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Frau hält Thermometer in der Hand
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Na­tür­li­che Fa­mi­li­en­pla­nung


Schon seit Jahr­tau­sen­den ver­su­chen die Men­schen, Wege zu fin­den, wie sich eine Schwan­ger­schaft ver­hü­ten oder ge­zielt her­bei­füh­ren lässt. Die wich­ti­gen wis­sen­schaft­li­chen Ent­de­ckun­gen, die zur Ent­wick­lung der mo­der­nen na­tür­li­chen Fa­mi­li­en­pla­nung führ­ten, wur­den je­doch erst in der ers­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts ge­macht. Bahn­bre­chend wa­ren vor al­lem die­se Be­ob­ach­tun­gen: 

  • Der Ei­sprung fin­det 12 bis 16 Tage vor der nächs­ten Mens­trua­ti­on statt. Dies ent­deck­ten der ja­pa­ni­sche Gy­nä­ko­lo­ge Kyus­a­ku Ogi­no und sein ös­ter­rei­chi­scher Kol­le­ge Her­mann Knaus in den Dreis­si­ger Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts un­ab­hän­gig von­ein­an­der.

  • Der Ver­lauf der Kör­per­tem­pe­ra­tur steht in di­rek­tem Zu­sam­men­hang mit dem Zy­klus. Ba­sie­rend auf wis­sen­schaft­li­chen Ar­bei­ten zu die­sem The­ma ent­wi­ckel­te der deut­sche Gy­nä­ko­lo­ge Ger­hard Dö­ring 1954 ei­nen Leit­fa­den zur An­wen­dung der Tem­pe­ra­tur­me­tho­de. 

  • Die Kon­sis­tenz des Zer­vix­schleims ver­än­dert sich im Ver­lau­fe des Zy­klus. Die­se Er­kennt­nis führ­te ab 1953 zur Ent­wick­lung der Ovu­la­ti­ons- oder Zer­vix­schleim­me­tho­de durch John Bil­lings.

1965 be­schrieb der ös­ter­rei­chi­sche Arzt Jo­sef Röt­zer zum ers­ten Mal die sym­pto­ther­ma­le Me­tho­de. Sie ba­siert auf der Tat­sa­che, dass sich an­hand von kör­per­li­chen Sym­pto­men (sym­pto) und der Kör­per­tem­pe­ra­tur (ther­mal) die frucht­ba­ren Tage sehr ge­nau be­stim­men las­sen. 

Was die Pil­le ver­än­dert hat


Mit der Er­fin­dung der Pil­le rück­te das The­ma na­tür­li­che Fa­mi­li­en­pla­nung mehr und mehr in den Hin­ter­grund. Ver­hü­tung ohne Hor­mo­ne wur­de als ver­al­tet und un­si­cher an­ge­se­hen. Dass un­ter dem Be­griff na­tür­li­che Fa­mi­li­en­pla­nung oft auch Me­tho­den wie der Co­itus In­ter­rup­tus ge­nannt wer­den, trägt auch nicht ge­ra­de zum gu­ten Ruf der Ver­hü­tung ohne Hor­mo­ne bei.

In­zwi­schen hat das In­ter­es­se am The­ma aber wie­der zu­ge­nom­men, denn hor­mo­nel­le Ver­hü­tungs­mit­tel sind zwar si­cher, aber nicht im­mer frei von Ne­ben­wir­kun­gen. Aus die­sem Grund sind vie­le Frau­en auf der Su­che nach ei­ner zu­ver­läs­si­gen, ne­ben­wir­kungs­frei­en Al­ter­na­ti­ve. Die­se ist in der sym­pto­ther­ma­len Me­tho­de ge­ge­ben. Paa­re, die auf die­sem Weg ver­hü­ten möch­ten, soll­ten sich aber un­be­dingt ver­tieft mit der Me­tho­de aus­ein­an­der­set­zen, denn Si­cher­heit ist nur bei rich­ti­ger An­wen­dung ge­ge­ben. 

Wo Sie sich über na­tür­li­che Fa­mi­li­en­pla­nung in­for­mie­ren kön­nen


Im deutsch­spra­chi­gen Raum sind es heu­te vor al­lem zwei In­sti­tu­tio­nen, die in die­sem Be­reich Be­ra­te­rin­nen aus­bil­den, In­for­ma­ti­ons­ma­te­ri­al für An­wen­de­rin­nen und me­di­zi­ni­sche Fach­per­so­nen er­ar­bei­ten so­wie Paa­re in der An­wen­dung der sym­pto­ther­ma­len Me­tho­de schu­len. Ei­ner­seits das In­sti­tut für Na­tür­li­che Emp­fäng­nis­re­ge­lung Dr. med. Jo­sef Röt­zer (INER), an­de­rer­seits die Ar­beits­grup­pe NFP un­ter der Trä­ger­schaft der Mal­te­ser. Die­se Ar­beits­grup­pe hat für die sym­pto­ther­ma­le Me­tho­de den Mar­ken­na­men Sen­si­plan ein­tra­gen las­sen, um Ver­wechs­lun­gen mit we­ni­ger zu­ver­läs­si­gen Me­tho­den, die oft eben­falls un­ter dem Ober­be­griff "na­tür­li­che Fa­mi­li­en­pla­nung" ge­nannt wer­den, zu ver­mei­den.

Letzte Aktualisierung: 07.01.2021, TV
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