Kind mit Sonnenbrand
Pflege | Kind | Baby

Sonnenbrand, Sonnenstich, Hitzschlag und Sonnenallergie

Wenn es trotz aller Vorsicht zu einem leichten Sonnenbrand kommt, hilft als erste Massnahme kühlen - am besten mit feuchten, lauwarmen Tüchern, später hilft ein kalter Umschlag mit Milch oder Buttermilch. Oder mischen Sie geriebene Salatgurke mit Joghurt und streichen Sie es auf die betroffenen Stellen. Ausserdem helfen kühlende, abschwellende Gels und Après-soleil-Bodylotions (After Sun) für empfindliche Haut aus der Apotheke.

Ist der Sonnenbrand ausgeprägt oder weist schon offene, wunde Stellen bzw. Bläschen auf, sollte auf Joghurt- oder Quarkumschlägen wegen der Infektionsgefahr verzichtet werden. Auf keinen Fall dürfen Mehl, Puder oder Öl auf die verbrannte Haut aufgetragen werden. Das hilft nicht und die Gefahr einer Infektion steigt. Auch Fettsalben und Wärme sind bei akutem Sonnenbrand nicht geeignet. Bei einem solch starken Sonnenbrand, der mitunter auch fiebrig sein kann, müssen Sie auf jeden Fall Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren. Bei stärkeren Verbrennungen legt der Arzt Verbände mit antiseptisch wirksamen Salben und fetthaltiger Gaze an. Die auftretenden Brandblasen nie selber öffnen, sie schützen vor Infektionen. 

Ist die akute Entzündung abgeklungen, können Heilsalben oder Lotionen mit Dexpanthenol oder Ringelblume aufgetragen werden, damit sich der Wasser-Fett-Schutzmantel wieder aufbaut.

Bei einem Sonnenbrand geht dem Körper viel Flüssigkeit verloren, deshalb viel trinken! Die geplagte Haut soll nicht zu schnell wieder der Sonne aussetzt werden.

Beachten Sie!

Interview

Dr. pharm. Renato Kaiser über das Thema Sonnenschutz bei Kindern 

Ein Sonnenstich entsteht durch intensive Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Die empfindlichen Hirnhäute des Babys werden gereizt, das Gehirn erwärmt sich und schwillt an, weil die Schädeldecke noch sehr dünn ist und der spärliche Haarwuchs kaum Strahlung abhält. Anzeichen für einen Sonnenstich sind kühle Haut bei hochrotem Köpfchen, schrilles Weinen, evtl. Erbrechen. Bringen Sie das Kind dann sofort in einen kühlen Raum, lagern Sie sein Köpfchen hoch und kühlen Sie Stirn und Nacken mit feuchten Tüchern. Viel zu trinken geben! Erholt sich Ihr Kind nicht innerhalb weniger Minuten, ist es vernünftig, den Notarzt zu rufen.

Bei einem Hitzschlag oder Hitzekollaps bricht die gesamte Wärmeregulation des Körpers zusammen. Die Körpertemperatur steigt auf über 40 Grad an. Das kann bei grosser Hitze beispielsweise im Auto passieren. Die Haut ist trocken, heiss und rot, das Kind wirkt schläfrig oder verwirrt. Zögern Sie nicht, den Notarzt zu rufen. In der Zwischenzeit geht es darum, das Baby aus der Hitze ins Kühle zu bringen, es in die stabile Seitenlage zu legen und die Körpertemperatur rasch zu senken. Dabei können grossflächige Umschläge mit nassen Handtüchern helfen. Auf keinen Fall sollten Sie das Kind unter die eiskalte Dusche stellen. Im Extremfall kann es so zu Bewusstlosigkeit oder Krämpfen kommen – ein lebensbedrohlicher Notfall.

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Oder Mallorca-Akne oder Licht-Urtikaria? Gibt es da einen Unterschied? Was schützt davor und wie behandelt man den Juckreiz?

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Kleidung mit UV-Schutz

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Für Kleinkinder oder Menschen mit sonnenempflindlicher Haut werden spezielle UV-Schutz-Textilien empfohlen, deren Schutzwirkung auch in nassem Zustand besteht.

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Newsticker

Hitzschlag im Auto | 06.06.2018

Immer wieder wird davor gewarnt, Tiere oder Kinder auf keinen Fall – auch nicht für kurze Zeit - im parkenden Auto warten zu lassen. US-Wissenschaftler haben jetzt an heissen Tagen (über 38°C) Messungen in Autos durchgeführt. Nach einer Stunde in der prallen Sonne stieg die Innentemperatur auf 47°C an, aber auch im Schatten heizten sich die Sitze auf 41°C auf. Ein Hitzschlag ist wahrscheinlich, wenn die Körpertemperatur auf über 40°C ansteigt. Im schlimmsten Fall erleidet das Kind einen Kreislaufkollaps, wird bewusstlos und stirbt. Wer als Passant im Sommer ein eingeschlossenes Kind im Auto sieht, sollte schnell handeln: Sind die Eltern nicht in der Nähe und lassen sich die Türen nicht öffnen, verständigen Sie die Polizei (117) oder den Notruf (112). Die Beamten bzw. der Rettungsdienst geben dann weitere Anweisungen. 

Letzte Aktualisierung : 06.2019, BH

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