Mutter und Tochter am Zähneputzen
Pflege | Baby

Auch Milchzähne müssen gepflegt werden

Der Pflege der Milchzähne wird oft nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet, da man meint, diese Zähnchen würden ohnehin ausfallen. Das ist aber falsch. Milchzähne haben eine wichtige Funktion als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Wenn die Milchzähne gezogen werden müssen, weil sie von Karies befallen sind, können sie diese Aufgabe natürlich nicht erfüllen. Die anderen Milchzähne "kippen" in die Lücke, und der bleibende Zahn hat nicht genügend Platz, sich gesund auszuwachsen. Die Folge sind Fehlstellungen, die Kauen, Sprechen und Aussehen beeinträchtigen und später mühevoll und teuer korrigiert werden müssen. Deshalb ist regelmässiges Zähneputzen zur Vorbeugung von Karies im Kleinkindalter besonders wichtig.

Wenn das erste Zähnchen in der Mundhöhle erscheint - in der Regel im 6. Lebensmonat - ist der richtige Zeitpunkt, mit der Zahnpflege zu beginnen. Am besten putzen Sie Ihrem Kind die Zähne jeden Abend vor dem Schlafengehen. Ab Erscheinen des ersten Backenzahns sollten die Zähne dann zweimal am Tag gereinigt werden. Gewöhnt man schon ganz selbstverständlich im Babyalter an diese Prozedur, gibt es bei Kleinkindern meist keine Probleme mehr.

Anfangs können die Zähne mit einem Wattestäbchen und Wasser gereinigt werden. Massagebeissringe sind Spielzeug, Zahnbürste und Beissring zugleich und machen das Baby mit der Mundhygiene langsam vertraut. Ab dem 13. Lebensmonat empfiehlt sich eine Mini-Zahnbürste mit kurzem Griff, kleinem Kopf und - ganz wichtig - abgerundeten synthetischen Borsten, um eine bessere Flächenreinigung zu erzielen.

Die Kinderzahnpasta sollte am besten nicht aromatisiert und nicht übersüsst sein. Ausserdem sollte sie etwa 0,025% Fluorid enthalten. Das ist weniger als in der Erwachsenen-Zahncreme. Erst ab dem 6. Lebensjahr brauchen Kinder mehr Fluorid als Erwachsene, um den noch nicht ausgereiften Zahnschmelz der durchbrechenden bleibenden Zähne zu schützen. Ein Ausspülen nach dem Zähneputzen ist nach neuesten Erkenntnissen nicht notwendig. Fluorid kann dann länger auf die Zähne einwirken und so das Bakterienwachstum und die Entstehung von Plaques hemmen. Fluoride härten ausserdem die Zähne und machen sie widerstandskräftiger gegen Säureangriffe. Sie können sogar bei beginnender Karies aus dem Zahn herausgelöste Mineralien wieder ersetzen und den löcherigen Zahnschmelz schliessen.

Etwa mit 1 1/2 bis 2 Jahren ist der Nachahmungstrieb der Kinder dann so gross, dass sie eine eigene Zahnbürste bekommen sollten. Allerdings können Kinder in diesem Alter ihre Zähne noch nicht alleine putzen, weil die Feinmotorik der Hände noch nicht ausreichend entwickelt ist. Ihr Kind kann aber bereits mit einfachen Vor- und Rückbewegungen die Kaufläche schrubben. Mutter oder Vater sollten aber in jedem Fall noch bis zum Schulalter nachputzen - und das Kind für seine "Vorarbeit" tüchtig loben.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter Mundgesundheit Schweiz und www.zahnfreundlich.ch.

Newsticker

Raucherkinder haben mehr Karies: Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Kinder rauchender Mütter mehr zerstörte Zähne haben als Gleichaltrige, die in einem Nichtraucher-Haushalt aufwachsen. Ausserdem schwächt Rauchen während der Schwangerschaft die sich bildenden kindlichen Zahnstrukturen. Auch die den Kindern aufgezwungene Inhalation des Tabakrauchs rauchender Eltern (Passivrauchen) spielt in der Folge eine wesentliche Rolle für die Entwicklung von Karies bei Kleinkindern. (swissmom-Newsticker 19.4.2013)

Fluoridzufuhr: Fluorid schützt vor Karies. Doch wie die Zufuhr aussehen soll, darüber sind Experten uneins. Kinder- und Jugendärzte empfehlen Fluoridtabletten, in der Regel als Kombination mit Vitamin D. Bewährt hat sich dies bei Säuglingen und Kleinkindern, weil Zahnpasta in den ersten Jahren überwiegend geschluckt wird und die langfristige Verträglichkeit der Inhaltsstoffe bis heute nicht untersucht ist. Viele Zahnärzte sehen das anders und befürworten statt der Fluoridtabletten ab den ersten Milchzähnen mit etwa sechs Monaten gleich eine fluoridhaltige Kinderzahnpasta. Grund: Heute ist wissenschaftlich belegt, dass nicht das vor dem Zahndurchbruch im Körper eingebaute Fluorid schützt, sondern vor allem das auf die Zahnoberfläche einwirkende. Am Zähneputzen kommen Eltern jedenfalls nicht vorbei. (swissmom-Newsticker 4.3.16)

Letzte Aktualisierung : 28-07-17, BH

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