Paar im Park auf der Wiese sitzend, von hinten
Kinderwunsch | Behandlung | Komplikationen

Die Eizellspende

Die Eizellspende (allogene Eizelltransplantation) ist eine Weiterentwicklung der In-vitro-Fertilisierung. Sie wird in manchen Ländern auch im Rahmen einer Leihmutterschaft durchgeführt.

Eine Eizellspende wird v.a. angewandt, wenn in den Eierstöcken keine Follikel heranreifen – sei es wegen fortgeschrittenen Alters der Frau oder aufgrund einer Erkrankung (z.B. nach Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie, bei vorzeitiger Menopause, Endometriose oder einem hohen Risiko, genetische Erkrankungen an ein Kind weiterzugeben). Oft ist sie die einzige Möglichkeit, nach mehrfachem Scheitern einer IVF-Behandlung doch noch schwanger zu werden. Die unabdingbare Voraussetzung für eine Eizellspende ist jedoch eine intakte Gebärmutter.

Reporter zum Thema

Eizellspende

Muss man das Schicksal der Kinderlosigkeit einfach akzeptieren? Jetzt ansehen

Reporter zum Thema

Als Spenderzellen kommen in Frage überzählige Eizellen aus der IVF-Therapie einer anderen Frau (egg-sharing) oder Eizellen einer unbehandelten Spenderin. Bei den Eizellspenderinnen werden zuvor Tests durchgeführt, um genetische Erkrankungen und körperliche Fehlbildungen beim Kind sowie sexuell übertragbare Krankheiten zu vermeiden. Optimalerweise sollten äussere Merkmale wie Haut-/Haar-/Augenfarbe, Größe, Gewicht, etc., aber auch Blutgruppe, Rhesusfaktor u.v.m. zur Empfängerin passen.

Vor der Entnahme der Eizellen werden die Eierstöcke einer Spenderin medikamentös stimuliert, um mehrere Eizellen gleichzeitig reifen zu lassen, die anschliessend, meist unter Narkose, durch Punktion entnommen werden.

Je nach Gesetzeslage bleibt die Spenderin entweder anonym (Informationen über die Spenderin werden auch auf eine Anfrage der Empfängerin oder des Kindes hin vom Kinderwunsch-Zentrum unter Verschluss gehalten und nicht weitergegeben) oder nicht anonym (ein Kind, welches mit gespendeten Eizellen gezeugt wurde, hat ab einem gewissen Alter das Recht, Informationen über die Spenderin zu erlangen).

Die entnommenen Eizellen werden wie bei einer konventionellen IVF mit den Spermien des Partners der Empfängerin befruchtet. Die daraus entstandenen Embryonen werden der Empfängerin übertragen. Die Gebärmutterschleimhaut wird vorher mit Hormonen vorbereitet, was die Einnistung der Embryonen erleichtert.

Die aktuelle Erfolgsquote für jeden Versuch liegt mit frischen Embryonen im Blastozystenstadium bei 40- 60%. Mit tiefgefrorenen und wieder aufgetauten Embryonen ist die Schwangerschaftsrate etwa 20 % niedriger.

In der Schweiz (und Deutschland, Litauen, Norwegen und Türkei) ist die Eizellspende derzeit nicht erlaubt. Schätzungsweise 1000 Schweizerinnen fahren deshalb jedes Jahr zu einer Eizellspende ins Ausland, z.B. Frankreich, Grossbritannien, Italien, Spanien, Niederlande, Belgien, Tschechische Republik, Slowakei, Polen, Ukraine, Österreich. In einigen dieser Länder gibt es Regelungen, die eine Ausbeutung der Spenderin verhindern sollen, damit Frauen Eizellen nicht aus sozialer Not spenden.

Nach Meinung der Fachleute stellt dieses Verbot eine Ungleichbehandlung der Geschlechter dar. In der Reproduktionsmedizin dürfen bei Unfruchtbarkeit des Mannes Samenspenden verwendet werden, bei medizinischen Problemen der Frau ist die Eizellenspende jedoch illegal.

Der Nationalrat arbeitet deshalb zur Zeit daran, Samen- und Eispenden rechtlich gleichzusetzen. Verboten bleiben soll jedoch das Implantieren von bereits befruchteten Eizellen anderer Paare, also gespendeten Embryonen, und die Leihmutterschaft, wobei eine befruchtete Eizelle eines Paares einer anderen Frau zum Zwecke des Austragens des Kindes eingesetzt wird.

Erfahrungsbericht

Familienglück dank Eizellspende


Newsticker

Eizellenspende bald auch in der Schweiz? In der Schweiz dürfen – anders als im Ausland - zur künstlichen Befruchtung bei Unfruchtbarkeit des Mannes Samenspenden (heterologe Insemination) verwendet werden, nicht aber gespendete Eizellen bei medizinischen Problemen auf Seiten der Frau. Die Nationalratskommission befand, Samen- und Eizellspenden seien rechtlich gleichzusetzen. Verboten bleiben soll das Implantieren von bereits befruchteten Eizellen (Embryonen) anderer Paare, ebenso wie die Leihmutterschaft, bei der eine befruchtete Eizelle zum Austragen des Kindes eingesetzt wird. Die Gesetzesänderung muss zuerst durch den Nationalrat und dann durch den Ständerat. (swissmom Newsticker, 23.1.14)

Letzte Aktualisierung : 02-05-18, BH

loading
Newsletter
Kinderwunsch
Aktuelles Wissen, Tipps und Updates rund ums Thema „Kinder kriegen“. Jetzt anmelden!