Reihenfolge der Impfungen wirkt sich auf Schmerz aus

Säuglinge erhalten häufig mehrere Impfungen gleichzeitig. Wie sehr die Injektion schmerzt, hängt dabei auch davon ab, in welcher Reihenfolge die Impfstoffe verabreicht werden.

Während des ersten Lebensjahrs sind eine ganze Reihe Impfungen fällig. Um mit dem Impfschema zu Rande zu kommen, empfiehlt es sich, bei einem Arztbesuch mehrere Vakzine gleichzeitig zu verabreichen - doch der wiederholte Pieks stösst bei dem Impfling meist auf wenig Gegenliebe. Will man ihm Schmerzen bei der Injektion ersparen, sollte man ihm laut einer aktuellen kanadischen Studie die Impfstoffe in einer bestimmten Reihenfolge verabreichen.

Dies ist das Ergebnis einer doppelblinden randomisierten Studie, die Moshe Ipp und Kollegen vom Hospital for Sick Children in Toronto, Kanada, mit 120 gesunden Kindern im Alter zwischen zwei und sechs Monaten durchgeführt haben, die zur routinemässigen Impfung in die Ambulanz kamen. 60 Babys erhielten zunächst die Pneumokokken-Konjugatimpfung (PCV) und wurden anschließend gegen DPTaP-Hib (Diphtherie, Kinderlähmung, Wundstarrkrampf, Keuchhusten und Haemophilus influenzae b) geimpft; bei den übrigen 60 Kindern wählte man die umgekehrte Reihenfolge.

Die Prozedur wurde auf Videobändern dokumentiert. Der Schmerz der Kinder wurde anhand ihres Gesichtsausdrucks, ihres Geschreis und ihrer Körperbewegungen während der Injektion eingeschätzt; ausserdem sollten die Eltern das Schmerz-Level ihrer Sprösslinge auf einer Skala von 0 bis 10 zuordnen.

"Kinder, welche die weniger schmerzhafte DPTaP-Hib-Vakzine zuerst erhielten, empfanden insgesamt geringere Schmerzen im Vergleich zu denjenigen, welche die Impfstoffe in umgekehrter Reihenfolge bekamen. Unabhängig davon nahm der Schmerz von der ersten zur zweiten Injektion stets zu", fassen die Autoren ihre Ergebnisse zusammen.

Sie folgern daraus, dass es grundsätzlich günstiger ist, mit der am wenigsten schmerzhaften Injektion zu beginnen, wenn mehrere Impfungen anstehen. Andernfalls richtet der Impfling seine Aufmerksamkeit stärker auf die Prozedur, wodurch auch die Schmerz-verarbeitenden Regionen im Gehirn ausgeprägter aktiviert werden - mit dem Resultat, dass er auf den nächsten Pieks von vornherein mit einem intensiveren Schmerzsignal reagiert.

Quelle: Ipp, M. et al.: Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine 163, 2009, S.469-472.

Stand: 05/09, BH