Zwei Mütter gehen mit Kinderwagen spazieren
Familie | Beziehungen

Neue Kontakte knüpfen

Mit der Geburt des ersten Kindes ändert sich vor allem für die Mutter der Alltag markant. Plötzlich ist man tagsüber zu Hause, spontan weggehen ist in der ersten Zeit nur schwer möglich und nachdem sich die erste Aufregung über das Neugeborene gelegt hat, kommt auch nur noch selten Besuch reingeschneit. Manch eine Mutter fühlt sich deswegen ziemlich einsam. Ein Umzug an einen neuen Ort kann dieses Gefühl noch verstärken, doch auch wer am gleichen Ort wohnen bleibt, findet nicht immer automatisch Anschluss. Zumindest nicht in den ersten Monaten mit dem Baby, ist das Kind erst im Spielgruppenalter, ergeben sich die Kontakte meist wie von selbst. Bis es aber soweit ist, dauert es eine ganze Weile und darum empfiehlt es sich, selber aktiv zu werden, wenn man sich einsam fühlt. Doch wie?

Schon vor der Geburt anfangen

Denken Sie bereits im Geburtsvorbereitungskurs an die Zeit nach der Geburt. Kommen Sie ins Gespräch mit Müttern, die Ihnen sympathisch sind, wenn möglich treffen Sie sich bereits in der Zeit, bevor das Baby da ist. 

Erkundigen Sie sich

Elternvereine oder Kirchgemeinden haben oft gute Angebote für Eltern mit Kindern im Vorschulalter. Nicht immer kommen diese Infos automatisch ins Haus geflattert, da die Veranstalter gewöhnlich nicht wissen, wer ein Kind bekommen hat. Falls Sie nicht wissen, ob es in Ihrem Ort einen Elternverein gibt, fragen Sie auf der Gemeindekanzlei nach. Informieren Sie sich auch, ob es in Ihrer Gegend Angebote wie Babyschwimmen, Baby-Massagekurse, etc. gibt, denn diese tun nicht nur Ihrem Baby gut, sondern helfen Ihnen auch, andere Eltern kennen zu lernen. Die Mütter- und Väterberaterin hat meist Informationsmaterial von verschiedenen Angeboten dabei und auch in Kinderarztpraxen liegen interessante Broschüren auf. 

Lassen Sie sich nicht abschrecken

Ein erster Besuch in einem Eltern-Kind-Treffen ist nicht immer ganz einfach. Oft kommt es einem so vor, als würden sich alle anderen bereits bestens kennen und man fühlt sich als Eindringling. Erst wenn man die anderen etwas kennt, erfährt man, dass es vielen so ging, als sie dazugestossen sind. Ziehen Sie sich also nicht nach dem ersten Versuch zurück, in den meisten Fällen dauert es nicht lange, bis man Anschluss findet.

Kommen Sie ins Gespräch

Hundehalter machen es uns vor, wie es geht: Wo immer sie sich begegnen, kommen Sie ins Gespräch über ihre Vierbeiner. Zögern Sie nicht, andere Mütter anzusprechen, die Sie beim Einkaufen, auf dem Spaziergang oder auf dem Spielplatz sehen. Das Baby bietet fast immer einen Anknüpfungspunkt und manch eine Bekanntschaft unter Müttern hat schon so begonnen. 

Werden Sie aktiv

Sollte es in Ihrer Gemeinde kein Angebot für Eltern und Vorschulkinder geben, nutzen Sie Begegnungen mit anderen Müttern, um selber etwas ins Leben zu rufen. Sie müssen nicht gleich einen Verein mit Statuten und umfangreichem Jahresprogramm gründen. Es reicht, wenn Sie eine Mutter, mit der Sie schon öfters geplaudert haben, zum Kaffee einladen und sie bitten, eine weitere Bekannte mit Baby mitzubringen. Treffen Sie sich nach Möglichkeit regelmässig, z. B. einmal in der Woche und laden Sie bei Gelegenheit weitere Mütter ein. So erweitert sich der Kreis allmählich, denn die meisten Mütter sind ganz froh, wenn sie einen Ort haben, an dem sie sich mit anderen austauschen können.

Seien Sie (nicht) wählerisch

Nicht jede Mutter ist einem auf Anhieb sympathisch, auch ein Elterntreff kann eine Kultur haben, die einem nicht zusagt. Geben Sie sich selber und den anderen die Chance, einander besser kennen zu lernen, denn der erste Eindruck ist nicht immer richtig. Haben Sie aber auch den Mut, sich zurückzuziehen, wenn Sie mit einer Person oder einem Angebot nicht warm werden. Wenn Mutterschaft das einzige Thema ist, das einen mit den anderen verbindet, werden kaum tragfähige Beziehungen entstehen. 

Nicht überall dabei, dafür aber gezielt

Es gibt Mütter, die hetzen von einer Veranstaltung zur anderen, in der Hoffnung, endlich ein Angebot zu finden, das ihnen zusagt. Dies ist sowohl für das Baby als auch für die Mutter ziemlich anstrengend. Tanzen Sie nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig, sondern machen Sie sich Gedanken, was Ihnen zusagt. Gleichgesinnte trifft man meist dort, wo ähnliche Interessen zusammenkommen. Sind Sie zum Beispiel an Kommunikation interessiert, können aber mit Bastelarbeiten nicht das Geringste anfangen, dann sind Sie in einem Kurs für Babyzeichensprache wohl besser aufgehoben als am Bastelnachmittag des lokalen Elternvereins. 

Letzte Aktualisierung : 06-05-16, TV

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