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                              Kind mit Bauchschmerzen
                              ©
                              GettyImages

                              Bauch­weh


                              Kin­der kla­gen häu­fig über Leib­schmer­zen. Fast ein Vier­tel al­ler Kin­der lei­det Schät­zun­gen zu­fol­ge wie­der­holt dar­un­ter. Längst nicht im­mer steckt eine erns­te Er­kran­kung da­hin­ter. Da die Kleins­ten ih­ren Bauch in­ten­siv als Mit­te wahr­neh­men, kla­gen sie oft auch über Bauch­weh, wenn tat­säch­lich viel­leicht der Hals schmerzt. Weil ihre Kör­per­wahr­neh­mung noch nicht voll­stän­dig ent­wi­ckelt ist, wird der Schmerz au­to­ma­tisch in den Bauch­raum ver­la­gert.

                              Nach Ex­per­ten­mei­nung fin­det sich bei bis zu 90 Pro­zent der klei­nen Pa­ti­en­ten mit Bauch­schmer­zen kei­ne erns­te kör­per­li­che Ur­sa­che. Als häu­figs­te Aus­lö­ser wer­den statt­des­sen Ver­stop­fung und see­li­sche Fak­to­ren wie Stress und Angst an­ge­se­hen.

                              Be­steht An­halt für Ver­stop­fung, ist eine ra­sche und kon­se­quen­te Be­hand­lung wich­tig, denn sonst kön­nen die Pro­ble­me chro­nisch wer­den und die Le­bens­qua­li­tät er­heb­lich ein­schrän­ken.
                              Ein mög­li­cher Hin­weis für eine Ver­stop­fung ist, wenn das Kind...

                              • im Ge­spräch nicht sa­gen kann, wann es zum letz­ten Mal Stuhl­gang hat­te,

                              • har­ten Stuhl hat,

                              • Schmer­zen beim Stuhl­gang hat,

                              • Stuhl­ver­mei­dungs­ver­hal­ten zeigt (statt ei­nes Toi­let­ten­gan­ges legt sich das Kind bei­spiels­wei­se auf den Bo­den oder schlägt die Bei­ne über­ein­an­der), oder

                              • gros­se Stuhl­men­gen in die Toi­let­te ab­setzt.

                              Bei Klein­kin­dern ist eine Ma­gen-Darm-Grip­pe mit Er­bre­chen, Durch­fall und evtl. Fie­ber die häu­figs­te Ur­sa­che für Bauch­weh. Aber auch eine Er­kran­kung der Atem­we­ge (z.B. Lun­gen­ent­zün­dung) oder der Harn­we­ge (Nie­ren­be­cken­ent­zün­dung, Bla­sen­ent­zün­dung) kann da­hin­ter ste­cken. Eine Darm­ein­stül­pung (In­va­gi­na­ti­on) ist sel­ten, aber ge­fähr­lich und muss so­fort be­han­delt wer­den. Auch Nah­rungs­mit­te­lun­ver­träg­lich­kei­ten wie Zölia­kie und Lak­to­se­into­le­ranz kön­nen Bauch­schmer­zen als Sym­ptom ha­ben.

                              Bei Schul­kin­dern tre­ten die see­li­schen Grün­de für Bauch­schmer­zen in den Vor­der­grund. Man spricht dann auch oft von "funk­tio­nel­len Bauch­be­schwer­den", wenn eine ein­deu­ti­ge Dia­gno­se nicht ge­stellt wer­den kann. Wich­tig ist, dass El­tern die Bauch­schmer­zen auch dann ernst neh­men und ge­mein­sam mit dem Kin­der­arzt nach Hil­fen für das Kind su­chen. Ein mög­li­cher Hin­weis für funk­tio­nel­le Bauch­schmer­zen ist, wenn das Kind...

                              • nachts be­schwer­de­frei ist,

                              • sich von den Be­schwer­den ab­len­ken lässt und sie beim Spie­len „ver­gisst“,

                              • über Schmer­zen im Be­reich des Bauch­na­bels klagt und we­ni­ger über Be­schwer­den im Ober- oder Un­ter­bauch, oder

                              • am Wo­chen­en­de oder in den Fe­ri­en frei von Be­schwer­den ist (Schul­angst/-stress).

                              Da­bei darf aber nicht ver­ges­sen wer­den, dass eine Blind­darm­ent­zün­dung (mit star­ken aku­ten Schmer­zen) da­hin­ter ste­cken kann. Auch chro­ni­sche Darm­ent­zün­dun­gen, wie der Mor­bus Crohn oder die Co­li­tis ul­ce­ro­sa, be­gin­nen ty­pi­scher­wei­se in der Al­ters­grup­pe Schul­kind.

                              Ge­fähr­lich wird es, wenn das Kind krank und elend wirkt, in den ver­gan­ge­nen Wo­chen und Mo­na­ten nicht an Ge­wicht zu­ge­nom­men hat, nachts we­gen Bauch­schmer­zen auf­wacht, das Spie­len we­gen der Schmer­zen un­ter­bricht, an­hal­tend er­bricht und blu­ti­ge Stüh­le hat. Be­vor Sie Ihr Kind ärzt­lich un­ter­su­chen las­sen, soll­ten Sie des­halb die fol­gen­den Punk­te klä­ren:

                              • Wie lan­ge hat das Kind schon Bauch­schmer­zen?

                              • Ha­ben die Schmer­zen plötz­lich oder all­mäh­lich be­gon­nen?

                              • Sind die Schmer­zen an­hal­tend oder mal stär­ker, mal schwä­cher und manch­mal gar nicht vor­han­den?

                              • Be­steht gleich­zei­tig Übel­keit, Er­bre­chen oder Durch­fall?

                              • Isst und trinkt das Kind mit Ap­pe­tit?

                              • Wann war der letz­te Stuhl­gang?

                              • Hat Ihr KInd häu­fig Ver­stop­fung?

                              • Tre­ten die Schmer­zen im­mer kurz nach Mahl­zei­ten auf? 

                              • Wirkt das Kind müde und teil­nahms­los?

                              • Be­steht gleich­zei­tig Kopf­weh, Fie­ber, Hus­ten, Atem­be­schwer­den, Haut­aus­schlag? Seit wann?

                              • Wird das Bauch­weh durch Hin­le­gen oder Her­um­lau­fen ge­bes­sert?

                              • Gibt es see­li­schen Kum­mer, Ängs­te, Pro­ble­me in Kin­der­gar­ten oder Schu­le?

                              Wie auch im­mer sich die Be­schwer­den zei­gen: Kei­nes­falls soll­ten El­tern ih­ren Spröss­lin­gen
                              schmerz­stil­len­de Zäpf­chen, Ta­blet­ten oder Säf­te ohne eine kla­re Dia­gno­se Ih­res Kin­der- und
                              Ju­gend­arz­tes ver­ab­rei­chen.

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                              12/31/2020
                              Mutter mit fieberndem Kind am Telefon

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                              9/8/2020
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                              Letzte Aktualisierung: 15.01.2020, BH
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