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Mutter fotografiert Kinder beim Skifahren
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GettyImages

Mit Ski­helm we­ni­ger Ver­let­zungs­ri­si­ko

Aus der For­schung


Dass Hel­me vor Kopf­ver­let­zun­gen beim Ski­fah­ren und Snow­boar­den schüt­zen, ist hin­rei­chend er­wie­sen. Zu die­sem Schluss kom­men Sport­me­di­zi­ner der Uni­ver­si­tät Inns­bruck um Univ.-Prof. Dr. Mar­tin Kopp  im Edi­to­ri­al des Bri­tish Me­di­cal Jour­nal hin. Ihr Über­blick über jüngs­te wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en zum The­ma ver­deut­licht, dass die Vor­tei­le des Helms mög­li­che Nach­tei­le bei wei­tem aus­glei­chen. "Der Helm­ge­brauch auf der Pis­te ist auf je­den Fall und in al­len Al­ters­grup­pen sinn­voll", er­klärt Er­st­au­tor Ger­hard Ruedl.

Der Kopf ist bei zehn Pro­zent al­ler Ski­un­fäl­le auf Ös­ter­reichs Pis­ten in­vol­viert. Zu­rück ge­hen Kopf­ver­let­zun­gen auf der Pis­te laut ei­ner gros­sen US-Stu­die zu 70 Pro­zent auf selbst­ver­schul­de­te Stür­ze, der Rest auf teils un­ver­schul­de­te Kol­li­sio­nen mit an­de­ren Pis­ten­nut­zern oder mit Ob­jek­ten. Ist ein Helm im Ein­satz, sin­ken all­ge­mei­ne Kopf­ver­let­zun­gen um 35 Pro­zent, bei Kin­dern un­ter 13 Jah­ren so­gar um 59 Pro­zent.

Ei­ni­ge Ge­gen­theo­ri­en zum Helm konn­ten mit­ter­wei­le wi­der­legt wer­den, be­rich­tet Ruedl. "Das Ar­gu­ment, dass der Helm­ge­brauch ein fal­sches Si­cher­heits­ge­fühl gibt und die Ri­si­ko­be­reit­schaft er­höht, konn­te in ei­ner neu­en Stu­die von Ruedl und Kol­le­gen nicht be­stä­tigt wer­den. Viel­mehr scheint, als ob vor al­lem gute Ski­fah­rer den Helm be­nüt­zen." Falsch ist auch, dass der Helm die Sicht ein­schränkt. "Dass das Hö­ren et­was ver­min­dert ist, be­stä­tigt al­ler­dings eine in­ter­na­tio­na­le Stu­die. Warn­ru­fe sind den­noch gut zu hö­ren", so der For­scher.

Die Schweiz und Ös­ter­reich sind welt­weit die bei­den Vor­zei­ge­län­der, was die Helm­quo­te be­trifft. "Die Schweiz er­reicht be­reits 95 Pro­zent bei den Un­ter-17-Jäh­ri­gen und 75 Pro­zent ins­ge­samt, in Ös­ter­reich liegt man bei rund 92 Pro­zent bei Kin­dern bis 15 Jah­re und 69 Pro­zent al­ler Pis­ten­be­nüt­zer." Von die­sen Ver­brei­tungs­gra­den kön­nen an­de­re Län­der wie die USA mit 50 Pro­zent nur träu­men. Helm­ver­wei­ge­rer gibt es in den Al­pen am ehes­ten noch bei der äl­te­ren Ge­nera­ti­on. 

Zu ei­ner hö­he­ren Helm­nut­zung trägt vor al­lem die öf­fent­li­che Dis­kus­si­on bei, ist sich Ruedl si­cher. "In Re­gio­nen mit nied­ri­ger Ski­helm­quo­te hilft die Helm­pflicht, bei oh­ne­hin gu­ter Aus­gangs­la­ge schei­nen Prä­ven­ti­ons­kam­pa­gnen aus­rei­chend", so Ruedl. Wich­tig dürf­ten je­doch auch pro­mi­nen­te Ski­un­fäl­le sein, wie etwa je­ner von Thü­rin­gens Ex-Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Die­ter Alt­haus. "In der Sai­son des Un­glücks stieg bei Ver­letz­ten die Helm­quo­te von 44 auf 55 Pro­zent", so der Sport­wis­sen­schaf­ter.

Quel­le: Ruedl G. et al.: BMJ 342:doi:10.1136/bmj.d857 (2011)
www.uibk.ac.at

Letzte Aktualisierung: 10.03.2021, BH

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