Quetschies; Picture Alliance
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Quetschies – Fastfood für Babys

Praktisch und sauber...

Quetschbeutel mit pürierten Fruchtzubereitungen oder anderen Zutaten bieten aus der Sicht vieler Eltern ein bequemes Vorgehen: Nach Abschrauben des Deckels kann der Inhalt des Quetschies direkt in den Mund des Babys oder des Kleinkindes gedrückt werden. Bereits etwas grössere Kinder können den Inhalt aus der Tülle heraussaugen oder bei flüssigen Produkten trinken. Meist gelingt ihnen dies ohne zu kleckern, es entstehen also keine Flecken auf der Kleidung.

Quetschbeutel sind jedoch oft doppelt so teuer als herkömmlicher Gläschenbrei. Ausserdem sind sie meist überzuckert und übersäuert.

... aber nicht gesund

Viele Quetschies haben extrem viele Kalorien, einen sehr süssen Geschmack und eine völlig unausgewogene Zusammensetzung der Nährstoffe mit einem viel zu hohen Zuckergehalt, so die Stiftung Kindergesundheit. Dadurch erhöht sich auch das Risiko für Zahnkaries und Übergewicht.

Der überwiegende oder sogar der gesamte Zuckergehalt stammt aus dem Zucker der verwendeten Fruchtzubereitung und nicht aus zugesetztem Zucker. Deshalb dürfen auch extrem zuckerreiche Produkte die Aufschrift „ohne Zuckerzusatz“ tragen, wenn der zusätzliche Zucker zum Beispiel aus konzentriertem Fruchtmus oder -saft stammt. Professor Berthold Koletzko: „Dies kann bei Eltern fälschlicherweise den Eindruck erwecken, es würde sich um ein zuckerarmes Produkt handeln. Aber nicht nur der zugesetzte Zucker, sondern vor allem auch der Gesamtzuckergehalt ist verantwortlich für unerwünschte gesundheitliche Auswirkungen beim Kind“.

Saugen statt essen

Ein weiteres Problem: „Wenn Säuglinge Beikost vorwiegend durch das Saugen aus einem Beutel aufnehmen, kann dadurch das Lernen des Essens von einem Löffel oder von festeren Nahrungsstücken aus der Hand verzögert und erschwert werden“, gibt Professor Berthold Koletzko zu bedenken. Hinzu kommt: „Das Erkunden der Nahrung mit den Lippen, der Zunge und den Händen und das Einüben des Kauens und Beissens wird nachteilig beeinflusst. Das kann dazu führen, dass das Kind später festere Nahrung wie Gemüse und Obst ablehnt“.

Das Füttern mit dem Löffel und das Essen aus der Hand bietet den Eltern dagegen eine hervorragende Gelegenheit zur Kommunikation, zum gegenseitigen Zuhören und zum Sprechen mit dem Kind. Das Kind beobachtet und lernt dabei, was Eltern und Geschwister essen und wird so zum Probieren angeregt.

Die Stiftung Kindergesundheit rät deshalb ausdrücklich ab vom Verzehr pürierter Beikostprodukte aus Quetschbeuteln: Beikost sollte mit dem Löffel oder durch die Hand des Kindes zugeführt und nicht aus einem Plastikbeutel gesaugt werden.

Quelle: www.kindergesundheit.de


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Letzte Aktualisierung : 12-11-19, BH

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