Neugeborenes mit Nabelschnurstumpf

Einlagerung von Nabelschnurblut - Das müssen Sie wissen

Nach der Geburt und der Durchtrennung der Nabelschnur können aus der Nabelschnur Blutstammzellen gewonnen, eingefroren und in Nabelschnurblutbanken aufbewahrt werden. Im Blut der abgetrennten Nabelschnur befindet sich eine hohe Konzentration sogenannter Stammzellen. Diese können bei der Behandlung von bestimmten Krankheiten wie Blutkrebs (Leukämie) eingesetzt werden. 

Was sind Stammzellen?

Stammzellen sind sozusagen Nachfahren der Zellen, die sich aus der befruchteten Eizelle durch Teilung gebildet haben. Die genaue Endbestimmung dieser Zellen ist noch nicht festgelegt. Je unreifer die Stammzellen sind, umso weniger festgelegt ist ihre Funktion. Deshalb können sich aus den frühesten Stammzellen noch Zellen verschiedenster Organe entwickeln; rote oder weisse Blutkörperchen, Muskeln, Nerven oder Knochen. Nach welchen Gesetzmässigkeiten das abläuft, wird derzeit überall auf der Welt erforscht.

Was ist eine Stammzellentherapie?

Bei dieser Therapie werden Stammzellen aus dem Knochenmark oder dem Blut transplantiert. Diese Behandlung wird  bei Krankheiten des Blutes (z.B. Leukämie) und des Immunsystems oder zur Wiederherstellung des Blutsystems nach bestimmten Krebstherapien (hochdosierten Chemotherapien) eingesetzt. Man verwendet dafür entweder die körpereigenen Stammellen oder diejenigen eines geeigneten Spenders.

Eine  Knochenmarkstransplantation hat gewisse Nachteile: Es muss immer ein möglichst geeigneter Spender gefunden werden, denn der Körper kann auf die fremden Stammzellen mit Abwehr reagieren. Bei fast der Hälfte der Patienten findet sich keinen geeigneten Spender. Ausserdem ist die Knochenmarkentnahme und -transplantation mit einem gewissen Risiko verbunden, und durch den Zeitverlust bis zur Entnahme kann es für den Patienten z.B. bei der akuten Leukämie bereits zu spät sein.

Warum Stammzellen aus Nabelschnurblut?

Stammzellen aus dem Nabelschnurblut haben im Gegensatz dazu einige Vorteile (siehe unten). Deshalb ist heute das Nabelschnurblut als Quelle von Stammzellen für die Transplantation wichtiger geworden.

Die Zellen der Nabelschnur sind befähigt, sich in die verschiedenen Arten von Blutzellen und Abwehrzellen des Immunsystems zu entwickeln; gleichzeitig können sie sich fast beliebig selbst vermehren. Man unterscheidet zwischen adulten und embryonalen Stammzellen. Die Nabelschnurstammzellen liegen irgendwo dazwischen. Sie können nicht mehr ohne weiteres jedes Gewebe bilden, aber sie sind andererseits noch besonders vital und flexibel, mehr als z.B. die Stammzellen des erwachsenen Knochenmarks.

Häufige Frage zum Thema

Embryonale Stammzellen können sich noch in ganz unterschiedliche Gewebe entwickeln, da sie noch auf einer sehr frühen Entwicklungsstufe stehen. Sie sind fast endlos teilungsfähig. Diese Zellen werden aus Embryonen, die z.B. nach künstlicher Befruchtung nicht wieder eingepflanzt wurden, gewonnen. In der Schweiz ist diese Forschung möglich, wird aber streng kontrolliert. 

Adulte (erwachsene) Stammzellen dagegen sind sehr teilungsfähige Zellen, die in einigen Organen des Körpers (z.B. im Knochenmark, in der Leber) sowie in der Plazenta und im Nabelschnurblut von Neugeborenen gefunden werden. Sie können sich noch in die verschiedenen Zellen des Blutes bzw. ihres speziellen Organs entwickeln und haben eine wichtige regenerative Funktion. Das wird bei der sogenannten Stammzelltherapie genutzt.


Stammzellen aus der Nabelschnur stehen in der Entwicklung zwischen den adulten und embryonalen Stammzellen. Sie können nicht mehr ohne weiteres jedes Gewebe bilden, aber sie sind andererseits noch besonders vital und flexibel, mehr als z.B. die Stammzellen des erwachsenen Knochenmarks.

In der Schweiz haben in den letzten Jahren gegen  100 Patienten eine Stammzellen-Transplantation aus Nabelschnurblut erhalten. Die meisten Empfänger sind Kinder mit Leukämien oder genetischen Erkrankungen, aber auch zunehmend Erwachsene. Das ist möglich, weil man inzwischen weiss, dass man typengleiche HLA-Spenden mischen kann und damit die notwendige Menge an Stammzellen, die es bei Erwachsenen braucht, erreichen kann. Die Heilungschancen sind abhängig von der betreffenden Krankheit und liegen insgesamt etwa bei 50 Prozent.

Vorteile der Nabelschnurblut-Stammzellen:

  • Nabelschnurblut kann nach der Geburt und nach Abnabelung schmerzfrei und ohne Risiko für Mutter und Kind gewonnen werden.
  • Nach Überprüfung von Qualität, Keimfreiheit und Gewebstyp des Nabelschnurblutes kann dieses tiefgefroren und in flüssigem Stickstoff über Jahre gelagert werden.
  • Die Anzahl potentieller Spender ist fast unbegrenzt gross; insbesondere können auch Bevölkerungsgruppen mit seltenen Gewebstypen, welche in Knochenmarksspenderegistern untervertreten sind, als Spender eingeschlossen werden.
  • Das Nabelschnurblut-Transplantat aus einer Nabelschnurblutbank ist (im Gegensatz zu Stammzellen von einem Spender aus Knochenmark) jederzeit abrufbar.
  • Abstossungsreaktionen durch immunologisch aktive Zellen des Spenders im Transplantat (sogenannte "Graft-versus-host Krankheit"), kommt bei Nabelschnurblut im Gegensatz zu Knochenmark seltener und in geringerem Schweregrad vor, weil die kindlichen Zellen im Nabelschnurblut unreifer sind und daher weniger befähigt sind, eine Abwehrreaktion auszulösen.

Nachteile der Nabelschnurblut-Stammzellen:

  • Die begrenzte Menge der Zellen im Nabelschnurblut, so dass meist nur Kinder und nur selten Erwachsene transplantiert werden können.
  • Die Kosten der Entnahme und Einlagerung in die öffentliche Nabelschnurblutbank sind hoch (Gesamtkosten rund 7400.- pro eingelagerte Spende), weshalb in den öffentlichen Banken in der Schweiz nur Nabelschnurblutspenden mit hohem Stammzellgehalt eingelagert werden. Dies bedeutet, dass das Nabelschnurblut nur in 20% der Geburten als Spende eingelagert werden kann, auch wenn die Eltern die Einlagerung wünschen und es spenden möchten.

Wie wird eine Nabelschnurblut-Spende durchgeführt?

Die Nabelschnurblut-Spende ist einfach und unkompliziert. Die Entnahme nach der Geburt ist für Mutter und Kind völlig schmerzfrei und risikolos. Das Nabelschnurblut kann bei jeder Geburt gewonnen, typisiert und eingelagert werden.

Nach der Geburt des Kindes bleibt eine gewisse Menge kindliches Blut in der Plazenta und in der Nabelschnur zurück. Dieses Restblut muss gleich nach der Durchtrennung der Nabelschnur unter möglichst sterilen Bedingungen abgenommen werden. Eine geschulte Hilfsperson füllt das Nabelschnurblut kurz nach der Abnabelung in einen sterilen Beutel. So können sich Arzt und Hebamme weiterhin auf die Betreuung von Mutter und Kind konzentrieren. Das übliche Vorgehen bei und nach einer Geburt wird nicht geändert. Aufbewahrt wird die Probe in Flüssigkeitsstoff bei ca. –200 Grad Celsius. Im Bedarfsfall werden die Zellen einfach wieder aufgetaut.

Sendung von SRF Puls zur Nabelschnurblutspende

Welche Spendeformen und Einlagerungsmöglichkeiten gibt es?

Nabelschnurblut wird heute in unterschiedlichen Einrichtungen („Nabelschnurblut-Banken“) aufbewahrt. Man unterscheidet dabei zwischen öffentlichen Institutionen (öffentliche Nabelschnurblut-Banken) und privaten Anbietern (private Nabelschnurblut-Banken). Bei beiden Einlagerungsmethoden bestehen Vor- und Nachteile.

Öffentliche Nabelschnurbank / Fremdspende:
In öffentlichen, sogenannten allogenen Nabelschnurblutbanken wird Nabelschnurblut anonym eingelagert. Die Zuteilung erfolgt nach medizinischen Kriterien über ein weltweites Datennetzwerk, in welchem alle eingelagerten Nabelschnurblutspenden registriert sind. Diese Stammzellen sind für alle Patientinnen und Patienten zugänglich, welche sie benötigen und bei der Typisierung möglichst übereinstimmen - Spender selbst haben kein exklusives Anrecht darauf. Es besteht allerdings die Möglichkeit, nach der Einlagerung das Nabelschnurblut zurück zu erhalten, wenn zu einem späteren Zeitpunkt in der Familie des Spenders Bedarf entstehen sollte und das entsprechende Nabelschnurblut noch in der Bank eingelagert ist. Möglich ist auch eine Familienspende, wenn ein Kind bereits an Leukämie erkrankt ist und die Mutter ein weiteres Kind erwartet. 

Die öffentliche Nabelschnurblutbank wird durch SVK (Schweizerischer Verband für Gemeinschaftsaufgaben der Krankenversicherer) und H+ (Die Spitäler Schweiz) über Abgaben bei bezahlten Stammzelltransplantationen finanziert. Die Gesamtkosten pro eingelagerte Spende belaufen sich auf rund 7400.-.

Die hauptsächlichen Vorteileder Fremdspende sind:

  • Sie ist für die Eltern kostenlos..
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass die Stammzellen tatsächlich für einen fremden Patienten verwendet (transplantiert) werden, beträgt bei der öffentlichen Nabelschnurblutbank in der Schweiz immerhin 2-3%.

Die hauptsächlichen Nachteile der Fremdspende sind:

  • Die Spende ist ausschliesslich an den oben genannten Geburtskliniken möglich.
  • Bei 80% der Geburten kann die Nabelschnurblutspende nicht eingelagert werden, obwohl die Eltern eine Fremdspende wünschen und diese geplant ist. Grund dafür ist, dass viele Spenden den hohen Stammzellgehalt nicht erreichen, welcher von den öffentlichen Banken aus ökonomischen Überlegungen gefordert wird Oder es bestehen bestimmte Krankheiten bei der schwangeren Frau selbst oder in deren Familie.
  • Die Eltern müssen auf das Anrecht auf die Zellen verzichten, was relevant werden könnte, wenn das Kind selbst oder ein anderes Familienmitglied zu späterem Zeitpunkt an einer der betreffenden Krankheiten erkranken sollte.

    Familiäre Spende (gerichtet):
    Unter einer gerichteten Spende versteht man die Nabelschnurblutspende für ein erkranktes Geschwisterkind oder einen anderen Verwandten ersten Grades, der bereits an einer Krankheit leidet, die durch eine Stammzelltransplantation potentiell geheilt werden kann. Das Nabelschnurblut kann nun „gerichtet“ eingelagert, also „reserviert“, werden. Dies ist insofern medizinisch sinnvoll, da die Wahrscheinlichkeit der Übereinstimmung der Gewebemerkmale bei Verwandten vergleichsweise hoch ist.

    Besteht eine Übereinstimmung, erfolgt eine für die Eltern kostenfreie Einlagerung. Die Anmeldung zu einer gerichteten Nabelschnurblutspende wird in der Regel über den betreuenden Onkologen oder Geburtshelfer vorgenommen.

    Privatspende (Private Einlagerung, Familien-Banking):
    Eine weitere Möglichkeit ist die Eigen- oder Privatspende von Nabelschnurblut, bei der die Stammzellen bei der Geburt für das Kind selbst in einer privaten, sog. autologen, Nabelschnurblut-Bank eingelagert werden. Sie stehen dann zur Verfügung, falls das Kind  oder oder ein anderes Familienmitglied zu einem späteren Zeitpunkt im Leben erkrankt und die Stammzellen benötigt. Die private Firma schliesst mit Ihnen einen Vertrag über die Lagerung der Blutprobe ab. Die Kosten für die private Spende müssen durch die Eltern selbst getragen werden. Kostenpunkt: ca. 3000 bis 5000 Franken. Bis jetzt hat man über 20 Jahre Erfahrung mit der Kryokonservierung.

    Die hauptsächlichen Vorteile der Privatspende sind:

    • Das Nabelschnurblut kann in jeder Geburtsklinik der Schweiz entnommen und in einer privaten Bank eingelagert werden.
    • Die Nabelschnurblut-Stammzellen können in über 90% der Fälle eingelagert werden, da die Mindestmenge an enthaltenen Stammzellen deutlich kleiner ist als bei der Fremdspende (aus medizinischen Gründen werden bei der Eigenspende weniger Stammzellen benötigt).

    Die hauptsächlichen Nachteile der Privatspende sind:

    • Die Kosten müssen durch die Eltern selbst getragen werden.
    • Die Wahrscheinlichkeit, dass die Stammzellen später beim Kind selbst oder einem Familienmitglied Verwendung finden und transplantiert werden, ist zur Zeit klein, geschätzt 0.05 – 0.1 %. Sollten in Zukunft jedoch weitere Krankheiten dazukommen, die mittels Stammzellen behandelt werden können, wird diese Wahrscheinlichkeit grösser. Heute laufen in verschiedenen Bereichen bereits klinische Studien, beispielsweise bei Herzkrankheiten, Multiple Sklerose, schweren Autoimmunkrankheiten, kindliche Zerebralparese oder anderen degenerativen Krankheiten

    Hybride Spende: Die Zukunft

    Voraussichtlich ab Januar 2020 wird die Frauenklinik Bern gemeinsam mit dem SRK und der privaten Nabelschnurblutbank Swiss Stem Cell Biotech (SSCB) ein vom BAG bewilligtes Pilotprojekt durchführen zur Hybriden Spende (gemischte Spende). Diese hat das ideale Ziel einer Kombination, welche private Vorsorge in der Familie und öffentliches Engagement für Patienten verbindet.

    Bei der Hybridspende wird das Nabelschnurblut nach der Geburt zunächst für den Eigengebrauch eingelagert (wie bei einer privaten Nutzung zahlen die Eltern hierfür die Kosten, allerdings in reduziertem Umfang). Zusätzlich aber wird – wie bei einer öffentlichen Spende – HLA typisiert (Gewebseigenschaften) und die Spende im öffentlich zugänglichen Stammzellspendenregister der Schweiz anonym aufgeführt. Sollten sich die gefrorenen Zellen als ideales Transplantat für einen Patienten irgendwo weltweit herausstellen, so haben die Eltern die Möglichkeit, das Nabelschnurblut Blut ihres Kindes freizugeben und die Kosten für Entnahme und Einlagerung zurückzuerhalten. Hybridbanken solcher Art bestehen heute zum Beispiel in England und Deutschland. Wenn das Pilotprojekt erfolgreich ist, wird die Möglichkeit der Hybridspende (hybride Einlagerung) bald schweizweit möglich werden..

Für wen und in welchen Therapiebereichen kommen Stammzellen aus Nabelschnurblut zum Einsatz?

Stammzellen aus dem eigenen Nabelschnurblut bieten bei einer späteren Stammzelltransplantation den Vorteil, dass es körpereigene Zellen wären. Somit würden Abstossungsreaktionen von vorneherein ausgeschlossen. Bei gewissen Erkrankungen ist aber das eigene Blut als Quelle nicht geeignet, weil z.B. die Erkrankung schon bei der Geburt in den Zellen angelegt war. Es ist auch möglich, die Nabelschnurstammzellen bei Familienmitgliedern (Verwandte ersten Grades) einzusetzen. Denn für alle erstgradigen Verwandten, also Geschwister und Eltern, besteht biologisch eine hohe Chance, dass sich die Zellen des Kindes und des Empfängers vertragen. Aber selbst wenn die Stammzellen weder für den Eigenbedarf noch für nahe Verwandte gebraucht werden, sondern bei einem HLA-kompatiblen "Fremden" eingesetzt werden, kommt es im Gegensatz zur Knochenmarkspende viel seltener zu einer Abstossungsreaktion, weil die kindlichen Zellen im Nabelschnurblut unreifer sind - ein grosser Vorteil!

Weitere Krankheiten, bei denen eine Stammzelltherapie möglicherweise in Zukunft helfen kann, sind Herzkrankheiten, Multiple Sklerose, Autoimmunerkrankungen, kindliche Zerebralparese und andere degenerative Krankheiten. Hierzu gibt es viele internationale klinische Studien, deren Ergebnisse abgewartet werden müssen.

Wann sollte auf eine Nabelschnurblut-Spende verzichtet werden?

Das Sammeln von Nabelschnurblut kann in folgenden Situationen nicht ratsam sein:

  • bei Frühgeburten
  • bei Mehrlingen
  • bei Not-Kaiserschnitten
  • wenn die Mutter potenziell gefährliche Medikamente einnehmen muss
  • wenn Mutter oder Vater nachweislich übertragbare Infektionskrankheiten aufweisen.

Häufige Fragen zum Thema

Nabelschnurblut ist reich an Blutstamm- und -vorläuferzellen. Es kann nach der Geburt und Abnabelung des Neugeborenen aus der Nabelschnur gewonnen und aufbewahrt werden. Die darin enthaltene Menge an Stammzellen kann ausreichen, um das gesamte Knochenmark eines Kindes, gegebenenfalls auch eines Erwachsenen, wiederherzustellen. Es ist somit eine Alternative zu Knochenmarksstammzellen.

Quelle: www.nabelschnurblutspende.ch

Fremdspenden von Nabelschnurblut-Stammzellen werden durch die Kommission SWISSCORD des Schweizerischen Roten Kreuzes SRK koordiniert und in folgenden Frauenkliniken durchgeführt: Bern, Basel und Genf, am Kantonsspital Aarau sowie in Lugano und Locarno. Das Blut wird in Nabelschnurbanken in Basel und Genf aufbewahrt.

Wenn Sie bei der Geburt Ihres Kindes Nabelschnurblut spenden, ist Voraussetzung dass genügend Stammzellen im Nabelschnurblut vorhanden sind. Dies wird nach dessen Entnahme geprüft. Anschliessend werden aus der Blutprobe im Stammzell-Labor die Blutstammzellen isoliert und die Probe nummeriert (anonymisiert). Es werden einzelne Sicherheitstest (Infektionstest, Gewebeverträglichkeit) durchgeführt. Danach wird die Probe in flüssigem Stickstoff eingefroren und gelagert, bis ein Patient mit den gleichen Gewebeeigenschaften, eine Stammzelltransplantation braucht. Dann wird diese Probe zur Behandlung dieses Patienten verwendet. Auch die privaten Banken machen einige Tests mit dem einzulagernden Blut. Danach wird das Blut verarbeitet und in flüssigem Stickstoff eingefroren und gelagert.

Ihre Nabelschnurblutspende wird nicht zu einem anderen Zweck (z.B. Forschung) verwendet.

Quelle: www.nabelschnurblutspende.ch

Die öffentlichen Nabelschnurblutbanken werden durch SVK (Schweizerischer Verband für Gemeinschaftsaufgaben der Krankenversicherer) und H+ (Die Spitäler Schweiz) über Abgaben bei bezahlten Stammzelltransplantationen finanziert  Deshalb entstehen den Eltern hier keine Kosten.

Die Dienste der privaten Banken sind kostenpflichtig. Sie bewegen sich zwischen CHF 3000-5000. Eine Übersicht über die verschiedenen Kosten finden Sie auf der Webseite www.nabelschnurblutspende.ch, welche wichtige Informationen und eine Qualitätseinschätzung der verschiedenen privaten Banken enthält

Es werden prinzipiell zwei verschiedene Möglichkeiten der Nabelschnurblutstammzellspende unterschieden:

  • Die öffentliche Nabelschnurblut-Bank: Hier werden sowohl Fremdspenden (allogen), in den Banken gelagert. Das Ziel besteht darin, einen internationalen Spenderpool aufzubauen, welcher das Knochenmarksspendernetz ergänzen kann, damit für möglichst viele betroffenen Patienten ein Transplantat zur Verfügung steht. Die Nabelschnurblutspende in eine öffentliche Bank ist durch die SVK und H+ finanziert (siehe oben) und deshalb für Eltern kostenlos.
  • Die private Nabelschnurblut-Bank: In der Schweiz bieten verschiedene private Banken das Aufbewahren von Nabelschnurblutstammzellen für Ihr eigenes Kind an. Diese Dienstleistung für Eltern kostenpflichtig.

Quelle: www.nabelschnurblutspende.ch

In den öffentlichen Nabelschnurblutbanken in der Schweiz besteht keine Möglichkeit des sogenannten "private banking". Sie heben die Nabelschnurblutspende nur als Fremdspende oder in speziellen Fällen für ein Familienmitglied auf, wenn bei diesem aufgrund einer Erkrankung eine Stammzelltransplantation in Betracht kommt. Sie können sich jedoch an eine der privaten Anbieter wenden, welche gegen Entgelt Stammzellen lagern.

Quelle: www.nabelschnurblutspende.ch

Das hämatopoietische System ist hierarchisch aufgebaut und besteht aus vielen, kurzlebigen reifen Zellen verschiedener Linien (Erythrozyten, Leukozyten Makrophagen, Thrombozyten). Diese haben sich aus unreiferen und zahlenmässig wenigeren Vorläuferzellen entwickelt, die sich wiederum aus den sehr seltenen pluripotenten, langlebigen Blutstammzellen entwickelt haben.

Blutstammzellen werden verwendet zur Transplantation bei hämatologischen (z.B.myelodysplastisches Syndrom, aplastische Anämie), onkologischen (z.B. akute myeloische oder lymphatische Leukämie) und genetischen (z.B. Speichererkrankungen, Fanconi-Anämie) Erkrankungen.

Nabelschnurblutstammzellen können bei Krebserkrankungen wie beispielsweise bei Leukämien aber auch bei genetischen Erkrankungen für die Transplantation verwendet werden. Dabei ersetzten die Stammzellen das durch Chemo- und Strahlentherapie zerstörte blutbildende und immunologische System (Knochenmark) des Patienten.

In Abhängigkeit von der Diagnose aber auch der Dringlichkeit werden bei Kindern oder Erwachsenen, wenn keine geeigneten Familien- oder Fremdspender zur Verfügung stehen, Stammzellen aus Nabelschnurblut als gute Quelle für die Transplantation angesehen.Eine wichtige Voraussetzung für die Transplantation von fremden (allogenen) Stammzellen ist, dass ein Spender mit ähnlichem oder gleichem Humanen-Leukozyten-Antigen (HLA)-Typus vorhanden ist (humanes Leukozytenantigen-System). Je ähnlicher die HLA Merkmale von Spender und Empfänger sind, desto geringer ist die Gefahr von Abstossungsreaktionen.

Aufgrund des genetischen Hintergrundes liegt die Chance, dass ein Geschwister völlig identisch ist, bei 25%. Dies stellt den Idealfall eines Stammzellspenders dar. Die überwiegende Mehrheit ist allerdings auf öffentliche, weltweite Stammzellregister angewiesen, die aktuell über 17 Millionen registrierte freiwillige Spender aufführen. Bei Westeuropäern liegt die Chance, einen passenden Spender zu finden, bei 75%, bei vielen ethnischen Gruppen (Subkontinent Indien, Afrika) liegt diese, trotz des immensen Spenderpools, aufgrund der HLA Unterschiedlichkeit nicht höher als 20 – 30%.

Quelle: www.nabelschnurblutspende.ch

Unter einer solchen sogenannten «gerichteten» Spende versteht man die Nabelschnurblutspende für ein erkranktes Geschwisterkind oder einen anderen Verwandten ersten Grades, der bereits an einer Krankheit leidet, die durch eine Stammzelltransplantation potentiell geheilt werden kann. Das Nabelschnurblut kann nun „gerichtet“ eingelagert, also „reserviert“, werden. Dies ist insofern medizinisch sinnvoll, da die Wahrscheinlichkeit der Übereinstimmung der Gewebemerkmale bei Verwandten vergleichsweise hoch ist.

Sollte ein Familienmitglied von Ihnen an einer Krankheit leiden, die durch eine Stammzelltransplantation behandelt und möglicherweise sogar geheilt werden kann, können die Nabelschnurblut-Stammzellen Ihres (gesunden) Kindes in einer öffentlichen Bank eingelagert werden. Voraussetzung ist, dass die Gewebeeigenschaften zwischen Nabelschnurblutprobe und dem potentiellen Empfänger (HLA) identisch oder zumindest haploidentisch (d.h. halbidentisch) sind.

Bitte sprechen Sie also rechtzeitig während der Schwangerschaft mit dem behandelnden Hämatologen/Onkologen des von der Erkrankung betroffenen Familienmitglieds, damit dieser sich mit einem der Entnahmezentren oder mit der unabhängigen Informationsstelle (www.nabelschnurblutspende.ch) in Verbindung setzen kann. Besteht eine Übereinstimmung, erfolgt eine kostenfreie Einlagerung. Die Anmeldung zu einer gerichteten Nabelschnurblutspende wird in der Regel über den betreuenden Onkologen oder Geburtshelfer vorgenommen.

Quelle: www.nabelschnurblutspende.ch

Fremdspenden werden aktuell in folgenden Frauenkliniken durchgeführt: Bern, Basel und Genf, am Kantonsspital Liestal sowie in Lugano und Locarno. Das Blut wird in den Nabelschnurbanken in Basel und Genf aufbewahrt.

Letzte Aktualisierung : 13-01-20, JL, AS, BH

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