Ich finde es skandalös, dass die Vitamin-D-Tropfen für Babys mit Alkohol vermischt sind. Welche Alternative hat man da?

Vitamin D3 wird allen Säuglingen von der zweiten Lebenswoche an bis zum Ende des ersten Lebensjahres zur Rachitisprophylaxe verordnet. Dies ist besonders in den Wintermonaten sehr wichtig. Auch im zweiten Lebensjahr empfiehlt es sich v.a. im Winter, mit der Prophylaxe fortzufahren.

Die Tropfen werden mit Alkohol verabreicht. Der einfache Grund: Das Vitamin D3 ist in alkoholischer Lösung weitaus stabiler. Es stehen als alkoholische Tropflösung mit Vitamin D3 die Präparate Vi-De-3 und Vitamin D3 Streuli zur Verfügung.

Babys mögen diese Tropfen meist nicht, weil sie etwas auf der Zunge brennen. Man kann versuchen, sie jeweils mit Muttermilch oder Tee verdünnt zu geben. Was die Alkoholmenge betrifft, besteht jedoch kein Grund zur Beunruhigung (s.u.). Jede reife Banane hat viel mehr Alkohol als vier Tropfen ViDe 3, und keine Mutter würde sich darüber aufregen. Reife Früchte haben durch die beginnende Gärung des Zuckers immer auch etwas Alkohol, das schadet aber in diesen geringen Mengen nicht.

Falls das Kind sich weiter weigert, die Tropfen zu nehmen, können Sie in der Apotheke ölhaltige Vitamin D3 Wild Tropfen (in Pipettenfalschen konfektioniert) neu besorgen. Sie haben den Vorteil, dass sie nicht verdünnt werden müssen und von den Kindern in der Regel ohne Abwehr eingenommen werden. Sie enthalten in einem Tropfen 667 I.E. Cholecalciferol (Vitamin D3). Die Dosierung der Tropfen entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Die Haltbarkeit der Vitamin D3 Wild Öl beträgt nach Anbruch 6 Monate. Die Tropfen bewahrt man am besten kühl auf.

Andere ölige Lösungen mussten bisher aus dem Ausland importiert werden (z.B. Oleovit®, Vigantol®). Jetzt sind sie durch die swissmedic zugelassen, sind aber nicht in der SL (Spezialitäten-Liste der Schweiz, die von der Grundversicherung übernommen werden), d.h. Sie müssen einen Teil (bei Zusatzversicherung) oder auch alles selbst bezahlen. Fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach. Lassen Sie sich ein Rezept durch die Ärztin oder durch den Arzt ausstellen, eventuell wird dann ein Teil zurückvergütet.

Manche Spitäler und Apotheken stellen auf ärztliche Verordnung ölhaltige Tropfen mit 400 I.U./ml Vitamin D3 selbst her. Diese werden dann auch von der Krankenkasse übernommen. Erkundigen Sie sich über die Kosten der verschiedenen Tropfen.

Zum Thema Alkohol:

Viele der pflanzlichen Wirkstoffe können nur durch eine alkoholische Extraktion gewonnen werden, darum gibt es viele homöopathische Mischungen oder Einzelmedikamente auch nur in alkoholischen Tropfen. Auch die Globuli werden mit alkoholischen Mischungen besprüht. Aber auch hier ist die Menge des Alkohols wirklich gering. Zudem gibt man den Kindern meist nur 2 bis 3 Tropfen auf einmal, da beträgt der Alkoholgehalt nur einige wenige Mikrogramm.

Wichtig zu beachten bei Kindern mit einem hohen Allergiepotential:

Das österreichische Produkt Oleovit wird seit 2011 neu auf der Basis von Kokosnussöl hergestellt. Dies sollte bei Familien mit Allergien (z.B. Neurodermitis) kein Problem darstellen. Botanisch gesehen ist die Cocosnuss der Steinkern einer Steinfrucht und gar keine Nuss.

Das Schweizer Produkt Vitamin D3 Wild, Öl, ist in mittelkettigen Triglyzeriden gelöst, es sind keine weiteren Hilfsstoffe (Aromen, Konservierungsmittel; Farbstoffe, Antioxydantien, ect.) enthalten. Das Lösungsmittel "mittelkettige Triglyceride" ist ein Gemisch von Triglyceriden gesättigter Fettsäuren, hauptsächlich Caprylsäure und Caprinsäure, welche aus dem Endosperm von Cocus nucifera L. (Kokosnuss) oder Elaeis guineensis Jacq. (Ölpalme) extrahiert werden. Dieses Lösungsmittel ist in der Europäischen Pharmakopoe beschrieben und es ist kein Allergierisiko für diese mittelkettigen Triglyceride bekannt.

Das deutsche Produkt Vigantol enthält als Ölbasis dieselbe Mischung aus Palmöl und Cocosnussöl und besitzt somit auch kein allergisches Potential. Somit sind Vitamin D3 Wild - Öl, Oleovit und Vigantol bei Kindern mit einem hohen Allergierisiko die Mittel der Wahl.

Letzte Aktualisierung : 08.2016, AS