Stimmritzenkrampf

Ein Stimmritzenkrampf („spasmodic“ Krupp, Laryngospasmus infantilis, Glottiskrampf, Asthma laryngeum, Laryngismus stridulus) ist eine krampfhafte Zusammenziehung der Muskeln, welche die Stimmritze verschliessen. Dadurch kommt es zu einem Verschluss der Atemwege und akuter Luftnot. Der Stimmritzenkrampf ist häufig psychisch bedingt, kann aber auch durch einen Fremdkörper, Sekret oder eine Allergie, z.B. auf ätherische Öle, ausgelöst werden. Auch ein schwerer Kalziummangel kann zu einem Stimmritzenkrampf führen. In manchen Fällen scheint die Anlage angeboren zu sein, da in einzelnen Familien fast alle Kinder daran erkranken.

Der Stimmritzenkrampf tritt in Anfällen auf. Oft wiederholen sie sich erst nach acht und mehr Tagen, in schlimmen Fällen folgen sie schneller aufeinander. Dazwischen liegen völlig unauffällige Pausen. Immer besteht die Gefahr von Rückfällen, sogar wenn das Kind monatelang frei geblieben ist. In seltenen Fällen tritt ein Stimmritzenkrampf auch nur einmalig auf.

Der Anfall ist charakterisiert durch eine plötzliche gewaltsame Unterbrechung des Atmens, welche mehrere Minuten lang andauern kann, wenn die Stimmritze nicht gänzlich verschlossen, sondern nur stark verengt ist. Das Einatmen ist dabei mit einem pfeifenden lang gezogenen Geräusch verbunden. Das Kind ist voller Angst und Unruhe, wird blau im Gesicht und macht angestrengte Bewegungen der Finger und Zehen, Arme und Beine, um zu Luft zu kommen. Husten und Fieber – wie beim Pseudo-Krupp - fehlen dabei. Ist der Krampf vorüber und hat das Kind seine Angst vergessen, ist wieder alles gut.

Bei leichten Fällen von Laryngospasmus genügt zur Behandlung die Beruhigung des Kindes. Es sollte aufgerichtet werden, dazu kann man ihm kühle Luft zufächeln, Wassertropfen ins Gesicht spritzen und den Rücken reiben. In schwereren Fällen ist Sauerstoffzufuhr (über eine Maske), Adrenalin zur Inhalation oder ein Cortison-Zäpfchen angebracht.