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Gebärmutterfehlbildungen

Gebärmutterfehlbildungen sind nicht selten. Sie entstehen fast immer durch eine inkomplette Verschmelzung der Müllerschen Gänge und/oder ein unvollständiges Verschwinden des Trennhäutchens (Septum). Frauen mit angeborenen Uterusanomalien müssen keine Beschwerden haben. Sie können durchaus spontan schwanger werden und ein Kind komplikationslos gebären. Allerdings kommt es häufiger zu Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten, Frühgeburten sowie Lageanomalien des Kindes unter der Geburt.

Diagnostiziert werden Gebärmutterfehlbildungen heute durch eine vaginale Ultraschalluntersuchung, Gebärmutterspiegelung und Bauchspiegelung.

  • Uterus bicornis: Die spontane Fehlgeburtsrate bei Frauen mit Uterus bicornis schätzte man früher noch auf ca. 35 %, heute deutlich niedriger, weil man genauer zwischen Uterus bicornis und subseptus unterscheiden kann. Bei wiederholten Fehlgeburten kann eine Operation die beste Therapie sein.
  • Uterus unicornis: Dieser sehr schmale Uterus ist meist eine Zufallsdiagnose bei einer endoskopischen Untersuchung wegen Unfruchtbarkeit. Es gibt nur einen Eileiterabgang. Die Fehlgeburtsrate soll bis zu 50 % betragen. Eine operative Behandlungsmöglichkeit gibt es nicht.
  • Uterus septus und subseptus: Das ist die häufigste uterine Fehlbildung, die auch am häufigsten zu Fehlgeburten führt. In der Literatur werden Abortraten bis 75 % angegeben. Als Behandlung gibt es die sogenannte hysteroskopische Septumdissektion.

Informationen zu Gebärmuttermyomen

 

Newsticker

Chance auf ein eigenes Kind | 21.06.2019

Im März und Mai 2019 konnten in der Universitäts-Frauenklinik Tübingen per Kaiserschnitt zwei gesunde Kinder nach Gebärmuttertransplantation geboren werden. Die beiden jungen Frauen (25 bzw. 26 J.) waren mit Eierstöcken, aber ohne Scheide und ohne Gebärmutter geboren worden. Das sogenannte Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom ist eine seltene Fehlbildung der inneren Geschlechtsorgane, die bei ungefähr einem von 4500 weiblichen Neugeborenen vorkommt. Die Transplantationen hatten jeweils rund zwölf Stunden gedauert, Spenderinnen waren in beiden Fällen die eigenen Mütter. Nach sechs Wochen bekamen die beiden Empfängerinnen zum ersten Mal in ihrem Leben eine Periode - die transplantierten Organe waren funktionsfähig. Ein Jahr später wurde den Frauen ihre eigene befruchtete Eizelle eingesetzt. Schwangerschaft und Entbindung per Kaiserschnitt verliefen normal. Da die Leihmutterschaft in Deutschland und in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist die Gebärmuttertransplantation die einzige Chance auf ein biologisch eigenes Kind.

Letzte Aktualisierung : 25-04-16, BH

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