Baby im Autositz angegurtet

Wann soll der Kinderautositz gewechselt werden?

Die Kinder wachsen und so sind auch neue Rückhaltesysteme erforderlich. Die Gewichts- und Altersangaben bei den Kinderrückhaltevorrichtungen sind Richtgrössen, die nach Möglichkeit eingehalten werden sollen.

Alter Rückhaltevorrichtung
bis 13 kg, 18 Monate Babyschale: Das Kleinkind möglichst lange darin transportieren. Erst dann den Kindersitz wechseln, wenn der Kopf nicht mehr in der Babyschale zu liegen kommt. Füsse, die die Lehne der Rücksitzbank berühren, haben keinen Einfluss auf die Sicherheit. Babyschalen nur für den Kindertransport im Auto verwenden. Babyschalen immer rückwärts gerichtet montieren und korrekte Gurtführung beachten. Bei aktiviertem Frontairbag (Normalzustand) darf die Babyschale nur auf dem Rücksitz verwendet werden! Generell ist Montage auf dem Rücksitz empfohlen.
9-18 kg, 9 Monate bis 4 Jahre Sitzschale: Erst dann verwenden, wenn das Kind selbstständig sitzen kann. Sicherstellen, dass der Kindersitz fest mit dem Auto verbunden ist. Die Liegeposition erleichtert den Transport, erzielt aber schlechtere Sicherheitsnoten verglichen mit der Sitzposition. Kinderhaltegurt soll straff am Körper des Kindes anliegen (vorsicht bei Winterkleidern). Höhe des Kinderhaltegurtes gelegentlich der Grösse des Kindes anpassen. Den Kindersitz dann wechseln, wenn der Kopf die Sitzschale merklich überragt. Mittlerweile gibt es auch für Kleinkinder Sitzschalen, welche wie die Babyschale rückwärts im Auto montiert werden (sogenannte Reboarder).
Kleinkinder können in sogenannten Reboard-Kindersitzen weiter gegen die Fahrtrichtung fahren. Dadurch reduziert sich das Risiko für schwere oder tödliche Verletzungen im Vergleich zu vorwärts gerichteten Sitzen um über 80 %.
15-36 kg, 4-12 Jahre Kindersitz: Erst dann verwenden, wenn das Kind nicht mehr in die Sitzschale passt. Ab dem 1. April 2010 dürfen Kinder von 7 bis 12 Jahren nur noch mit einem zugelassenen Kindersitz oder Sitzerhöher (am besten mit Rückenlehne) mit dem ECE-R-44 Prüfzeichen im Auto auf dem Rücksitz mittransportiert werden. Sitzerhöher sind preisgünstiger, teurere Produkte mit Rückenlehne bieten Schutz bei einem Seitenaufprall. Erst wenn das Kind 150cm gross ist, nur die Autogurten verwenden.
ab 150 cm oder 12 Jahren Fahrzeuggurten: Der Wechsel vom Kindersitz auf den Fahrzeugsitz erfolgt ab 12 Jahren oder bei einer Körpergrösse von 150cm (was zuerst eintrifft) . Erst dann haben Kinder die kleinstgeprüfte Erwachsenengrösse erreicht. Die Gurtgeometrie der Fahrzeuggurten ist auf erwachsene Personen ausgelegt. Beim Anschnallen ist darauf zu achten, dass der 3-Punkt-Gurt, wie bei den Erwachsenen, straff über das Becken und mittig über die Schulter geführt wird.

Mitwachsende Kindersitze (für Neugeborene bis 36 kg schwere Kinder) sind meist schwere, sperrige Sitze. Der Einbau ist aufwändig und zum Teil nur mit Zusatzgurten möglich. Dadurch erhöht sich die Gefahr der Bedienungsfehler. Mitwachsende Kindersitze sind meist eine kostengünstigere Variante, weisen aber eine schwierige Handhabung auf.

Kindersitze für eine einzige Gewichtsklasse zeichnen sich durch eine einfach Handhabung aus. Bei Kindersitztests schneiden Einzelsysteme jeweils auch besser ab als mitwachsende. Eine gewichtsmässige Anpassung der Sitze an das Kind kann einfacher durchgenommen werden, da die Benutzungsdauer kürzer ausfällt.

Kindersitze sollen nur mit dem ECE-R-44.03 und .04 verwendet werden.

Gurtadapter sind nicht zugelassen. Gemäss Bundesamt für Strassen (ASTRA) sind Schultergurt-Umlenker (Gurtadapter) ohne ECE-Genehmigung in der Schweiz nicht zugelassen. Der TCS rät seit Jahren von der Verwendung solcher Gurtadapter ab. Der Gurtadapter (z.B. dreieckige Manschette) hält zwar den Diagonalgurt vom Hals des Kindes fern, verändert aber gleichzeitig die Beckengurtführung über dem Bauchbereich. Dies hat zur Folge, dass bei einem Unfall der Beckengurt in den Bauch drückt und schwere innere Verletzungen verursachen kann.

Integrierte Kindersitze werden gegen Aufpreis von einigen Fahrzzeugherstellern angeboten. Dies sind festeingebaute Kindersitze, sogenannte integrierte Kinderautositze. Sie befinden sich zwischen Sitzfläche und -lehne (Isofix) sowie auf der Rückseite des Sitzes oder im Kofferraum des Fahrzeuges (Top Tether). Diese eignen sich für Kinder ab 9 Monaten oder 4 Jahren und können bis 12 Jahre verwendet werden. Wie die weitverbreiteten Zubehör-Kindersitze, weisen sie eine Zulassung nach ECE-R-44 auf.

Vorteile integrierter Kindersitze sind:

  • Der Sitz ist jederzeit im Fahrzeug verfügbar
  • Die Bedienung ist relativ einfach
  • Sie benötigen wenig Platz im Fahrzeug

Nachteile integrierter Kinderautositze:

  • Bei Systemen mit Fahrzeuggurt kann der Gurtverlauf häufig schlechter an das Kind angepasst werden
  • Soll das Kind einmal in einem anderen Fahrzeug transportiert werden, kann der integrierte Kindersitz nicht umgebaut werden
  • Bei feststehender Fahrzeugwahl ist man auf einen Kindersitz festgelegt
  • Der Sitzbezug kann zur Reinigung meist nicht abgenommen werden
  • Sitzplätze mit integriertem Kindersitz haben eine geringe Komforteinbusse für Erwachsene
  • Kein Vollwertiger Ersatz für einen herkömmlichen Kinderautositze, da sie nicht in ein anderes Auto gewechselt werden können!

Gurtenverlängerungen durch ein neues Gurtband sind möglich

Generell gilt: Nach einem Unfall darf der Kindersitz nicht mehr benutzt werden!

Sicher Reisen mit Kids:

  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran! Nie losfahren, ohne das Kind und sich selbst korrekt zu sichern.
  • Sichern Sie Ihr Kind auch auf kurzen Fahrten, denn zwei Drittel der Unfälle ereignen sich innerorts.
  • Kindersicherung der hinteren Fahrzeugtüren aktivieren.
  • Achten Sie auf eine ruhige Fahrweise, ausreichend Frischluftzufuhr (nicht rauchen) und richtige Ernährung (Früchte, Getränke).
  • Während der Fahrt prüfen, ob das Kind noch angeschnallt ist.
  • Während der Fahrt für Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten sorgen.
  • Auf längeren Fahrten genügend Pausen einplanen und den Kindern dann genügend Bewegung gewähren (Kinder nie im Auto alleine lassen).
  • Kinder nur auf der Seite zum Strassenrand aussteigen lassen (verhindert ein spontanes Über-die Strasse-Rennen)!
  • Vermeiden Sie den Transport von scharfkantigen oder spitzen Gegenständen in Reichweite von Kindern oder anderen Fahrzeuginsassen (Verletzungsgefahr).

Weitere Tipps zum Einkauf und Einbau von Kinderautositzen finden Sie hier

Die besten vom TCS 2014 geprüften Kinderautositze

Letzte Aktualisierung : 01.2019, AS

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