Keuchhusten (Pertussis)
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Behandlung von Keuchhusten (Pertussis)

Die Pflege eines keuchhustenkranken Kindes nimmt die Eltern sehr in Anspruch, vor allem nachts. Das hustende Kind sollte möglichst immer hochgenommen und der Kopf leicht nach vorne gebeugt werden. Frische und feuchte Luft tun dem Kind gut. Es muss ausserdem dafür gesorgt werden, dass es in den Hustenpausen genügend Flüssigkeit (Kräuterteees und Mineralwasser) und auch leichtverdauliche Nahrung aufnimmt.

Hustensaft hilft meist wenig, es sei denn, er enthält einen Schleimlöser.

Antibiotika wirken am besten, wenn sie schon in der Inkubationszeit gegeben werden. Später können sie die Ansteckungsfähigkeit mindern, aber nicht die Zahl und Schwere der Hustenanfälle, weil sie zwar die Erreger abtöten, aber der Husten durch die Stoffwechselprodukte der Bakterien verursacht wird. Langjährige Erfahrungen bestehen vor allem mit Erythromycin. Andere Makrolide wie Azithromycin, Clarithromycin und Roxithromycin sind jedoch wegen ihrer besseren Verträglichkeit heute Mittel der Wahl. Als Alternative kann Cotrimoxazol verwendet werden. Oral-Penicilline und Cephalosporine (z.B. Amoxicillin und Ampicillin) sind gegen Bordetella pertussis nicht wirksam.

Bei dieser Infektionskrankheit gibt es keine lebenslange Immunität und auch keinen Nestschutz, d.h. die Mutter kann ihre Antikörper nicht auf ihr Kind übertragen. Keuchhusten gefährdet deshalb vor allem Säuglinge, die besonders schwer erkranken und daran sogar sterben können. Deshalb sollten Kinder im ersten Lebensjahr bei Keuchhusten am besten in einem Kinderspital mit einem Monitor überwacht werden. Atempausen können eine verminderte Sauerstoffversorgung des Gehirns, Bewusstseinstrübung und Krampfanfälle zur Folge haben. Zumindest sollten Sie aber das Kind neben dem Elternbett schlafen lassen, damit Sie bei einem Anfall rasch helfen können.

Newsticker

Keuchhusten wird erwachsen: Keuchhusten (Pertussis) ist keine Kinderkrankheit mehr - das Durchschnittsalter der Erkrankten ist auf 42 angestiegen. Viele Erwachsene haben keinen oder einen lückenhaften Impfschutz. Und: Keuchhusten wird bei Erwachsenen seltener diagnostiziert. Experten gehen davon aus, dass bis zu 20 % aller Erwachsenen, die länger als eine Woche husten, unter einer Keuchhusteninfektion leiden. Erwachsene gelten daher als häufigste Ansteckungsquelle für noch ungeimpfte Babys und Kleinkinder, bei denen eine Infektion zu lebensbedrohlichem Atemstillstand führen kann. Nestschutz gibt es nicht, eine Schutzimpfung ist erst ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat möglich. Enge Kontaktpersonen sollten unbedingt ihren Impfschutz überprüfen.(swissmom Newsticker, 9.11.15)

Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft: Keuchhusten (Pertussis) kann bei Säuglingen lebensbedrohlich sein, deshalb sollte bei ihnen sofort nach Vollendung des zweiten Lebensmonats die Impfung begonnen und zeitgerecht fortgeführt werden. Doch manche Kinder stecken sich bereits in der Neugeborenenzeit an. Nun gibt es Überlegungen, schon Schwangere zu impfen, damit sie ihrem Neugeborenen in den kritischen ersten Wochen den Nestschutz durch ihre Antikörper weitergeben können. Eine US-Studie beweist: Die Keuchhusten-Impfung bei werdenden Müttern ist sicher, die Rate von Nebenwirkungen ist nicht erhöht. Vor einer Geburt sollte zudem der Keuchhusten-Schutz bei allen Kontaktpersonen und Betreuern des Kindes überprüft werden. (swissmom Newsticker, 29.3.16)

Letzte Aktualisierung : 06-11-19, BH

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