spe­zi­fi­scher Ge­walt bes­ser schüt­zen. Er hat des­halb die Kon­ven­ti­on des Eu­ro­pa­rats zur Ver­hü­tung und Be­kämp­fung von Ge­walt ge­gen Frau­en und häus­li­cher Ge­walt gut­ge­heis­sen. Die Kon­ven­ti­on schliesst Lü­cken der Mit­glied­staa­ten im Straf­recht, bei der Straf­ver­fol­gung, bei der Prä­ven­ti­on und beim Op­fer­schutz. Die Schweiz wird die so­ge­nann­te Is­tan­bul-Kon­ven­ti­on in Kür­ze un­ter­zeich­nen.

Die Kon­ven­ti­on zur Ver­hü­tung und Be­kämp­fung von Ge­walt ge­gen Frau­en und häus­li­cher Ge­walt ist das ers­te in­ter­na­tio­na­le Ab­kom­men zum Schutz von Frau­en ge­gen jeg­li­che Form von Ge­walt, in­klu­si­ve der häus­li­chen Ge­walt. So wird die Gleich­heit von Mann und Frau ex­pli­zit ver­an­kert und ver­schie­de­ne For­men von Ge­walt ge­gen Frau­en wer­den straf­bar er­klärt. Zu nen­nen sind na­ment­lich phy­si­sche, psy­chi­sche und se­xu­el­le Ge­walt, Stal­king, Zwangs­hei­rat und die Ver­stüm­me­lung weib­li­cher Ge­ni­ta­li­en.

Die Kon­ven­ti­on ent­hält zu­dem Be­stim­mun­gen über die Prä­ven­ti­on und den Op­fer­schutz. Als Bei­spie­le sind Be­hand­lungs­pro­gram­me für Tä­ter, die Aus­bil­dung von Be­rufs­leu­ten und eine aus­rei­chen­de An­zahl an Frau­en­häu­sern zu nen­nen. Wei­ter vor­ge­se­hen sind Kon­takt- und Nä­he­rungs­ver­bo­te für Tä­ter, aus­rei­chend lan­ge Ver­jäh­rungs­fris­ten so­wie ei­gen­stän­di­ge Auf­ent­halts­ti­tel im Asyl- und Mi­gra­ti­ons­be­reich für die Op­fer.

Das schwei­ze­ri­sche Recht ver­fügt auf Bun­des­ebe­ne be­reits heu­te weit­ge­hend über die not­wen­di­gen In­stru­men­te zur Um­set­zung der Kon­ven­ti­on. Be­son­ders her­vor­zu­he­ben sind die neu­en Straf­tat­be­stän­de der Zwangs­hei­rat und der Ver­stüm­me­lung weib­li­cher Ge­ni­ta­li­en im Straf­ge­setz­buch. Im Be­reich des Stal­kings geht die Schweiz mit den Re­ge­lun­gen im Zi­vil- und Straf­recht so­gar über die An­for­de­run­gen der Kon­ven­ti­on hin­aus.

In ein­zel­nen Be­rei­chen ist noch ver­tieft zu prü­fen, ob ein zu­sätz­li­cher Re­ge­lungs­be­darf be­steht. Zu den­ken ist na­ment­lich an die Straf­bar­keit ei­ner Per­son, die eine an­de­re Per­son zum Zweck der Zwangs­hei­rat ins Aus­land lockt, oder an die Straf­bar­keit der Ge­hil­fen­schaft zu ei­ner Tät­lich­keit. Auch kann da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Kan­to­ne in ih­rem Kom­pe­tenz­be­reich weit­ge­hend über die ge­for­der­ten In­stru­men­te ver­fü­gen.

Quel­le: Me­di­en­mit­tei­lung des EJPD

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Letzte Aktualisierung: 18.03.2020, CF

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