Männer und Stillen

Männer und Stillen

Viele Männer fühlen sich nach der Geburt ihres Kindes trotz Vaterglück nicht hundertprozentig wohl in ihrer Haut. Selbstverständlich ist die Freude gross, trotzdem müssen sie noch ihre neue Position in der kleinen Familie finden – aber die frischgebackene Mama hat nur noch Augen für das Baby. Wo ist Platz für den Papa? Wie kann er sich einbringen? Immerhin nehmen heute die meisten Väter nach der Geburt erst einmal ein paar Tage frei und möchten diese Zeit auch gerne sinnvoll für Mutter und Kind nutzen.

Das Wichtigste: Die Partnerin entlasten. Sich um die Stillende kümmern und das Baby tragen, kuscheln, singen, spazieren gehen – das kann der Papa auch. Und Babys geniessen Papas Nähe und Wärme sowie seinen Geruch sehr. Sehr gut geht das in einem Tragetuch. Wenn das Baby so herumgetragen wird, sorgen Bewegung und Körperwärme dafür, Blähungen und Koliken zu lindern. Unruhige Babys lassen sich so am besten beruhigen.

Auch während des Stillens kann der Papa behilflich sein. Zunächst einmal mit ganz pragmatischen Dingen wie dem Bereitstellen von Wasser, Saft oder Tee, denn stillen macht durstig - und hungrig natürlich auch. Und welche Frau würde sich nicht darüber freuen, wenn der Partner einmal das Kochen und Abwaschen übernimmt. Der Vater kann aber auch die älteren Geschwister beschäftigen, z.B. Bilderbücher anschauen oder vorlesen.

Auch kleine Aufmerksamkeiten wie eine Rückenmassage können entspannend wirken und so das Stillen erleichtern. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Partnerin – eine Stillsitzung kann manchmal ganz schön lange dauern und ein bisschen Unterhaltung ist daher ab und zu gerne willkommen. Und wenn es Zeit für das Görpsli ist, kann der Papa übernehmen und Mama hat die Gelegenheit, kurz aufzustehen, bevor es mit dem Stillen an der zweiten Brust weitergeht.

Nicht vergessen darf er, die stillende Mutter moralisch zu unterstützen. Rund um das Thema Stillen herrscht oft Verwirrung – meist durch die vielen gut gemeinten Tipps von allen Seiten, die dazu führen, dass eine Erstlings-Mutter verunsichert wird und verkrampft. Doch genau das verhindert einen gelungenen Stillstart. Seien Sie geduldig, wenn das Stillen nicht gleich gelingt, ermutigen und beruhigen Sie Ihre Partnerin und sorgen Sie im Umfeld für Ruhe und Gelassenheit.

Hätten Sie übrigens gedacht, dass auch Männer stillen können? Theoretisch könnte durch den Reiz des Saugens an der Brustwarze auch bei Männern die Milchproduktion angeregt werden. Allerdings muss das hier eingegrenzt werden: Ja, Männer haben Milchdrüsen, aber deutlich weniger als Frauen und nur die wenigsten Männer würden ein Kind annähernd satt bekommen. Ganz abgesehen davon, dass die Mama von dieser Art der Hilfe vielleicht gar nicht so angetan wäre…

Der Papa kann natürlich auch baden und wickeln. So ein Baby braucht ganz schön viele neue Windeln, vor allem vor und nach dem Stillen. Wenn der Papa wickelt, hat die Mama auch hier die Möglichkeit, kurz auszuruhen und die Augen zu schliessen. Und der Papa kann die Wickelzeit zum Schmusen mit dem Baby nutzen, was bald schon mit dem ersten Lächeln belohnt wird.

Spiele auf dem Wickeltisch

Wenn sich das Stillen ein bisschen etabliert hat, kann der Vater auch das Füttern mit der Schoppenflasche übernehmen. Dank abgepumpter Muttermilch kann die Mama mal entspannt zur Rückbildung oder zum Arzt, während Papa und Baby die Mahlzeit daheim auch ohne sie meistern.

Stillen - Väter sind wichtig!

Letzte Aktualisierung : 05.2018, BH

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