Mutter und Baby mit grossem Strohhut
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Cool bleiben in der Sommerhitze

Uns Erwachsenen macht die Hitze schon zu schaffen und einem Baby oder Kleinkind noch viel mehr. Wenn es so heiss und schwül ist, werden viele Babys quengelig, schlafen schlecht ein, trinken und essen weniger.

  • Wohnung kühlen: In einer Dachwohnung oder oberen Etage ist es oft besonders heiss. Klimageräte sind eine Lösung, aber sehr teuer und ausserdem Energiefresser. Mit offenen Fenstern durchlüften nützt wenig, wenn die heisse Luft von draussen hereinkommt. Ventilatoren senken zwar nicht die Zimmertemperatur, es fühlt sich aber auf der Haut kühler an. Sie sind also nur sinnvoll, wenn man sich auch im Zimmer aufhält. ABER: Zugluft und Ventilatoren in der Nähe des Babys sollte man vermeiden. Die Geräte bitte möglichst weit entfernt aufstellen. In der Nähe von Kleinkindern haben Ventilatoren nichts zu suchen wegen der Verletzungsgefahr.
  • Verdunstungskühle: Bei sehr grosser Hitze helfen vielleicht feuchte Handtücher auf dem Boden vor dem Fenster. Durch die aufsteigende Feuchtigkeit entsteht ein Kühlungseffekt. Aber Achtung, der Trick ist nur bei gleichzeitigem Lüften sinnvoll – ansonsten wird die Luft nur schwüler und wir empfinden feuchte Luft als unangenehmer.
  • Richtig lüften: Nachts grosszügig lüften und vormittags die Fenster wieder schliessen oder geöffnet lassen und mit Jalousien abdunkeln.
  • Heimliche Wärmequellen in der Wohnung abschalten: Elektrische Geräte wie ältere Röhrenfernseher, Computer, Laptops, Wäschetrockner erzeugen jede Menge Abwärme, oft auch über die Netzteile im Standby-Betrieb – wenn möglich ausschalten, wenn es in der Wohnung ohnehin schon heiss ist.
  • Im Schatten bleiben: Wie wichtig Sonnenschutz ist, weiss inzwischen jeder. Das fängt damit an, dass man sich möglichst nur im Schatten aufhält. Besonders die Mittagshitze sollte man im Inneren verbringen – das passt gut zum Mittagsschlaf. Unterwegs sollte man immer eine Kopfbedeckung für das Baby dabei haben. Auch im Kinderwagen oder Buggy sollte ein Sonnenschirm oder Sonnensegel für den Kinderwagen mit UV-Schutz nicht fehlen. Und auch wenn es heiss ist, darf ein Baby niemals nackt und ungeschützt in die Sonne.
  • Viel trinken bzw. häufig stillen: Das gilt für Kinder und Erwachsene gleichermassen. Es wird in dem Zusammenhang oft gefragt, ob gestillte Babys zusätzlich Flüssigkeit z.b. Tee trinken sollen oder nicht. Stillberaterinnen und Hebammen weisen darauf hin, dass Muttermilch normalerweise völlig ausreichend ist, um Hunger und Durst des Babys zu befriedigen, es sei aber wichtig, nach Bedarf zu stillen – dass kann bei heissem Wetter häufiger als sonst sein. Wichtig ist dann, dass die stillende Mutter entsprechend viel trinkt. Hier finden Sie die besten Durstlöscher.
  • Leichte Kost: Zum Zvieri ist kühles und saftiges Obst wie Birne, Pfirsich, Melone, Aprikose sehr erfrischend, püriert für Babys, als Smoothie mit Milch oder Buttermilch für ältere Kinder und Erwachsene. Das Zmittag kann mit einer kalten Gemüsesuppe ersetzt werden.
  • Lockere Kleidung: Luftige Kleidung, weite Kleidung oder ärmellose, etwas weitere Bodys funktionieren am besten. Saugfähige Baumwolle ist ideal: Kinder schwitzen mehr und wenn die Kleidung den Schweiss nicht mehr aufsaugt, können Hitzepickelchen entstehen. Söckchen sind meist unnötig. Ein Sonnenhut aus leichtem Stoff mit UV-Schutz, Nackenschutz und Ohrenschutz ist für Babys ideal.
  • Kühl schlafen: Selbst ein Sommerschlafsack ist oft noch zu warm, ein dünner Schlafanzug reicht. Wenn es nachts sehr heiss wird, kann das Baby auch nur mit Windel und einem kurzen Body schlafen. Am besten fühlt man bei Babys die Temperatur im Nacken, der sollte sich nicht feucht-schwitzig anfühlen.
  • Babys nie im Auto lassen: Das sollte eigentlich allen Eltern hinlänglich bekannt sein! Im Auto können die Temperaturen schon innerhalb kurzer Zeit auf über 50 Grad ansteigen. In 45 Minuten können es bei dunklem Lack durch den Backofen-Effekt sogar über 80 Grad werden. Ein lebensbedrohlicher Hitzschlag droht! Deshalb besonders bei Hitze Kinder (und Tiere) nie im Auto lassen – auch nicht für einen kurzen Sprung in den Supermarkt.

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Häufige Frage zum Thema

Braucht ein voll gestilltes Kind bei heissem Wetter noch zusätzlich Tee oder abgekochtes Wasser?

Newsticker

Hitzefalle Kinderwagen | 03.07.2019

Viele Eltern hängen im Sommer ein Nuscheli oder Handtuch über den Kinderwagen, um das Baby vor der Sonne zu schützen. Und im Dunkeln schläft das Baby besser ein. Das kann gefährlich werden: Innerhalb von 20 Minuten klettert die Temperatur von 30 auf 38 Grad! Unter dem Tuch kann die Luft schlechter zirkulieren und die Hitze staut sich, umso mehr je dicker das Tuch ist. Das Baby kann aber seine Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren. Ein lebensgefährlicher Hitzschlag droht. Eine zweite Gefahr: Ein Tuch vor dem Kinderwagen lässt die verbrauchte Atemluft nicht entweichen; sie sammelt sich und kann bei Kleinkindern zum Koma führen. Eine gute Alternative ist ein fest montierter Sonnenschirm oder ein Sonnensegel - ein trapezförmiges Tuch, das man zwischen Lenker und Verdeck befestigt. So kann unter dem Sonnenschutz die Luft noch zirkulieren und das Baby bekommt genug Sauerstoff.

Hitzschlag im Auto | 27.06.2019

Immer wieder wird davor gewarnt, Tiere oder Kinder auf keinen Fall – auch nicht für kurze Zeit - im parkenden Auto warten zu lassen. US-Wissenschaftler haben jetzt an heissen Tagen (über 38°C) Messungen in Autos durchgeführt. Nach einer Stunde in der prallen Sonne stieg die Innentemperatur auf 47°C an, aber auch im Schatten heizten sich die Sitze auf 41°C auf. Ein Hitzschlag ist wahrscheinlich, wenn die Körpertemperatur auf über 40°C ansteigt. Im schlimmsten Fall erleidet das Kind einen Kreislaufkollaps, wird bewusstlos und stirbt. Wer als Passant im Sommer ein eingeschlossenes Kind im Auto sieht, sollte schnell handeln: Sind die Eltern nicht in der Nähe und lassen sich die Türen nicht öffnen, verständigen Sie die Polizei (117) oder den Notruf (112). Die Beamten bzw. der Rettungsdienst geben dann weitere Anweisungen. 

Schwitzen in Schwarz? | 03.07.2018

Ist schwarze Kleidung cool – oder wird es beim Tragen schwarzer Klamotten im Sommer doch eher heiss? Schliesslich weiss jeder, der schon mal ein in der Sonne stehendes schwarzes Auto angefasst hat, dass das ziemlich heiss werden kann - ein helles Auto eher nicht. Schwarze Gegenstände absorbieren das Licht des gesamten Spektrums und wandeln die aufgenommene Energie in Wärme um. Weisses dagegen reflektiert fast die gesamte Strahlung und heizt sich somit weniger auf. Forscher haben herausgefunden, dass lange schwarze Kleidung trotzdem nicht als wärmer empfunden wird – vorausgesetzt sie sitzt nicht direkt auf der Haut. Die Luft kann zwischen den Lagen hindurchströmen, die Wärme abtransportieren und die Haut kühlen. Der Tipp für heisse Tage lautet daher: Hauptsache luftig, dann ist die Farbe egal.

Sommer, Hitze... s'müffelet... | 03.07.2017

Aus geruchlosem, frischem Schweiss entsteht erst durch die Aktivität von Hautbakterien eine stinkende Substanz. Und diese verstärkt sich, wenn die Mikroben mit dem Schweiss in die Kleidung gelangen. Da gibt es allerdings Unterschiede: Verschwitzte Textilien aus Polyester riechen strenger als solche aus Baumwolle. Belgische Forscher haben nun herausgefunden, dass sich bestimmte natürliche Hautkeime, die sogenannten Mikrokokken, in Kleidung aus Kunststoffgeweben stärker vermehren als in Naturstoffen. Möglicherweise begünstigt die lockere Struktur der Polyesterfasern das Wachstum der geruchsbildenden Mikrokokken. Jetzt könne man versuchen, so die Forscher, ganz gezielt das Wachstum von Mikrokokken in Kleidungsstoffen zu hemmen. Bis das gelingt, hilft es nur, auf Baumwolle & Co. umzusteigen, zumindest in der heissen Jahreszeit.

Letzte Aktualisierung : 06.2019, BH

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