Kleinkind bekommt Augentropfen
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Behandlung einer Bindehautentzündung

Die wichtigste Regel bei Bindehautentzündungen oder Augengrippe: Finger weg! Das Reiben am Auge sorgt nicht nur für Schmerzen, sondern verzögert auch den Heilungsverlauf. Bei einer infektiösen Bindehautentzündung führt das Reiben zudem für eine Ausbreitung der Bakterien sowie zu einer erhöhten Ansteckungsgefahr durch Schmierinfektion. Achten Sie also darauf, dass Ihr Kind möglichst wenig an das entzündete Auge fasst. Ausserdem sollten Sie Ihr Kind dazu anhalten, sich besonders häufig die Hände zu waschen, um das Ansteckungsrisiko gering zu halten. Das gilt übrigens auch für Sie, wenn Sie das erkrankte Auge bei Ihrem Kind behandeln.

So reinigen Sie die entzündeten Augen:

  • Ist ein Fremdkörper im Auge für die Entzündung verantwortlich, versuchen Sie diesen behutsam zu entfernen. Nutzen Sie dafür zum Beispiel den Zipfel eines sauberen Taschentuchs: Bitten Sie Ihr Kind, nach oben zu schauen und ziehen Sie gleichzeitig sanft das untere Augenlid nach unten. Mit dem Taschentuchzipfel sollten Sie nun den Fremdkörper entfernen können. Trauen Sie sich das nicht zu oder schaffen es nicht, gehen Sie zu einem Augenarzt.
  • Verklebte Lidränder und Wimpern reinigen Sie am besten mehrmals am Tag mit einem Mulltupfer: Tauchen Sie ihn in lauwarmes, abgekochtes Wasser oder eine schwache Kochsalzlösung und wischen Sie ihn vorsichtig vom äusseren Augenwinkel zum inneren.

Der Arzt wird Ihnen zur Behandlung der Bindehautentzündung wahrscheinlich Augentropfen oder eine Augensalbe verschreiben, die zur Entzündungsursache passen und in ihrer Zusammensetzung für Babys und Kleinkinder unbedenklich sind. Sollte die Bindehautentzündung durch Bakterien verursacht sein, können die verschriebenen Augentropfen auch ein Antibiotikum enthalten.

Augentropfen aus pflanzlichen Extrakten ohne Konservierungsstoffe sind bei Babys und Kleinkindern zunächst oft die beste Alternative. Die seit Jahrhunderten bewährte Heilpflanze Euphrasia (Augentrost) „tröstet“ gereizte und gerötete Kinderaugen. Augentrost ist auch in vielen homöopathischen Augentropfen (D2 bis D6) enthalten, ausserdem kann helfen Hepar sulfuris (D6), Pulsatilla D6 oder Calcium sulfuricum D6.

Hebammen empfehlen bei einer Bindehautentzündung beim Baby, dass die stillende Mutter dem Kind einige Tropfen Muttermilch direkt von der Brust in das entzündete Auge träufelt. Muttermilch wirkt entzündungshemmend und kann daher die Heilung unterstützen.

Eltern haben oft Probleme, ihren Kleinkindern Augentropfen zu verabreichen, da die sich meist wehren und anfangen zu weinen. Besonders wenn die Tropfen im Auge brennen, gestaltet sich das Verabreichen der Medizin als schwierig. Nicht selten kneifen die Kleinen ihre Augen extra fest zusammen. Am besten träufeln Sie die Augentropfen dem liegenden Kind direkt in den inneren Augenwinkel bzw. die Lidfalte. Gibt man die Tropfen bei geschlossenen Augen, fliessen sie nach dem Augenöffnen automatisch an die richtige Stelle. Danach kurz das untere Lid leicht abziehen. Wichtig ist nur, dass Ihr Kind nicht gerade mit dem Kopf wackelt. Um das zu verhindern, sollte es auft einem kleinen Kissen und im Nacken leicht überstreckt auf dem Rücken liegen und Mama oder Papa legen eine Hand auf die Stirn. Waschen Sie sich vorher und nachher die Hände, um Keime nicht zu verschleppen.

Wegen Keimverschleppung darf die Bindehaut nicht berührt werden. Das Auge darf auch nicht weiter gereizt werden, um schnell wieder zu heilen. Weil eine Bindehautentzündung häufig mit einer Lichtempfindlichkeit einhergeht, sollten Sie die Wohnung bzw. das Kinderzimmer ein wenig abdunkeln. Computer- und Fernsehbildschirme bleiben ausgeschaltet. Im Freien sollte Ihr Kind eine Sonnenbrille tragen. Sie schützt das angegriffene Auge vor UV-Strahlung und Wind.

Letzte Aktualisierung : 06-02-18, BH

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