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                              Baby auf dem Schoss der Mutter
                              ©
                              GettyImages

                              Ba­bys sind gar nicht so dumm…


                              Im Al­ter von sechs Mo­na­ten kön­nen die meis­ten Ba­bys sich kaum al­lein auf­set­zen, krab­beln, ge­hen oder gar spre­chen. Laut ei­ner Stu­die der re­nom­mier­ten US-ame­ri­ka­ni­schen Yale Uni­ver­si­ty sind sie aber sehr wohl in der Lage ein­zu­schät­zen, mit wel­chen Ab­sich­ten ih­nen je­mand ent­ge­gen­tritt. Sie kön­nen be­ur­tei­len, wer ih­nen wahr­schein­lich freund­lich oder eher ab­leh­nend ge­gen­über­steht. Die Wis­sen­schaft­ler ge­hen da­von aus, dass Kin­der die Fä­hig­keit zu so­zia­len Ein­schät­zun­gen in den ers­ten Le­bens­mo­na­ten er­wer­ben oder sie so­gar an­ge­bo­ren ist. Sie kön­ne ei­ner bio­lo­gi­schen An­pas­sung ent­stam­men und lie­fe­re mög­li­cher­wei­se die Grund­la­ge für mo­ra­li­sche Über­le­gun­gen und Hand­lun­gen im spä­te­ren Le­ben.

                              Die lei­ten­de Wis­sen­schaft­le­rin Ki­ley Ham­lin er­klär­te, dass Kin­der mit sechs Mo­na­ten schon ziem­lich viel ge­lernt ha­ben und vie­les auf­neh­men. "Es ist ein Ler­nen, dass vor der Spra­che und vor dem di­rek­ten Ler­nen kommt. Wir glau­ben nicht, dass Ba­bys be­reits eine Mo­ral­vor­stel­lung ha­ben. Es scheint je­doch ein ent­schei­den­der Teil des Mo­ral­ge­fühls zu sein, ein po­si­ti­ves Ge­fühl bei je­nen Men­schen zu ha­ben, die ei­nem Gu­tes tun und ein schlech­tes bei je­nen, die ei­nem nicht gut tun." Wie alle so­zia­len We­sen kön­nen Men­schen an­de­re sehr rasch auf­grund ih­res Ver­hal­tens be­ur­tei­len. Die Ur­sprün­ge die­ses Ver­hal­tens sind je­doch noch nicht sehr gut er­forscht.

                              Die For­scher führ­ten Ex­pe­ri­men­te durch, mit de­nen sie fest­stel­len woll­ten, ob Ba­bys im Al­ter von sechs und zehn Mo­na­ten in der Lage sind, das Ver­hal­ten an­de­rer zu be­ur­tei­len. Den Kin­dern wur­de Holz­spiel­zeug mit gros­sen auf­ge­kleb­ten Au­gen ge­zeigt. Die Ba­bys sas­sen da­bei auf dem Schoss der El­tern und be­trach­te­ten eine Fi­gur, die ei­nen Hü­gel be­stei­gen will, wo­bei sie von ei­ner wei­te­ren Fi­gur ent­we­der un­ter­stützt oder be­hin­dert wird. Nach­dem die­ses Spiel mehr­fach wie­der­holt wur­de, konn­ten sich die Kin­der für ei­nen der bei­den Cha­rak­te­re ent­schei­den. Alle zwölf sechs Mo­na­te al­ten Kin­der ent­schie­den sich für die hilfs­be­rei­te Fi­gur. 14 der 16 zehn Mo­na­te al­ten Ba­bys wähl­ten eben­falls die­se Fi­gur. Ba­bys be­vor­zu­gen so­mit Men­schen, die an­de­ren Per­so­nen hel­fen

                              Um aus­zu­schlies­sen, dass sich in der Wahl der Kin­der bloss die Vor­lie­be für eine be­stimm­te Be­we­gungs­rich­tung (nach oben) spie­gelt, wie­der­hol­ten die For­scher ihre Ver­su­che mit an­de­ren Kin­dern und neu­tra­len Holz­fi­gu­ren, die kei­ne Men­schen dar­stel­len soll­ten. Hier­bei fiel die Wahl der Ba­bys fast gleich­mäs­sig auf un­ter­stüt­zen­de und be­hin­dern­de Holz­fi­gu­ren.

                              Aus der For­schung: K.Ham­lin et al.: Na­tu­re 450, 557-559, 2007

                              Letzte Aktualisierung: 20.04.2021, BH
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