Passivrauchen erschwert Schwangerwerden

Frauen, die dauerhaft Zigarettenrauch in ihrer Umgebung ausgesetzt sind, haben grössere Schwierigkeiten, schwanger zu werden und erleiden häufiger Fehlgeburten Diese Effekte zeigen sich auch noch nach mehreren Jahren in einem rauchfreien Umfeld. 

Ein Team von der University of Rochester (USA) hatte die Daten von Frauen ausgewertet, die zwischen 1982 und 1998 an einem Gesundheits- und Krebs-Screening teilgenommen hatten. Ein umfangreicher Fragebogen ergab Details zum Lebensstil, Erkrankungen und Umgebungseinflüssen. Fast 5000 der Teilnehmerinnen hatten angegeben, selber nie geraucht zu haben, zudem waren sie entweder mindestens einmal schwanger gewesen oder hatten es versucht.

Die Forscher stellten fest, dass rund 80 Prozent der Teilnehmer in ihrem Leben dauerhaft Zigarettenrauch in ihrer Umgebung ausgesetzt waren (sechs oder mehr Stunden pro Tag) - entweder im Elternhaus, am Arbeitsplatz oder im Zusammenleben mit Rauchern. Etwa zwei Drittel waren zum Zeitpunkt der Umfrage noch vom regelmässigen Passivrauchen betroffen. Mehr als 40 Prozent dieser Frauen hatten entweder Schwierigkeiten, schwanger zu werden (Infertilität länger als ein Jahr) oder hatten eine Fehlgeburt erlitten, manche von ihnen sogar mehrfach. Damit hatten sie ein um 68 Prozent höheres Risiko als Frauen, die sich überwiegend in rauchfreier Umgebung aufgehalten hatten.

Die Daten beruhten lediglich auf Aussagen der Frauen selbst, schränkt der Studienleiter Luke Peppone ein. Dennoch zeige die Studie, welch lang anhaltenden Auswirkungen Zigarettenrauch auch auf Personen des Umfelds habe.

Quelle: L.J. Peppone et al.: Tob Control, online 27.11.2008 (doi:10.1136/tc.2008.027961)

Stand: 12/08, BH