Anzeige
  • Kinderwunsch
    • Schwangerschaft
      • Geburt
        • Wochenbett
          • Baby
            • Kind

              • Stillen
                • Krankheiten
                  • Familie
                    • Frau
                      • Erziehung
                        • Vater werden
                          • Gesund Leben
                            • Arbeit, Recht und Finanzen

                              Führt Zah­nen im­mer zu Fie­ber und Durch­fall?

                              Die­se Er­fah­rung ma­chen alle jun­gen El­tern: Wenn Kin­der ihre ers­ten Zäh­ne be­kom­men, lei­den sie auch häu­fig un­ter Fie­ber, Durch­fall, Oh­ren­schmer­zen oder Er­käl­tun­gen. Da liegt die Ver­mu­tung nahe, dass sie durch das Zah­nen krank ge­wor­den sind. Doch wie stark ein zah­nen­des Kind auch quen­gelt: Der Durch­bruch der Zäh­ne ist kei­ne Krank­heit, son­dern ein nor­ma­ler, na­tür­li­cher Vor­gang, der zu Kind­heit ge­hört wie Wach­sen und Lau­fen­ler­nen,

                              Der Stress beim Zahn­durch­bruch kann die Darm­tä­tig­keit be­schleu­ni­gen und zu leich­tem Durch­fall füh­ren. Vie­le Ba­bys ha­ben auch Fie­ber, wenn die Zäh­ne kom­men – doch das ist eine zu­fäl­li­ge Über­schnei­dung. „Dass das Zah­nen die Kin­der krank macht, ist ein Aber­glau­be, der sich al­ler­dings seit Jahr­hun­der­ten hart­nä­ckig hält. Frü­her wur­den fast alle Krank­hei­ten bei Ba­bys ent­we­der auf das Zah­nen oder auf Wür­mer zu­rück­ge­führt“, er­läu­tert Kin­der- und Ju­gend­arzt Prof. Dr. Bert­hold Ko­letz­ko, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Kin­der­ge­sund­heit. „Auch heu­te wird das Zah­nen oft noch für eine Krank­heit ge­hal­ten, vor al­lem von El­tern, die die­se kri­ti­sche Zeit zum ers­ten Mal be­ob­ach­ten. Tat­sa­che ist aber: Die ‚Zahn­krämp­fe’, die frü­her häu­fig als To­des­ur­sa­che bei Säug­lin­gen an­ge­se­hen wur­den, wa­ren meist auf In­fek­ti­ons­krank­hei­ten zu­rück­zu­füh­ren."

                              Der Grund für die In­fek­tio­nen:

                              • Der Nest­schutz und da­mit die Un­ter­stüt­zung durch müt­ter­li­che Ab­wehr­stof­fe nimmt ab dem Al­ter von vier Mo­na­ten ra­pi­de ab. Der klei­ne Or­ga­nis­mus muss sich nun selbst mit sei­ner "an­ste­cken­den" Um­ge­bung aus­ein­an­der­set­zen.

                              • Auch die Um­stel­lung von Mut­ter­milch auf Fla­schen­milch oder fes­te­re Nah­rung, die meis­tens in die­se Zeit fällt, kann den Or­ga­nis­mus des Ba­bys be­las­ten. Das kann auch schon mal die Kör­per­tem­pe­ra­tur an­stei­gen las­sen.

                              • Zah­nen­de Kin­der ste­cken vie­les in den Mund. Das macht sie an­fäl­li­ger für In­fek­te.

                              Nor­ma­ler­wei­se wach­sen die mit Span­nung er­war­te­ten Milch­zäh­ne ohne Ver­let­zung der Schleim­haut und völ­lig un­blu­tig durch das Zahn­fleisch, be­tont die Stif­tung Kin­der­ge­sund­heit. Der Zahn­durch­bruch kann aber auch mit Be­gleit­erschei­nun­gen ver­bun­den sein, die für eine Men­ge Stress in der Fa­mi­lie sor­gen: Das Baby wird un­ru­hig, ge­reizt, wei­ner­lich und miss­lau­nig. Die Schleim­haut im Mund kann sich rö­ten oder bläu­lich ver­fär­ben. Ge­le­gent­lich sieht man über ei­nem durch­tre­ten­den Zahn auch ei­nen flüs­sig­keits­ge­füll­ten Raum. Die Span­nung im Zahn­fleisch ist mit­un­ter schmerz­haft. Die Kin­der sab­bern mehr und rei­ben am ge­reiz­ten Zahn­fleisch. Die Tem­pe­ra­tur geht leicht in die Höhe.

                              Er­höh­te Tem­pe­ra­tur be­schleu­nigt aber die Stoff­wech­sel­vor­gän­ge im Kör­per – und löst so das Durch­bre­chen der Zäh­ne oft erst aus. Das er­weckt den An­schein, als sei das Zah­nen die Ur­sa­che für das Fie­ber. Es ist je­doch eher um­ge­kehrt.

                              Was ha­ben das ver­meint­li­che „Zahn­fie­ber“ und die an­de­ren be­un­ru­hi­gen­den Sym­pto­me wirk­lich mit dem Zah­nen zu tun? Die­se Fra­ge hat vor kur­zem eine Grup­pe von bra­si­lia­ni­schen Kin­der­ärz­te und Zahn­ärz­te an der Uni­ver­si­tät San­ta Ca­ta­ri­na in Flo­ri­anó­po­lis in ei­ner gross an­ge­leg­ten Me­ta­ana­ly­se wis­sen­schaft­li­cher Stu­di­en un­ter­sucht (Mas­si­gnan C. et al (2016): „Si­gns and sym­ptoms of pri­ma­ry tooth erup­ti­on: a meta-ana­ly­sis“, Pe­diatrics 137:e20153501). Die Stu­di­en er­ga­ben tat­säch­lich eine Rei­he von Be­schwer­den: 70,5 Pro­zent al­ler Ba­bys zeig­ten beim ers­ten Zahn­durch­bruch Sym­pto­me oder Auf­fäl­lig­kei­ten. Am häu­figs­ten wa­ren Rö­tun­gen des Zahn­fleisches, Un­ru­he und ver­mehr­ter Spei­chel­fluss. Als eben­falls häu­fi­ge Be­gleit­sym­pto­me wa­ren Durch­fall, Ap­pe­tit­lo­sig­keit, Schlaf­stö­run­gen, Schnup­fen, ver­ein­zelt auch Ver­än­de­run­gen der Haut im Ge­sicht (rote Wan­gen, Aus­schlag) so­wie Er­bre­chen. Wenn meh­re­re Zäh­ne gleich­zei­tig durch­bra­chen, wur­den mehr Be­schwer­den be­rich­tet.

                              Der wich­tigs­te Ge­gen­stand der Un­ter­su­chung war je­doch die Fra­ge nach dem ver­meint­li­chen „Zahn­fie­ber“ und sei­nen Fol­gen. Das be­ru­hi­gen­de Er­geb­nis: Der Zahn­durch­bruch führ­te zwar tat­säch­lich häu­fi­ger zu ei­ner leich­ten Tem­pe­ra­tur­er­hö­hung, je­doch nur sel­ten zu Fie­ber über 38 Grad Cel­si­us (rek­tal ge­mes­sen).

                              Letzte Aktualisierung: 09.01.2020, BH

                              Mehr zum The­ma

                              Ak­tu­el­les

                              kurz&bündigkurz&bündig
                              9/8/2022
                              Babyhand greift nach diversen Medikamenten auf dem Tisch

                              Me­di­ka­men­ten­ver­gif­tung

                              Ver­gif­tun­gen durch Me­di­ka­men­te bei Kin­dern ma­chen ei­nen Gross­teil der An­fra­gen in Gift­in­for­ma­ti­ons­zen­tren aus. …

                              Auch in­ter­es­sant

                              Neu­es­te Ar­ti­kel

                              Unsere Partner

                              Anzeige
                              Anzeige