Colostrum für das Frühgeborene

Ernährung auf der Intensivstation

Sehr schwache Frühgeborene, die mit mehreren Komplikationen zugleich zu kämpfen haben, können oft nicht stark genug saugen und anfangs auch noch keine Milch verdauen. Ihnen wird über einen Schlauch eine spezielle Nährlösung verabreicht, bis sich ihre Verdauungsfunktionen stabilisiert haben. Erst dann wird ihnen abgepumpte Muttermilch oder ein besonderes Säuglingsmilchpräparat gegeben. Ihr Kind wird dann mehrmals täglich mit kleinen Portionen gefüttert. Für Frühgeborene ist das kurz nach der Geburt produzierte Kolostrum besonders wichtig, da es noch mehr Proteine und Nährstoffe enthält, als die Vormilch nach einer termingemässen Entbindung.

Viele Mütter und Väter fühlen sich in einer solchen Situation hilflos, da sich zwar eine Schar von Ärzten und Pflegefachfrauen um ihr Kind kümmert, sie selbst aber nichts zu seinem Wohlergehen beitragen können. Wenn Sie Brustmilch für Ihr Baby abpumpen, kann das Ihnen helfen, sich nützlicher und Ihrem Baby näher zu fühlen. In der Entbindungsklinik wird Ihnen das Abpumpen erklärt und gezeigt.

Vermutlich werden Sie mehr Brustmilch produzieren, als das Kind trinken kann. Aber wenn Sie soviel wie möglich abpumpen, versiegt die Milch wenigstens nicht. Sie können Ihr Baby dann später erfolgreich stillen, wenn es nicht mehr intensivmedizinisch betreut werden muss.

In einigen Spitälern ist es inzwischen selbstverständlich, bei Frühgeborenen ab der 30. Woche Stillversuche zu fördern und die Mutter damit und durch das Känguruhen (Hautkontakt an der Brust der Eltern) noch intensiver in die Betreuung des Kindes mit einzubeziehen.


Wissen

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Newsticker

Abpumpen lohnt sich | 05.10.2016

Extreme Frühgeborene, die auf einer neonatologischen Intensivstation behandelt werden, können in der Regel nicht von ihren Müttern gestillt werden. Es ist jedoch möglich, die abgepumpte Muttermilch der Säuglingsersatznahrung beizufügen. Dass sich die damit verbundenen Umstände lohnen, zeigt das Ergebnis einer amerikanischen Studie: Frühgeborene, deren Ernährung in den ersten Wochen wenigstens zur Hälfte aus Muttermilch bestand, hatten beim ursprünglich errechneten Geburtstermin ein grösseres Gehirn (untersucht mit Kernspintomographie). Und je länger die Frühgeborenen mit Muttermilch gefüttert wurden, desto besser war ihr Gehirn entwickelt. Die besondere Zusammensetzung der Muttermilch scheint die Entwicklung des Gehirns besser zu fördern als eine Ersatznahrung.

Letzte Aktualisierung : 05.2016, BH

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