Mädchen mit farbigen Händen
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Förderung der Kreativität

Wer mit Kindern unterwegs ist, stellt schnell einmal fest: Die Kreativität muss eigentlich gar nicht gefördert werden, denn die Kleinen kommen ganz von sich aus auf die verrücktesten Ideen, wenn sie sich aufmachen, um die Welt zu entdecken. Erwachsene müssen sich also eher die Frage stellen, wie sie der Kreativität ihrer Kinder keine unnötigen Grenzen setzen. Die folgenden Anregungen helfen Ihnen dabei:

  • Schränken Sie den Entdeckungsdrang Ihres Kindes möglichst wenig ein. Natürlich ist es wichtig, dass es sich keine Verletzungen zuziehen kann, ansonsten sollte es aber möglichst frei sein darin, seine Umgebung zu erforschen.
  • Achten Sie bei der Spielzeugwahl darauf, dass nicht alle Möglichkeiten bereits vorgegeben sind. Am spannendsten sind Spielsachen, die sich vielfältig einsetzen lassen. Überfordern Sie Ihr Kind nicht mit einer allzu grossen Auswahl. Wenn es nicht mehr weiss, wo es überhaupt mit Spielen anfangen soll, wird die Kreativität im Keim erstickt.
  • Kinder lieben es, Alltagsgegenstände zu anderen Zwecken einzusetzen, als sie es eigentlich gedacht wären. Mithilfe von Kissen und Decken wird aus dem Stockbett eine Höhle, in der die Stofftiere hausen. Der Wäschezuber verwandelt sich in ein Segelschiff, mit dem das Kind über den weiten Ozean fährt. Unterbinden Sie solche Spiele nach Möglichkeit nicht. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit ihrem Kind auszumalen, was es in seiner Höhle oder auf seiner Schiffsreise alles erlebt.
  • Stellen Sie verschiedene Materialien zum Experimentieren zur Verfügung. Mit Tannzapfen, Kastanien, Steinen etc. lassen sich wunderbare kleine Kunstwerke gestalten, bei der Bearbeitung von Ton, Holz oder Salzteig sammelt das Kind neue Erfahrungen.
  • Für kleine Kinder muss der Rand des Papiers nicht unbedingt die Grenze des Bildes darstellen. Decken Sie den Arbeitsplatz deshalb grosszügig ab, so dass es nichts ausmacht, wenn das Kind über den Rand hinaus malt.
  • Malvorlagen und Bastelsets lassen wenig Kreativität zu. Zudem kommt schnell einmal Frust auf, wenn das Resultat nicht der Vorlage entspricht.
  • Geben Sie nur Anweisungen, wo das Kind alleine nicht mehr weiterkommt. Im Vorschulalter steht noch nicht das Erlernen von verschiedenen Techniken im Zentrum, sondern die Erfahrung, wie sich verschiedene Materialien bearbeiten und gestalten lassen.
  • Kleine Kinder haben endlos viele Fragen. Speisen Sie Ihr Kind nicht mit einem gelangweilten „Das ist halt einfach so“ ab, auch wenn die Fragerei manchmal ganz schön mühsam sein kann. Liefern Sie aber auch nicht immer eine ausführliche, pfannenfertige Antwort. Ermutigen Sie Ihr Kind, mit eigenen Vorschlägen und Gedankengängen zur Lösung beizutragen.
  • Bewerten und kritisieren Sie die Werke Ihres Kindes nicht. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Experimentierfreude.
  • Sorgen Sie nicht pausenlos für Beschäftigung. Aus der Langeweile entstehen oft die besten Ideen. 
  • Betätigen Sie sich selber kreativ und seien Sie dabei nicht zu selbstkritisch mit dem Resultat. Kinder imitieren das, was ihnen die Eltern vorleben, im Positiven wie im Negativen.

Newsticker

Weniger Spielzeug - mehr Kreativität | 04.12.2018

Was schenken? Weniger ist mehr: Amerikanische Forscher haben 36 Kleinkinder im Alter von 18 bis 30 Monaten beim Spielen beobachtet. Zur Auswahl standen geschlechtsneutrale Spielzeuge in vier Gruppen: Lern-Spielzeuge (Farben, Zahlen usw.), Rollen-Spielzeuge ("Tun-als-ob"), Action-Spielzeuge und Spielzeuge mit Rädern. Entweder befanden sich im Zimmer 4 oder 16 Spielzeuge. Das Resultat: Bei 16 verfügbaren Spielzeugen spielten die Kinder mit mehr Spielsachen und damit weniger lang mit jedem einzelnen Spielzeug. Bei nur vier Spielzeugen spielten die Kleinen länger mit jedem Spielzeug und ausserdem kreativer und mit mehr Begeisterung. Offensichtlich sind Kinder mit viel Spielzeug überfordert und lassen sich leichter ablenken, so die Wissenschaftler.

Letzte Aktualisierung : 08-09-17, TV

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