Anzeige
  • Kinderwunsch
    • Schwangerschaft
      • Geburt
        • Wochenbett
          • Baby
            • Kind

              • Stillen
                • Krankheiten
                  • Familie
                    • Frau
                      • Erziehung
                        • Vater werden
                          • Gesund Leben
                            • Arbeit, Recht und Finanzen

                              Vorbereitungen im Labor

                              Das Sper­mio­gramm


                              Eine Sper­ma­un­ter­su­chung (Sper­mio­gramm) gibt Aus­kunft über die Zeu­gungs­fä­hig­keit des Man­nes bzw. die Qua­li­tät des männ­li­chen Sper­mas. Will man bei un­er­füll­tem Kin­der­wunsch den Ur­sa­chen auf die Spur kom­men, ist die Sper­mio­gramm-Aus­wer­tung un­er­läss­lich.

                              Der Sa­men muss nach ei­ner Ka­renz­zeit von min­des­tens 3 und höchs­tens 7 Ta­gen, an de­nen kein Ge­schlechts­ver­kehr statt­fin­den soll­te, in­ner­halb von ca. ei­ner Stun­de nach Ge­win­nung durch Mas­tur­ba­ti­on zur Ana­ly­se ab­ge­ge­ben wer­den. In der Re­gel steht da­für ein ru­hi­ger Raum (Eja­ku­la­to­ri­um) zur Ver­fü­gung, aus­ge­stat­tet mit ein­schlä­gi­gen Zeit­schrif­ten und/oder Vi­de­os. Die Part­ne­rin kann bei der Sa­men­ge­win­nung be­hilf­lich sein. Es ist wich­tig, dass bei der Ge­win­nung kein Gleit­mit­tel ver­wen­det wird, weil das die Be­weg­lich­keit der Sa­men­zel­len ver­rin­gert. Ne­ben der Mas­tur­ba­ti­on gibt es auch die Mög­lich­keit, das Sper­ma mit­hil­fe ei­nes Kon­doms beim Ge­schlechts­ver­kehr auf­zu­fan­gen. Da­für muss aber ein ste­ri­les, sper­mi­zid- und gleit­mit­tel­frei­es Spe­zi­al­kon­dom be­nutzt wer­den.

                              Bei zu lan­ger War­te­zeit zwi­schen Ab­ga­be der Pro­be und Ana­ly­se ver­schlech­tert sich rasch die Be­weg­lich­keit der Sa­men­fä­den. In­so­fern ist die Ge­win­nung di­rekt in der Pra­xis oder im Spi­tal op­ti­mal. Das Eja­ku­lat kann aber auch zur Not in ei­nem ge­rei­nig­ten, keim­frei­en La­bor­glas, das Ih­nen vor­her da­für mit­ge­ge­ben wird, mög­lichst schnell von zu Hau­se ge­bracht wer­den. Wich­tig ist auch, dass der Trans­port "kör­per­warm", am bes­ten in der Ho­sen­ta­sche, er­folgt.

                              Das Sper­ma wird in ei­nem Spe­zi­al­la­bor mi­kro­sko­pisch un­ter­sucht (Sper­mio­gramm oder Eja­ku­lat­ana­ly­se). Da­bei ach­tet man vor al­lem auf

                              • das Vo­lu­men der Pro­be (min­des­tens 1,5 ml),

                              • die Zahl der Sa­men­zel­len (min­des­tens 39 Mil­lio­nen),

                              • ihre Be­weg­lich­keit (min­des­tens 50% be­we­gen sich vor­wärts, 25% be­we­gen sich rasch vor­wärts) und

                              • ihre Be­schaf­fen­heit (min­des­tens 4% soll­ten "nor­mal" ge­formt sein).

                              Da­ne­ben kann man auch den pH-Wert (zwi­schen 7 und 8), Fruk­to­se­wert (min­des­tens 13 mi­kro­mol), Zäh­flüs­sig­keit und Bak­te­ri­en­be­sied­lung der Sa­men­flüs­sig­keit be­stim­men.

                              Ein wei­te­res Kri­te­ri­um für die Qua­li­tät der Sper­mi­en ist der so­ge­nann­te MAR-Test (Mi­xed-An­tiglo­bu­lin-Re­ac­tion-Test). Da­für wird das Eja­ku­lat auf Sper­ma-Au­to­an­ti­kör­per un­ter­sucht. Die­se An­ti­kör­per ent­ste­hen zum Bei­spiel, wenn der Sa­men­lei­ter in­nen ver­letzt ist. Sie blei­ben an den Sper­mi­en haf­ten und be­wir­ken, dass sie schlech­ter durch den Ge­bär­mut­ter­schleim schwim­men kön­nen. Als Richt­wert gilt des­we­gen, dass nicht mehr als 50 Pro­zent der Sa­men­zel­len sol­che Par­ti­kel tra­gen dür­fen.

                              Da die Sa­men­qua­li­tät auch bei nor­mal frucht­ba­ren Män­nern enorm schwan­ken kann, ist ei­gent­lich im­mer eine zwei­te Un­ter­su­chun­gen nach drei Mo­na­ten nö­tig, denn eine Pro­be al­lein spie­gelt nur den mo­men­ta­nen Zu­stand der Zeu­gungs­fä­hig­keit wi­der. An­de­rer­seits: Die männ­li­che Zeu­gungs­fä­hig­keit soll­te nicht nur al­lein auf­grund des Sper­mio­gramms be­ur­teilt wer­den, da auch bei dau­er­haft ge­stör­ter Sper­mi­en­qua­li­tät durch­aus Schwan­ger­schaf­ten ein­tre­ten kön­nen – nur eben nicht so häu­fig. Und um­ge­kehrt kann eine Schwan­ger­schaft bei of­fen­sicht­lich nor­ma­ler Sper­mi­en­qua­li­tät aus­blei­ben. Wich­tig ist des­halb zu­sätz­lich auch im­mer die kör­per­li­che Un­ter­su­chung (u.a. auch mit Ul­tra­schall) der männ­li­chen Ge­schlechts­or­ga­ne. Wenn Sie re­gel­mäs­sig Me­di­ka­men­te ein­neh­men, müs­sen Sie dies un­be­dingt bei Ab­ga­be des Eja­ku­lats er­wäh­nen.

                              Bei sehr schlech­ter Sper­mi­en­qua­li­tät kann zu­sätz­lich eine Un­ter­su­chung am Erb­gut sinn­voll sein, da ge­wis­se ge­ne­ti­sche Er­kran­kun­gen sich auch in Ver­än­de­run­gen der Sa­men­qua­li­tät und –an­zahl zei­gen kön­nen. So muss un­ter an­de­rem eine Ver­an­la­gung zur Ver­er­bung der cys­ti­schen Fi­bro­se  (CF) oder Mu­ko­vis­zi­do­se aus­ge­schlos­sen wer­den. Die Mu­ko­vis­zi­do­se ist eine re­la­tiv häu­fig auf­tre­ten­de Erb­krank­heit, die eine Ein­di­ckung des Se­kre­tes der Schleim­häu­te be­wirkt, was vor al­lem die Funk­ti­on von Lun­ge und Bauch­spei­chel­drü­se, aber auch die Qua­li­tät des Sper­mas be­ein­träch­tigt.

                              In sehr sel­te­nen Fäl­len muss manch­mal eine Ho­den- oder Ne­ben­ho­den­bi­op­sie durch­ge­führt wer­den, um Sper­mi­en für eine künst­li­che Be­fruch­tung zu ge­win­nen (MESA oder TESE). Nur zur Dia­gnos­tik soll­ten die­se auf­wän­di­gen Ein­grif­fe nach Mei­nung der meis­ten Ex­per­ten aber nicht vor­ge­nom­men wer­den.

                              Wis­sen


                              kurz&bündigkurz&bündig
                              11/6/2019
                              Paar sitzend am Wasser, sie lehnt sich an ihn

                              Chla­my­di­en im Ho­den

                              Wenn es mit dem Schwang­erwer­den nicht klappt, ist das in etwa ei­nem Drit­tel der Fäl­le auf eine Un­frucht­bar­keit des …
                              kurz&bündigkurz&bündig
                              4/24/2019
                              Hand in blauem Gummihandschuh hält Plastikbecher für Urin- oder Spermaprobe

                              Sper­ma­pro­be ganz pri­vat

                              Die Ge­win­nung von Sper­ma zur Ana­ly­se der Sa­men­qua­li­tät ist für vie­le Män­ner eine hoch­not­pein­li­che An­ge­le­gen­heit – und …
                              kurz&bündigkurz&bündig
                              12/5/2016
                              Vater und Sohn mit Schutzhelmen bei der Arbeit mit Holz

                              Wie der Va­ter, so der Sohn

                              Män­ner, die nach ei­ner in­tra­zy­to­plas­mi­schen Sper­ma-In­jek­ti­on ( ICSI ) ge­bo­ren wur­den, ver­fü­gen im Sper­mio­gramm nur über …
                              Letzte Aktualisierung: 31.10.2019, BH

                              Mehr zum The­ma

                              Ak­tu­el­les

                              kurz&bündigkurz&bündig
                              12/4/2021
                              Arzt mit Baby auf dem Arm betrachtet Röntgenbild

                              Frü­he­re Dia­gno­se, bes­se­re The­ra­pie

                              Vor 50 Jah­ren hat kaum ein Kind mit Mu­ko­vis­zi­do­se (Cys­ti­sche Fi­bro­se, CF) das Er­wach­se­nen­al­ter er­reicht – heu­te hat es …

                              Auch in­ter­es­sant

                              Neu­es­te Ar­ti­kel

                              Unsere Partner

                              Anzeige
                              Anzeige