Bronchialasthma
Kind | Behandlung | Chronische Erkrankungen

Bronchial-Asthma

In der Schweiz leiden knapp zehn Prozent der Bevölkerung an Asthma bronchiale. Bei Kindern gilt es als die häufigste chronische Krankheit überhaupt. Im Durchschnitt gibt es in jeder Schulklasse zwei Asthmatiker, Knaben häufiger als Mädchen. Heute lässt sich Asthma dank der Entwicklung neuer Therapien und Medikamenten, die auch vorbeugend eingesetzt werden, gut kontrollieren.

Die Ursachen von Lungen-Asthma sind trotz intensiver Forschung noch nicht restlos bekannt. Man weiss heute jedoch, dass die genetische Veranlagung bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielt. Ausgelöst wird Asthma durch allergene Stoffe (Hausstaubmilben, Tierhaare, Pollen) und andere Reizstoffe (Tabakrauch, Smog). Aber auch vertieftes Atmen bei körperlicher Anstrengung (Sport), Atemwegsinfektionen oder Umwelteinflüsse (Kälte), können zu einer chronischen Entzündung der Bronchien führen. Diese werden mit der Zeit überempfindlich und verengen sich. Ein Asthmaanfall kann zum Beispiel ausgelöst werden, wenn ein Reizstoff auf die Bronchialschleimhaut trifft: Die kleinen Luftröhrchen ziehen sich zusammen, und der oder die Betroffene bekommt nicht mehr genügend Luft.

Drei Mechanismen tragen dazu bei, dass die Lichtung der Luftröhrenverästelungen (Bronchien) sich verengt und die Atemnot entsteht:

  • Die Schleimhaut schwillt im Zuge der Überempfindlichkeitsreaktion an und verengt dadurch die Lichtung
  • Zäher, glasiger Schleim, der in den Bronchien gebildet wird, verstopft die Lichtung
  • Die Muskulatur der Bronchien zieht sich enger zusammen.

Typischerweise ist beim Asthmaanfall die Ausatmung erschwert und verlängert. Es kommt dadurch zur Lungenüberblähung und die Lungenfunktion, also der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid, ist behindert. Es entstehen hörbare pfeifende oder brummende, rasselnde Atemgeräusche. Die Kinder spüren ein Engegefühl über der Brust, sitzen senkrecht und ringen nach Luft. Werden bei einem solchen Anfall nicht gleich Medikamente eingesetzt, werden die Lippen blau und die Kinder verlieren langsam das Bewusstsein (lebensbedrohlicher Status asthmaticus).

Die Betreuung von Kindern mit Asthma ist nicht immer einfach. Der oder die hauptsächlichen Auslöser müssen zunächst durch Allergie-Tests gefunden werden. Das Ausmass der Atemwegsbehinderung muss bestimmt und die richtige medikamentöse Therapie ausprobiert werden. Diese besteht aus bronchialerweiternden (Adrenalin-artige Medikamente, Theophyllin) und entzündungshemmenden Mitteln (Kortison, Cromoglicinsäure u.a.). Viele dieser Arzneimittel können inhaliert oder als Tabletten oder Zäpfchen genommen werden.

Begleitend sollten auch Atemgymnastik und Atemübungen zur Behandlung gehören. Regelmässiges Inhalieren beugt einem Anfall vor. Daneben sind Klimakuren in staub- und allergenarmer Luft am Meer oder im Hochgebirge günstig. Tabakrauch dagegen ist absolut schädlich!

Die Schweizerische Elternvereinigung asthma- und allergiekranker Kinder ist heute integriert unter www.lungenliga.ch


Wissen

Rauchverbot reduziert Asthmaerkrankungen

Fast-Food als Asthmarisiko


Häufige Frage

Dürfen Asthmakinder ins Schwimmbad?


Newsticker

Asthma-Ernährung | 23.02.2019

Eine gesunde Ernährung mit zwei Fisch-Mahlzeiten (à 150 Gramm Fisch) pro Woche milderte in einer internationalen Studie die Asthma-Beschwerden bei Kindern. Im Vergleich zu Kindern mit einem unveränderten Speiseplan litten sie ein halbes Jahr später deutlich seltener an Entzündungen der Atemwege. Eine gesunde mediterrane Ernährung mit viel fettreichem Fisch wie Lachs, Forelle und Sardinen kann sich positiv auf die Lungenfunktion von Kindern mit Asthma auswirken. Schon seit längerem ist bekannt, dass viel Fett, Zucker und Salz in der Ernährung die Entwicklung und das Fortschreiten von Asthma bei Kindern beeinflussen kann. Bronchialasthma ist die häufigste Atemwegserkrankung bei jungen Menschen und einer der Hauptgründe für Notfallbehandlungen und Krankenhausaufenthalte bei Kindern.

Erdnussallergie und Asthma | 17.08.2016

Eine aktuelle US-Studie zeigt: Kinder, die unter Asthma bronchiale leiden, sind oft auch gegen Erdnüsse allergisch – ohne es zu wissen. Das kann sehr gefährlich werden, weil der Kontakt mit Erdnüssen bei Allergikern mitunter zu einem anaphylaktischen Schock führt, der ohne notärztliche Behandlung tödlich enden kann. So ist die Rate der im Krankenhaus wegen Bronchialasthma behandelten Kinder mit Erdnussallergie doppelt so hoch wie die von Kindern ohne eine solche Allergie. Ausserdem kann eine gleichzeitig bestehende Erdnussallergie asthmatische Symptome verstärken. Insbesondere wenn trotz Behandlung weiterhin asthmatische Beschwerden wie Atemnot, Keuchen und Husten auftreten, sollten die betroffenen Kinder einen Allergietest machen lassen. Denn Spuren von Erdnüssen können in vielen Lebensmitteln enthalten sein!

Newsticker 

Nichtraucherschutz senkt Asthma-Rate bei Kindern: Die Befürchtung, dass Raucher infolge des Rauchverbots in den englischen Pubs auf Privaträume ausweichen, hat sich offenbar nicht bestätigt. Die Asthmarate bei Kindern ist sogar zurückgegangen. Vor 2007 ist in England die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Kindern wegen Bronchial-Asthma jährlich um 2,2 Prozent gestiegen. Am 1. Juli 2007 trat in England ein umfassender Nichtraucherschutz in Kraft. Seither darf am Arbeitsplatz sowie in Restaurants und Pubs nicht mehr geraucht werden. (swissmom Newsticker, 24.1.2013) 

Grosskind bekommt keine Luft: Wenn die Grossmutter geraucht hat, als sie schwanger war, geben ihre Töchter das Risiko für ein Bronchialasthma an die Grosskinder weiter, selbst wenn sie in der Schwangerschaft nicht rauchen. Verantwortlich sind sog. epigenetische Veränderungen im Erbgut. Dabei ändern sich nicht die Gene selbst, sondern das, was ausgelesen wird. Nikotin und andere schädliche Stoffe in Zigaretten beeinflussen nicht nur die eigenen Lungenzellen, es kommt auch zu Schäden in den Keimzellen, und das über mehrere Generationen. Entsprechende Rattenversuche konnten jetzt am Menschen bestätigt werden.(swissmom-Newsticker, 18.8.2013) 

Jedes fünfte Asthma geht: 3.431 Kindern aus Nordschweden wurden über viele Jahre untersucht, darunter 248 Kinder, die im Alter zwischen sieben und acht Jahren an Bronchial-Asthma litten. Ergebnis: Am Studienende hatten 21% mindestens drei Jahre lang keine Asthmamedikamente mehr benötigt und keine typischen Atembeschwerden ("wheezing") gezeigt. Günstige Vorraussetzung: Keine Allergie auf Tierhaare und keine starke Ausprägung der Symptome. Bei Jungen zieht sich die Erkrankung doppelt so häufig zurück als bei Mädchen. Unerheblich für die Prognose war die Luftqualität in der Umgebung und ob Asthmaerkrankungen in der Familie vorlagen. (swissmom-Newsticker, 17.10.2013)

Darmbakterien schützen vor Asthma: Eine besonders grosse Artenvielfalt der Bakterien im Darm von Säuglingen kann offenbar sogar vor Bronchialasthma schützen. Das bestätigt einmal mehr eine schwedische Studie an 47 Säuglingen, die bis zum siebten Lebensjahr untersucht wurden, u. a. auch mit Allergietests. Je mehr Arten von Darmbakterien die Forscher in den ersten Lebenswochen fanden, desto seltener litten die Kinder später an Asthma. Offensichtlich wird so die kindliche Immunabwehr trainiert, ausserdem die Barrierefunktion der Schleimhäute gestärkt. Wie kommt das Baby in Kontakt mit den Bakterien? Bei einer Vaginalgeburt mehr als beim Kaiserschnitt, beim Stillen mehr als bei Schoppenernährung, weshalb Kaiserschnitt- und Schoppenkinder später häufiger an Allergien leiden. (swissmom Newsticker, 17.1.14)

Rauchender Vater, asthmakrankes Kind: 
Eine norwegische Studie zeigt: Wer raucht, riskiert schwere gesundheitliche Folgen sogar für späteren Nachwuchs. Kinder von Männern, die vor der Schwangerschaft rauchen, haben ein drei Mal höheres Asthmarisiko als von Vätern, die nie geraucht haben. Und das unabhängig davon, ob sie vor der Zeugung mit dem Rauchen aufhörten. Das Asthmarisiko von Kindern, die rauchende Väter hatten, war umso höher, je länger die Männer vor der Schwangerschaft rauchten. Besonders gravierend zeigte sich aber der Zusammenhang bei Männern, die schon vor dem 15. Lebensjahr zum Glimmstängel griffen. Bekannt ist seit langem, dass die über 250 Giftstoffe, die eine Zigarette enthält, die Fruchtbarkeit - und zwar sowohl die Spermien selber als auch die Potenz - schädigen. (swissmom Newsticker, 23.10.14). 

 

 

Letzte Aktualisierung : 05.2016, BH

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