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Die In­trau­terin­spi­ra­le 

Für die­ses klei­ne Ge­rät, das vom Frau­en­arzt in die Ge­bär­mut­ter­höh­le (in­trau­te­rin) ein­ge­setzt wird, gibt es vie­le Be­zeich­nun­gen und Ab­kür­zun­gen: Spi­ra­le, Kup­fer­spi­ra­le, In­trau­terin­spi­ra­le, Ver­hü­tungs­schirm­chen, In­trau­te­rin­pes­sar, IUP oder IUD. Der meist­ver­wen­de­te Typ ist ein T- oder huf­ei­sen­för­mi­ges, mit ei­nem Kup­fer­draht um­wi­ckel­tes Kunst­stoff­stück, da­her der Name "Kup­fer­spi­ra­le".

Wir­kungs­wei­se und Si­cher­heit der Spi­ra­le


War­um die Spi­ra­le emp­fäng­nis­ver­hü­tend wirkt, ist nicht ge­nau be­kannt. Es wird an­ge­nom­men, dass das Kup­fer der Spi­ra­le und die lo­ka­le Ent­zün­dungs­re­ak­ti­on in der Ge­bär­mut­ter die Sper­mi­en in ih­rer Be­weg­lich­keit be­hin­dert oder so­gar ab­tö­tet und zu­sätz­lich die Ein­nis­tung der even­tu­ell be­fruch­te­ten Ei­zel­le ver­hin­dert. Als Ver­hü­tungs­mit­tel ist die Spi­ra­le mit ei­nem Pearl-In­dex von ca. 1 sehr si­cher.

Vor- und Nach­tei­le der Kup­fer­spi­ra­le


Der gröss­te Vor­teil der Spi­ra­le ist der ge­rin­ge Auf­wand und ihre Si­cher­heit. Wei­te­re Vor­tei­le:

  • Ein ein­ma­li­ger Ein­griff alle 3 bis 5 Jah­re.

  • Kei­ne An­wen­dungs- be­zie­hungs­wei­se Ein­nah­me­feh­ler wie bei der Pil­le.

  • Kein Ein­griff in den Hor­mon­haus­halt.

  • Nach der Ent­fer­nung der Kup­fer­spi­ra­le ist eine Schwan­ger­schaft so­fort wie­der mög­lich.

Was ge­gen eine Kup­fer­spi­ra­le spre­chen könn­te:

  • Mög­li­cher­wei­se stär­ke­ren und län­ge­ren Mo­nats­blu­tun­gen, die sich nicht im­mer nach den ers­ten Mo­na­ten nor­ma­li­sie­ren. Bei 10 % al­ler Frau­en muss die Spi­ra­le we­gen zu star­ker Blu­tun­gen wäh­rend der Pe­ri­ode oder we­gen zu star­ker Schmer­zen wie­der ent­fernt wer­den. 

  • Durch den Rück­holfa­den be­steht ein er­höh­tes In­fek­ti­ons­ri­si­ko (z. B. für Chla­my­di­en), mit dem auch die Ge­fahr von Un­ter­leibs­ent­zün­dun­gen und nach­fol­gen­der Un­frucht­bar­keit steigt.

  • In spä­te­ren Schwan­ger­schaf­ten ist das Ri­si­ko für eine Ei­lei­ter­schwan­ger­schaft er­höht.

  • Eine Spi­ra­le schütz­te aber nicht vor se­xu­ell über­trag­ba­ren Krank­hei­ten.

Wann und wie wird die Spi­ra­le ein­ge­setzt?


Der bes­te Zeit­punkt für das Ein­set­zen der Spi­ra­le ist wäh­rend oder kurz nach der Mens­trua­ti­on. Nach der gy­nä­ko­lo­gi­schen Un­ter­su­chung wird die Spi­ra­le mit ei­ner Ein­führ­hül­se durch die Schei­de hin­durch in die Ge­bär­mut­ter ein­ge­führt. Sie ver­an­kert sich dort und soll­te nicht ver­rut­schen kön­nen, was den Emp­fäng­nis­schutz ein­schrän­ken wür­de. Un­mit­tel­bar da­nach wird die Lage der Spi­ra­le per Ul­tra­schall kon­trol­liert, wei­te­re Kon­trol­len wer­den alle sechs Mo­na­te emp­foh­len. Am Ende der Spi­ra­le be­fin­det sich ein Fa­den, der et­was in die Schei­de hin­ein­ragt und mit dem die Trä­ge­rin selbst den Sitz der Spi­ra­le über­prü­fen kann.

Das Ri­si­ko von Ver­let­zun­gen der Ge­bär­mut­ter beim Ein­set­zen der Spi­ra­le ist sehr ge­ring. Trotz­dem kön­nen kurz nach dem Ein­le­gen der Spi­ra­le krampf­ar­ti­ge Schmer­zen, ähn­lich wie bei der Mens­trua­ti­on, auf­tre­ten. Die­se Be­schwer­den ver­ge­hen im All­ge­mei­nen be­reits nach we­ni­gen Stun­den. Leich­te Schmier­blu­tun­gen nach dem Ein­le­gen kön­nen bis zu sechs Wo­chen be­stehen. In den ers­ten bei­den Mo­na­ten kommt es ge­le­gent­lich zu ei­ner Spon­tan­aus­stos­sung der Spi­ra­le, vor al­lem bei Frau­en, die noch nicht ge­bo­ren ha­ben.

Die "Spi­ra­le da­nach"

Die Spirale kann auch nach Versagen anderer Methoden oder ungeschütztem Sexualverkehr zur Verhinderung einer Schwangerschaft angewendet werden kann. Dafür muss sie innerhalb von fünf Tagen eingesetzt werden, um eine Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter zu verhindern. Danach kann Sie für weitere Empfängnisverhütung in der Gebärmutter verbleiben.

Für wen ist eine Kup­fer­spi­ra­le ide­al?


Ge­eig­net ist die Spi­ra­le des­halb eher für Frau­en, die schon meh­re­re Kin­der ha­ben oder de­ren Fa­mi­li­en­pla­nung be­reits ab­ge­schlos­sen ist. Nach neue­ren Stu­di­en ist aber auch der Ein­satz bei jün­ge­ren Frau­en ohne Kin­der ver­tret­bar. Auf je­den Fall kön­nen In­trau­terin­spi­ra­len auch wäh­rend der Still­zeit ver­wen­det wer­den, denn sie üben kei­ner­lei Ein­fluss auf die Milch­pro­duk­ti­on und das Baby aus. Eine In­trau­terin­spi­ra­le darf je­doch frü­hes­tens sechs Wo­chen nach ei­ner Ge­burt ein­ge­setzt wer­den. An­dern­falls kann nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass es zu In­fek­tio­nen kommt oder die Spi­ra­le wie­der aus­ge­stos­sen wird.

Al­ter­na­ti­ven zur Spi­ra­le


Nach dem­sel­ben Prin­zip funk­tio­niert der Kup­fer­ball und die so­ge­nann­te Kup­fer­ket­te (Gy­ne­fi­x®). Sie be­steht aus meh­re­ren an ei­nem Kup­fer-Fa­den be­fes­tig­ten Kup­fer-Per­len. Das Wir­kungs­prin­zip ist wie bei der Kup­fer­spi­ra­le, sie kann sich aber in der Ge­bär­mut­ter fle­xi­bler be­we­gen, passt sich je­der Ge­bär­mut­ter-Form und al­len Be­we­gun­gen an und hat kei­nen Kon­takt mit der Ge­bär­mut­ter­schleim­haut. Da­durch tre­ten we­ni­ger Ver­let­zun­gen in der Ge­bär­mut­ter­schleim­haut, Blu­tun­gen und Schmer­zen auf als bei her­kömm­li­chen Kup­fer­spi­ra­len. Auch das Ver­rut­schen ist aus­ge­schlos­sen, wes­halb in vie­len Län­dern die Kup­fer­ket­te ge­ra­de auch bei jun­gen Frau­en häu­fig ein­ge­setzt wird.

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Letzte Aktualisierung: 23.05.2022, BH / KM

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