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                              Mit dem Kinderwagen im öffentlichen Verkehr
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                              iStock

                              6. Wo­che - "Hel­den des All­tags"


                              Am Durch­schla­fen ha­ben wir tat­säch­lich ge­ar­bei­tet. In die­ser Wo­che hat Emil es so­gar gleich zwei­mal hin­ter­ein­an­der ge­schafft, von 22:30 bis 06:00 durch­zu­schla­fen. Als stil­len­de Mut­ter wacht man dann min­des­tens ein­mal mit­ten in der Nacht plötz­lich auf, ent­we­der mit Brüs­ten, die kurz vor dem Plat­zen sind, oder auf ei­ner von Milch durch­näss­ten Ma­trat­ze, weil die Stil­lein­la­gen mal wie­der ver­rutscht sind, und rennt so­fort ins Ba­by­zim­mer, um sich zu ver­ge­wis­sern, dass der Klei­ne über­haupt noch at­met. Das war bei mei­nem Emil gott­sei­dank im­mer der Fall, und so kann ich die­se Näch­te be­stimmt auch bald wie­der schla­fend ge­nies­sen…

                              Mit zwei Klein­kin­dern er­lebt man auch tags­über im­mer wie­der Si­tua­tio­nen, die ei­nen fast an die Gren­zen brin­gen. Das Ein- und Aus­stei­gen in Tram und Bus ist so eine Ex­trem­si­tua­ti­on, die wahn­sin­nig viel Ge­duld und Kraft er­for­dert. Ich habe mich ge­gen ei­nen Dop­pel­kin­der­wa­gen ent­schie­den, weil ich der Mei­nung bin, dass Ju­li­us mit zwei Jah­ren pro­blem­los sel­ber lau­fen kann und nicht mehr stän­dig chauf­fiert wer­den muss. Ich kann gar nicht sa­gen, wie oft ich die­se Ent­schei­dung schon be­reut habe, seit Emil auf der Welt ist. Ju­li­us KANN zwar pro­blem­los lau­fen, läuft aber grund­sätz­lich im­mer in die fal­sche Rich­tung, oder gar nicht mehr, weil er sich lie­ber mit­ten auf dem Trot­toir hin­set­zen und trot­zen will. Da ist man dann schon al­lei­ne mit dem auf­müp­fi­gen Zwei­jäh­ri­gen am An­schlag, das Baby im Kin­der­wa­gen oder Tra­ge­tuch schränkt die Mo­bi­li­tät und Fle­xi­bi­li­tät aber noch zu­sätz­lich be­trächt­lich ein.

                              Ei­nen Kin­der­wa­gen ins Tram oder in den Bus zu schie­ben, ha­ben wir Müt­ter ja schnell drauf. Wenn man dann mit ei­ner Hand aber noch ein Klein­kind fest­hal­ten muss, da­mit er beim Ein­stei­gen nicht über die Schwel­le stol­pert, dann er­for­dert das Su­per­kräf­te, die je­den Co­mic-Su­per­hel­den blass aus­se­hen las­sen. Über­haupt fin­de ich, dass wir Müt­ter viel zu we­nig für das ge­ehrt wer­den, was wir täg­lich so leis­ten. Wie oft liest man in den Zei­tun­gen von ir­gend­wel­chen Hel­den, die an­de­re Men­schen aus ei­nem bren­nen­den Haus ho­len oder ein Flug­zeug auf dem Was­ser not­lan­den. Wir Müt­ter ret­ten un­se­re Kin­der min­des­tens drei­mal täg­lich vor dem er­trin­ken, über­fah­ren wer­den, Trep­pe hin­un­ter fal­len oder Spül­mit­tel trin­ken. 

                              Wenn man den Ein- und Aus­stieg aus öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln dann trotz al­ler Schi­ka­nen ge­meis­tert hat, kann man ganz tol­le Orte aus­ser­halb der ei­ge­nen vier Wän­de er­rei­chen. Die­se Wo­che führ­te uns der Weg zu­rück ins Spi­tal, wo ich die Nach­kon­trol­le bei mei­ner Frau­en­ärz­tin hat­te. Nach ei­ni­gen Un­ter­su­chun­gen hat sie mir ver­si­chert, dass ich die Ge­burt und das Wo­chen­bett ohne Nach­wir­kun­gen über­stan­den hat­te. Sie gab mir nun auch grü­nes Licht für die Rück­bil­dung. Nächs­te Wo­che be­su­che ich mei­nen ers­ten Kurs und wer­de selbst­ver­ständ­lich da­von be­rich­ten.

                              Ca­ro­li­ne Haf­ner schreibt in den ers­ten 8 Le­bens­wo­chen Ih­res Emils wö­chent­lich, da­nach mo­nat­lich über Ihre Er­fah­run­gen als jun­ge Mut­ter. Fort­set­zung folgt...

                              Letzte Aktualisierung: 11.06.2021, swissmom-Redaktion
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