Testosteron
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Alles über Testosteron

Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon (Androgen). Die Bildung erfolgt hauptsächlich in den Leydig-Zellen der Hoden, geringfügig auch in der Nebennierenrinde und der Leber, sowie bei Frauen im Eierstock. Über das Blut gelangt es in die verschiedenen Organe, die einen Androgenrezeptor aufweisen, z.B. Gehirn, Hoden, Prostata, Haarwurzeln, Muskeln und Knochen. Seine Hauptfunktion liegt in der Entwicklung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale wie Penis, Prostata und Hoden, Bartwuchs und Stimmbruch, nicht zuletzt aber auch der männlichen Libido und Sexualität.

Die starke anabole (muskelaufbauende) Wirkung des Testosterons führt in der quergestreiften Muskulatur zu einer Zunahme der Muskelmasse, die Zahl der Muskelfibrillen bleibt aber gleich. Auch am Herzmuskel hat Testosteron einen nachgewiesenen starken anabolen Effekt. Vor allem die anabole Wirkung geht ab dem 40. Lebensjahr schrittweise verloren.

Androgene, wie auch Östrogene, führen zu einer erhöhten Knochendichte und zu einer verstärkten Knochenmineralisation. In der Haut lässt sich ein Wachstum der Talgdrüsen beobachten, die zu Akne führen kann. Durch die Wirkung auf die Haarfollikel kommt es zur klassischen männlichen Geschlechtsbehaarung und – am Kopf – bei genetischer Veranlagung zum Rückgang des Haarwuchses an Schläfen und Stirn (Glatzenbildung).

Testosteron hat auch einen deutlichen Einflüsse auf die Stimmungslage, das Selbstwertgefühl, den Sexualtrieb, das Sexualverhalten und allgemeine Aktivitäten. Zusammenhänge zwischen räumlichem Vorstellungsvermögen, mathematischer Begabung und gar dem Kompositionstalent werden vermutet und in wissenschaftlichen Studien untersucht.

Es gibt tageszeitliche Schwankungen des Testosteronwertes im Blut. Durch psychische (Stress) oder körperliche Anstrengung (Sport) kann eine vorübergehende Erniedrigung des Testosteronwertes auftreten.


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Newsticker

Attraktiver oben ohne | 15.01.2019

Den meisten Männern graut es davor, wenn sich das volle Haar lichtet. Doch die Sorge ist offenbar unbegründet. Männer mit Glatze wirken nicht nur erfolgreicher und intelligenter, sondern auch attraktiver auf ihr Umfeld als solche mit dichtem Haar. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität von Pennsylvania (USA). Psychologen liessen Testpersonen Fotos bewerten, auf denen Männer jeweils mit Haaren oder Glatze zu sehen waren. Im Schnitt wurden die Begutachteten ohne Haare als dominanter, grösser und stärker wahrgenommen. Männer sollten also nicht versuchen, eine Halbglatze mit verbliebenen Strähnen zu verdecken, sondern könnten frühzeitig zum Rasierer greifen und sich kahl scheren. Denn auch jene mit lichtem Haar wurden als schwächer und weniger männlich wahrgenommen.

Mutterliebe | 05.10.2018

Grosse Augen, Stupsnase und Pausbacken sind typische Merkmale des „Kindchen-Schemas“. Das bringt die Eltern instinktiv dazu, sich um den Nachwuchs zu kümmern. Vor allem das „weibliche“ Sexualhormone Oxytocin (Kuschelhormon) stärkt die Mutter-Kind-Bindung. Das „männliche“ Testosteron wirkt gegenteilig. Eine Studie zeigt nun, dass Oxytocin die negative Wirkung von Testosteron ausgleichen kann. Die Versuchsteilnehmerinnen bekamen vor dem Test Oxytocin oder ein Placebo. Bei allen wurde der Testosteronspiegel bestimmt. Dann wurde die Hirnaktivität gemessen, während sie sich Bilder von Erwachsenen und Kindern ansahen. Frauen mit hohem Testosteronwert reagierten unter Oxytocin deutlicher stärker auf das Kindchenschema, ohne Oxytocin kaum. Oxytocin scheint gegen Testosteron das Fürsorgeverhalten zu motivieren. Bei Frauen mit niedrigen Testosteronwerten hatte das zusätzliche Oxytocin keine Wirkung, vielleicht weil sie ohnehin mütterliches Verhalten entwickeln. Die Ergebnisse könnten bei der Behandlung einer Wochenbettdepression eine wichtige Rolle spielen.

„Männerschnupfen“ | 02.12.2017

Das starke Geschlecht ganz schwach: Bei Erkältung oder Grippe werden die härtesten Männer zu richtigen Jammerlappen. Nicht von ungefähr hält sich das Klischee vom Mann, der bei einer kribbeligen Nase und leichtem Halskratzen gleich schwere Qualen erleidet. Forscher erklären jetzt: Männer werden tatsächlich eher und stärker von Erkältungs- und Grippeviren angegriffen als Frauen. Grund dafür sind Unterschiede im Immunsystem. Während das weibliche Hormon Östrogen die Vermehrung der spezifischen Immunzellen unterstützt, wirkt sich das männliche Hormon Testosteron genau gegenteilig aus. Je höher der Testosteron-Spiegel ist, desto mehr wird das männliche Immunsystem geschwächt. "Echte Kerle" trifft es also am härtesten.

Testosteron macht ehrlicher | 08.06.2016

Testosteron gilt als das Männlichkeitshormon schlechthin - es steht für Aggression und Imponiergehabe, sorgt für die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale, fördert die Libido und steigert den Muskelaufbau. Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Maastricht konnten an einer Studie mit 91 gesunde Männer zeigen, dass das Geschlechtshormon auch soziales Verhalten fördert. In Spielsituationen (Würfelspiel mit Geldbetrag als Belohnung) erwies sich, dass Probanden nach Gabe von Testosteron deutlich seltener logen als Personen die nur ein Placebo erhielten. Dieses Ergebnis widerspricht klar dem eindimensionalen Ansatz, dass Testosteron zu antisozialem Verhalten führt. Wahrscheinlich steigert das Hormon den Stolz und das Bedürfnis, ein positives Selbstbild zu entwickeln.

Newsticker

Nur Sex im Männer-Kopf? Angeblich denken Männer alle sieben Sekunden an Sex. Eine US-Studie mit 283 weiblichen und männlichen Personen versuchte, hier Klarheit zu schaffen: Eine Woche lang mussten Zähler (wie sie z.B. zur Verkehrsdokumentation verwendet werden) betätigt werden beim Gedanken an Sex, Essen und Schlafen. Tatsächlich denken Männer etwas häufiger an Sex, nämlich im Schnitt 34 Mal am Tag, Frauen „nur“ 19 Mal am Tag. Interessanterweise denken sie aber auch häufiger an Essen (25 Mal) und Schlafen (29 Mal) als Frauen (15 Mal resp. 13 Mal). Beschäftigen sich Männer einfach generell häufiger mit ihren persönlichen Bedürfnissen als Frauen, die stärker dazu erzogen werden, ihre eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen? (swissmom Newsticker, 10.3.15)

Nicht gross genug? Nicht wenige Männer sind über die Grösse ihres besten Stücks verunsichert. Eine Britische Studie hat jetzt Messungen an über 15.000 gesunden Männern ausgewertet und eine Normtabelle erstellt. Dabei fand sich eine durchschnittliche Penislänge von 9,16 cm im schlaffen und von 13,12 cm im eregierten Zustand. Der durchschnittliche Umfang betrug 9,31 cm bzw. 11,6 cm. Das entsprach im Mittel etwa 1 cm weniger als bei der Selbsteinschätzung. Ausserdem zeigte sich ein zwar geringfügiger, aber dennoch deutlicher Zusammenhang zwischen der Körpergrösse des Mannes und der Länge seines Geschlechtsteils. Mythen bezüglich Schuhgrösse, Länge des Zeigefingers, Grösse der Nase, Hodenvolumen oder Alter liessen sich nicht bestätigen. (swissmom-Newsticker, 3.5.15)

Letzte Aktualisierung : 08.2016, BH

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