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                              Hautausschlag

                              Krät­ze


                              Was ver­birgt sich hin­ter dem Be­griff „Krät­ze“ oder me­di­zi­nisch kor­rekt "Sca­bies" (Syn­ony­me: Aca­ro­der­ma­ti­tis, Krätz­mil­ben, Ska­bies, Räu­de)?

                              Es han­delt sich da­bei um eine In­fek­ti­ons­er­kran­kung der Haut, ver­ur­sacht durch Krätz­mil­ben. Die Er­re­ger kön­nen nur kur­ze Zeit ohne ei­nen Wirt le­ben, dies auch nur bei nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren und ho­her Luft­feuch­tig­keit. Sie be­vor­zu­gen des­halb Haut­fal­ten und Kör­per­tei­le, an de­nen eine dün­ne Horn­schicht und eine re­la­tiv hohe Tem­pe­ra­tur vor­lie­gen. Be­son­ders stark be­trof­fen sind: Ach­sel­höh­le, Brust­war­zen­vor­hof, in­ne­re Fuss­rän­der, Zwi­schen­fin­ger­fal­ten der Hän­de/Füs­se, Knö­chel, Na­bel, Pe­nis und die Re­gi­on um den Anus her­um. Bei Klein­kin­dern kann auch der be­haar­te Kopf oder das Ge­sicht be­trof­fen sein.

                              Nach­dem die weib­li­chen Mil­ben an der Haut­ober­flä­che be­gat­tet wur­den, ster­ben die Männ­chen und die Weib­chen gra­ben Gän­ge in der Horn­schicht der Epi­der­mis, wo sie täg­lich we­ni­ge Eier ab­le­gen. Sie schei­den vie­le Kot­bal­len aus, die eben­falls in den Gän­gen la­gern. Aus den Ei­ern schlüp­fen nach we­ni­gen Ta­gen Lar­ven, die wie­der an die Ober­flä­che krie­chen. Die Dau­er von der In­fek­ti­on mit dem Er­re­ger bis zum Aus­bruch der ers­ten Sym­pto­me be­trägt in der Re­gel zwei bis fünf Wo­chen.

                              Die Krät­ze kommt vor al­lem vor, wenn vie­le Men­schen auf engs­ten Raum und mit man­gel­haf­ter Hy­gie­ne le­ben. Eine An­ste­ckung kann aber je­den tref­fen, auch bei ein­wand­frei­er Hy­gie­ne! Die Er­krank­ten kön­nen an­de­re Men­schen durch Kör­per­kon­takt schon an­ste­cken, wenn sie noch kei­ne Sym­pto­me auf­wei­sen. Be­son­ders leicht kön­ne sich die Krätz­mil­be in Ki­tas und Kin­der­gär­ten ver­brei­ten. 

                              Es gibt eine di­rek­te und eine in­di­rek­te Über­tra­gung. Zu ei­ner di­rek­ten Über­tra­gung kommt es durch en­gen und län­ge­ren Haut­kon­takt zwi­schen zwei Men­schen, z.B. in ei­nem ge­mein­sa­men Bett. Die in­di­rek­te Über­tra­gung er­folgt über Kon­takt zu in­fi­zier­ten Haut­schup­pen. Eine Über­tra­gung durch ge­mein­sam be­nutz­te Bett­wä­sche, Un­ter­wä­sche, Hand­tü­cher etc. ist theo­re­tisch mög­lich.

                              Fol­gen­de Sym­pto­me und Be­schwer­den kön­nen auf die Krät­ze hin­wei­sen:

                              • Juck­reiz, der sich bei Wär­me, vor al­lem nachts bei Bett­wär­me, ver­stärkt.

                              • Klei­ne, un­re­gel­mäs­sig ge­wun­de­ne Mil­ben­gän­ge (gang­ar­ti­ge, läng­li­che Pa­peln), die von Bläs­chen und Ek­ze­men um­ge­ben sind, v.a. in Haut­fal­ten.

                              Bei den ers­ten ver­däch­ti­gen An­zei­chen soll­ten Sie ei­nen Arzt auf­su­chen, denn die Krät­ze ver­schlim­mert sich mit der Zeit und heilt auch nicht von selbst ab. Eine The­ra­pie des ge­sam­ten Kör­pers ist un­be­dingt not­wen­dig, um die Ska­bies-Mil­ben, Lar­ven und Eier mit ge­eig­ne­ten Wirk­stof­fen ab­zu­tö­ten. Fa­mi­li­en­mit­glie­der soll­ten im­mer mit­be­han­delt wer­den, auch wenn sie kei­ne Sym­pto­me zei­gen. Mit­tel der Wahl sind Per­me­th­rin, Iver­mec­tin, Cro­ta­miton und Ben­zyl­ben­zoat - als Lö­sung, Creme oder Sal­be. Ge­ge­be­nen­falls ist es not­wen­dig, die An­wen­dung zu wie­der­ho­len. Per­me­th­rin kann ab dem drit­ten Le­bens­mo­nat ein­ge­setzt wer­den. Iver­mec­tin kann in Ta­blet­ten­form ein­ge­nom­men wer­den, wenn der Ein­satz von Cremes nicht aus­reicht, wie das oft bei Kin­dern ist.

                              Was Sie selbst tun kön­nen:

                              • Klei­dung und Bett­wä­sche bei 60°C wa­schen und täg­lich wech­seln, Hand­tü­cher di­rekt nach Ge­brauch er­neu­ern.

                              • Hit­ze­emp­find­li­che Ge­gen­stän­de kön­nen in Plas­tik­sä­cke ver­packt 72 Stun­den lang bei min­des­tens 21°C ge­la­gert wer­den. In die­ser Zeit ge­hen die Pa­ra­si­ten ohne den mensch­li­chen Wirt zu­grun­de.

                              • Mö­bel wie Bet­ten, Ses­sel und Fuss­bo­den­be­lä­ge in­ten­siv mit dem Staub­sauger ab­sau­gen. Die Fil­ter­beu­tel sind zu ent­sor­gen.

                              • Es gibt auch Per­me­th­rin-hal­ti­ge Sprays für die Um­ge­bungs­be­hand­lung.

                              • Plüsch­tie­re und Schu­he las­sen sich schnell durch Ein­frie­ren in der Tief­kühl­tru­he (bei - 18 Grad Cel­si­us) von Mil­ben be­frei­en.

                              Eine ge­fähr­li­che, weil hoch an­ste­cken­de Son­der­form der Krät­ze gibt es bei Men­schen, de­ren Im­mun­sys­tem ge­schwächt ist, z.B. Kran­ken­haus­pa­ti­en­ten, Be­woh­ner von Al­ters- und Be­hin­der­ten­hei­men usw. Im Un­ter­schied zur ge­wöhn­li­chen Krät­ze, bei der nie mehr als 15 Stel­len be­trof­fen sind, brei­tet sich der Pa­ra­sit bei Ska­bies crusto­sa mil­lio­nen­fach aus. Be­reits kur­ze Haut­kon­tak­te mit an­de­ren Per­so­nen kön­nen zur An­ste­ckung füh­ren. Des­halb müs­sen die­se Pa­ti­en­ten rasch iso­liert wer­den. Der an­sons­ten ty­pi­sche Juck­reiz ist hier ab­ge­schwächt oder fehlt kom­plett. Auf­fäl­lig sind star­ke Ver­hor­nun­gen der Haut.

                              kurz&bündigkurz&bündig
                              8/23/2018
                              Kind fasst sich an den Kopf

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                              Letzte Aktualisierung: 16.01.2020, BH
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