Was Babys vor der Geburt hören können...

Amerikanische Wissenschaftler haben ungeborene Schafe mit Empfängern im Innenohr ausgestattet und dadurch Erkenntnisse gewonnen über die Hörerlebnisse des menschlichen Feten.

Dabei stellten die Forscher fest, dass die Gebärmutter, das Fruchtwasser und besonders die Flüssigkeit in den Ohren der ungeborenen Babys die hohen Frequenzen von schrillen Tönen nahezu vollständig aus der Vielzahl der Umgebungsgeräusche herausfiltern. Tiefe Töne seien deshalb sehr deutlich hörbar, während die höheren fast gar nicht ankommen. Von Musikstücken zum Beispiel kann das Ungeborene zwar die tiefen Schwingungen der Trommeln, nicht jedoch die höheren Töne von Geigen wahrnehmen.

Von Gesprochenem hören sie hauptsächlich die Tonfolge der tieferen Vokale, während Konsonanten wegen der höheren Schwingungen nicht oder nur verzerrt ankommen. So klinge beispielsweise die Stimme der Mutter wie die einer Frau mit sehr tiefer Stimme, die hinter einem dicken Stoffvorhang sitzt, schreiben die Forscher. Überrascht waren sie jedoch darüber, dass fast die Hälfte der Sätze trotz solcher Verzerrungen zu verstehen waren.

Insgesamt seien aber alle bis auf die lautesten Geräusche im Mutterleib angenehm gedämpft, sodass nach Ansicht der Forscher selbst dann keine Gehörschäden beim Ungeborenen zu befürchten seien, wenn die werdende Mutter einem lauten Rock-Konzert zuhört.

Quelle: Smith, S. L. et al., Audiology and Neuro Otology, 8, 347 - 353, 2003.

Stand: 03/04, B.H.